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Shirin David reagiert auf Kritik im «Stern» nach Doku

Photocall Vetements Womenswear - PFW Shirin David attends the Vetements Womenswear Spring/Summer 2026 show as part of Paris Fashion Week PFW on October 3, 2025 in Paris, France. Photo by Alexis Jumeau ...
Shirin David lässt sich nichts gefallen, auch nicht vom «Stern».Bild: www.imago-images.de
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«Abwertend und misogyn»: Shirin David liefert sich nach Kritik Schlagabtausch mit «Stern»

Shirin David zeigt sich unzufrieden mit ihrem kürzlich erschienenen Dokufilm. Ein Kommentar des «Stern» greift ihre Kritik auf – und lässt die Rapperin dabei nicht gut wegkommen. Nun reagiert Shirin David auf den Beitrag.
02.09.2026, 11:5702.09.2026, 11:57

Kürzlich erschien auf Netflix eine Dokumentation über die erfolgreiche deutsche Rapperin Shirin David. Nach bislang sieben Nummer-eins-Singles, einem eigenen Eistee und Teilnahmen bei «The Voice of Germany», «DSDS» oder «Wetten, dass..?» war eine eigene Doku nur eine Frage der Zeit.

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Auf der «Wetten, dass..?»-Couch gab Shirin David Thomas Gottschalk Kontra.Bild: www.imago-images.de

Die Rapperin ist mit dem Ergebnis von «Barbara – Becoming Shirin David» aber selbst unzufrieden, wie sie kürzlich auf Instagram schrieb. Der Film sei unauthentisch und «vollkommen an den Haaren herbeigezogen». Die Darstellung sei komplett verzerrt: «Was dabei zusammengeschnitten worden ist, ist nur das ‹Leiden›», erklärte sie in einer Antwort während einer Instagram-Fragerunde. Sie habe «mehr Tiefe, mehr Herkunft» erwartet, meinte die 31-Jährige enttäuscht.

Sie bat Netflix immer wieder, «wirklich alles zu zeigen», um Geschichte zu schreiben. Dies war wie eine Gehirnwäsche, meint die Rapperin. Sie habe Netflix vertraut, bereue das Ganze nun aber. Obwohl die Zusammenarbeit mit dem Produktionsteam gut gewesen sei, sei der Schnitt am Schluss das Problem gewesen.

Darstellung von Frauen

David meinte auch, dass sie nicht die Einzige sei, die solche Erfahrungen erleben musste. Als Beispiel nannte sie Helene Fischer, die selbst ihre Doku absagte: «Ich denke, alle Frauen in Deutschland wissen, wie Medien sie öffentlich darstellen unter dem Deckmantel, dass es ‹authentisch› sein soll», schrieb David. Männer würden nur «für die Hälfte ihrer Leistung zelebriert», bei erfolgreichen Frauen wolle man dagegen Krisen oder Überforderung zeigen. Diese Stereotypen sei sie leid.

epa12520303 German singer Helene Fischer attends a photo call for her 2026 open-air tour '360°' in Munich, Germany, 12 November 2025. The tour will begin on 10 June in Dresden and conclude o ...
Helene Fischer, mit der Shirin David eine Rapversion von «Atemlos, durch die Nacht» aufnahm, sagte eine geplante Netflix-Doku ab. Bild: keystone

Der Versuch der Rapperin, die Doku zurückzukaufen, sei von Netflix abgelehnt worden, meinte David.

Kommentar im «Stern»

Und als wäre das nicht schon genug, muss sich die Rapperin nun auch noch mit Kritik des Magazins Stern auseinandersetzen. In einem Kommentar mit der Schlagzeile «Vielleicht lieber nur noch Selfies posten, Shirin David?» fragt sich der Autor, ob Davids Kritik nicht irritierend sei. Er stellt die Frage, ob Geschichten wie diese nicht schlicht zum Preis der Berühmtheit gehören, insbesondere dann, wenn man als Star von den damit verbundenen Vorteilen profitiert.

Auch Davids Perfektionismus thematisiert der Autor in dem Kommentar. Als Metapher dient der Song «Bauch, Beine, Po», bei dem die Rapperin mit viel Selbstdisziplin und Härte an ihrem Körper arbeitet.

Shirin David / Bambi 2024 / Verleihung des Goldenen Rehs / Bavaria-Studios / München / 07. November 2024 *** Shirin David Bambi 2024 Award of the Golden Deer Bavaria Studios Munich 07 November 2024
Die Rapperin entstammt laut eigener Aussage einer Akademikerfamilie und hat eine Opernausbildung absolviert.Bild: Imago Images

Die Doku sei bei vielen als blosser Imagefilm angekommen. Der Autor ist deshalb überrascht, warum sich David darin als schlecht dargestellt sieht. In einem Satz formuliert der Autor Davids Konflikt:

«Das Problem der Netflix-Doku ist für Shirin David, dass Shirin David nicht alles kontrollieren konnte.»

