Nach Penis-Gel-Auftritt: Diese «Höhle der Löwen»-Produkte gingen viral
Mit Krönchen und einer ungewöhnlichen Mission sorgte Markus Flagner kürzlich bei «Die Höhle der Löwen» für Aufruhr. Als selbst ernannter «Prinz Penis» stellte er ein Intim-Gel für Männer vor. Seine Kampfansage gegen üble Penis-Gerüche sorgte im Studio für reichlich Lacher.
Das Naturprodukt Penice oder, wie der Gründer es nennt, «Happy End aus der Tube», soll anders als parfümierte Produkte Gerüche nicht einfach überdecken, sondern diese gar nicht erst entstehen lassen. Die humorvolle Produktvorstellung garnierte er mit Sprüchen wie «Ein stumpfes Schwert gewinnt keine Schlachten. Ein ungepflegter Prinz erobert keine Herzen.»
Für sein Unternehmen forderte der Gründer 70'000 Euro für 25,1 Prozent der Firmenanteile. Seinen Pitch beendete er mit den Worten: «Damit ist das Vorspiel zu Ende». Zum geschäftlichen Höhepunkt kam es danach allerdings nicht: Die Investoren zeigten sich wenig angetan und Flagner musste die Show ohne Deal verlassen.
Das Penis-Gel ist kein Einzelfall: Schon früher erregten skurrile Produktideen in der Show die Gemüter und lösten regelrechte Shitstorms aus.
Pinky Gloves
Dieser Pitch überzeugte zwar den Investor Ralf Dümmel, nicht aber das Netz: Zwei Jungunternehmer sorgten mit ihren pinken Periodenhandschuhen gar für einen Shitstorm. Der Hashtag #PinkyGate trendete auf Twitter.
«Wir sind echte Frauenversteher» waren die ersten Worte der Produktvorstellung von Eugen Raimkulow und André Ritterswürden im Jahr 2021. Bei den sogenannten «Pinky Gloves» handelte es sich um pinkfarbene Einweghandschuhe für Frauen, um sich damit beim Tampon- und Bindenwechseln nicht die Hände schmutzig zu machen. «Pinky lässt Tampons sauber und diskret verschwinden», so die Gründer.
Das Ganze kam aber beim Publikum gar nicht gut an. Auf Social Media hiess es beispielsweise ironisch: «Zum Glück gibt es Männer, die mir sagen, wie ich mit meinen ekligen Periodenprodukten umgehen kann». Kritik gab es auch dafür, dass die Handschuhe um einiges teurer waren als normale Gummihandschuhe und für die Klischeefarbe Pink.
Der mediale Aufschrei und die Kritik sorgten dafür, dass das Produkt wieder vom Markt genommen wurde.
Reitkissen
Ebenfalls ein ungewöhnliches Produkt für Frauen stellte Gründerin Sanja Zündorf vergangenes Jahr vor. Sie präsentierte ein Reitkissen für Frauen zur Selbstbefriedigung: «Ich dachte lange, ich sei die einzige Frau, die masturbiert», erklärte sie. Mit dem Reitkissen wollte sie «das Kissenreiten enttabuisieren».
Welchen Einfluss das patriarchale System auf weibliche Masturbation mit Sexspielzeugen habe, hat sie in ihrer Masterarbeit behandelt. Mittels einer Umfrage fand sie heraus, dass vor allem die Frauen zum Höhepunkt kommen, die auf einem Kissen reiten.
Wie das Ganze funktioniert, erklärte Zündorf so: «Breitbeinig draufsetzen, umklappen und dann Pferdereitbewegungen machen und gucken, wie es sich anfühlt.» Das Interesse der Investorinnen und Investoren war sofort geweckt, ein Deal kam trotzdem nicht zustande.
Unverständnis dafür gab es im Netz, wo das Reitkissen super ankam. Jemand schrieb auf Instagram: «Ich feiere dich für deinen Mut. Eine echte Revolution. Keiner der Löwen hatte Eier in der Hose.» Ein anderer beschrieb das Produkt als «innovativ».
Auf ihrer Website ist das Reitkissen auf jeden Fall noch zu kaufen. Der Preis? 91 Franken.
Kondom Schutzhülle
Auch dieses Produkt ist eher intim: Gründer Patrick Beyer sorgte mit seiner Kondom-Schutzhülle Concard Anfang dieses Jahres für Aufsehen. Diese soll das Kondom in der Hosentasche oder im Portemonnaie vor Beschädigungen schützen, die etwa durch Reibung oder scharfe Kreditkartenkanten entstehen können.
Auf die Idee für die Schutzhülle kam der 23-jährige Gründer durch ein eigenes Missgeschick: Ein Kondom, das er im Portemonnaie mittrug, konnte im entscheidenden Moment nicht zum Einsatz kommen, denn es war kaputt.
Aus diesem Grund entwickelte Beyer die Schutzhülle Concard. Anders als das Kondom sei diese wiederverwendbar.
Bei den Investorinnen und Investoren hielt sich die Euphorie für das Produkt in Grenzen. Laut Judith Williams sei es das «uninvestierbarste Produkt» ihrer Karriere. Sie dachte sogar zuerst, sie befinde sich bei Verstehen Sie Spass?».
Auch ohne Deal wird das Produkt bei Amazon oder der eigenen Website vertrieben. Es ist für Personen gedacht, die trotz der Warnung, Kondome nicht im Hosensack oder Portemonnaie mitzutragen, dies trotzdem tun wollen.
Strahlenschutz-Boxershorts
Das beste Stück des Mannes steht auch mit diesem Produkt im Mittelpunkt. Die Gründer Richard Getz und Constantin Ricken von Silverton präsentierten 2022 in der TV-Show Boxershorts, die Spermien vor elektromagnetischer Strahlung schützen sollen.
Die Unterhosen haben für diesen Zweck Silberfasern integriert, die den Intimbereich vor Strahlen von Smartphones, Laptops und anderen elektrischen Geräten schützen sollen. «Für das Familienglück von morgen», heisst es dazu auf der Website.
Die Silverton- Boxershorts sollen aber nur bei 30 Grad gewaschen werden und nach 150 Wäschen aussortiert werden, um ihre Funktionsfähigkeit beizubehalten. Für sechs Boxershorts wird der Preis von 76.40 Euro verlangt.
Obwohl Nico Rosberg als Unterwäschemodel herhielt und sich sehr interessiert zeigte, gab es an dem Tag keinen Deal. Dazu kommt: Laut Experten sollen die Unterhosen auch keinen nennenswerten Nutzen haben.