Er räumt auch ein, dass David nicht jede Darstellung ihrer Person hinnehmen müsse. Wer jedoch anderen die Kontrolle über einen Dokumentarfilm über das eigene Leben überlasse und gleichzeitig eine bestimmte Darstellung erwarte, müsse mit Enttäuschungen rechnen. David müsse akzeptieren, dass sie nicht alles kontrollieren könne – oder eben nur noch Selfies posten.

Shirin David kontert

Shirin David lässt dies nicht auf sich sitzen und kommentiert unter dem Instagram-Beitrag des «Stern» gleich selbst: Den Kommentar sieht sie nicht als sachliche Kritik, sondern als «abwertende, misogyne Reduktion einer Frau auf ihr Äusseres». Sie appelliert an die journalistische Verantwortung, denn «Sprache prägt Gesellschaft», schreibt David. Den Kommentar als blosse Meinungsäusserung lässt sie nicht gelten. Sie führt fort:

«Wenn ein Journalist eine Frau, die öffentlich Kritik äussert, sinngemäss auffordert, doch lieber hübsch auszusehen und Selfies zu posten, bedient er ein jahrhundertealtes Muster: Frauen dürfen sichtbar sein – aber nur solange sie nicht zu laut werden, widersprechen oder Deutungshoheit beanspruchen.»

Der «Stern» antwortet auf die Kritik der Rapperin, die über 6000 Likes bekommen hat. Man könne Davids Standpunkt nachvollziehen, erkläre aber nochmals den Punkt mit dem Selfie: «Über ein Selfie hat man Kontrolle, über Fremd-Dokumentationen nicht – das ist die Metapher zur Argumentation.» Die Tatsache, dass David eine Frau sei, habe nichts mit der Argumentation zu tun. Den Vorwurf der Misogynie weist der «Stern» zurück.

Im Schlagduell lässt auch Davids Antwort nicht lange auf sich warten. «Eine Metapher ist nicht plötzlich neutral, nur weil man sie als Metapher bezeichnet. Entscheidend ist, welches Bild man zur Herabsetzung wählt.» Anstelle «Selfie» hätte der Autor «selbst produzierte Inhalte» verwenden können. «Stattdessen wählt er ausgerechnet ‹Selfies posten›, eine seit Jahren weiblich codierte, abwertende Trope: die eitle, oberflächliche Frau, die sich lieber selbst fotografieren soll, statt anspruchsvolle Arbeit zu machen», schreibt David.

Auch die Argumentation des Sterns, es habe auch nicht indirekt etwas damit zu tun, dass David eine Frau sein, reicht für David nicht: «Misogynie setzt nicht voraus, dass jemand ausdrücklich ‹weil sie eine Frau ist› schreibt. Sie zeigt sich gerade darin, welche Stereotypen, Bilder und Abwertungen bei Frauen selbstverständlich aktiviert werden.»

Auch in ihrer Instagramstory erklärt die Rapperin nochmals, wieso sie sich so über den Artikel im «Stern» ärgert. Sie vergleicht das Ganze mit Regisseur Christopher Nolan. Er gilt als «kompromissloser Perfektionist». Davids Anspruch der Kontrolle wird dagegen als «Charakterdefizit» angesehen. Sie schreibt weiter:

«Männliche Kontrolle wird als autoritär gelesen, weibliche Kontrolle als Kontrollzwang.»

(kek)

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40 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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KenEck
02.09.2026 12:29registriert Mai 2023
Die Metapher wird eher aufgrund der Influencer-Karriere sein und nicht weil sie eine Frau ist.
Aber was weiss ich, ich bin kein Journalist.
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RuediRupf
02.09.2026 12:52registriert November 2023
Shirin David ist doch diejenige, die sich für Klimaschutz und Fleischverzicht starkgemacht hat, um dann für McDonald's zu werben? Die, die im Pelzmantel rumläuft? Die, die Energy Drinks an Kinder vermarktet? Klassischer Fall von "erst mal vor der eigenen Tür wischen"...
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Tabis Nuckerli
02.09.2026 12:59registriert November 2017
Und Watson: „Welches Bild sollen wir verwenden für den Artikel?‘
„Komm wir nehme eines mit möglichst viel Haut, das klickt“
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Wer diese Kopierschutze der 80er und 90er kennt, darf sich OG nennen
Die Generation Alpha ist fasziniert von den 90ern. Kein Wunder – die Welt war eine andere: Bill Clinton war Präsident der USA, im Fernsehen lief «Beverly Hills 90210» und kein Mensch mit eigenen Zähnen benutzte eine Gesichtscrème.
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