Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
COLOGNE, GERMANY - APRIL 08:  Shirin David during the first event show of the tv competition 'Deutschland sucht den Superstar' (DSDS) at Coloneum on April 8, 2017 in Cologne, Germany. 13 candidates compete against each other in the first show. The finals will take place on May 6, 2017. (Photo by Florian Ebener/Getty Images)

Shirin David als Jurorin bei Deutschland sucht den Superstar. Bild: Getty Images Europe

Kommentar

Darum verkörpert die freizügige Rapperin Shirin David den modernen Feminismus perfekt

Die Deutschrapperin Shirin David präsentiert sich oft freizügig auf ihren Social-Media-Kanälen und in ihren Musikvideos. Warum sie genau deshalb für den modernen Feminismus steht, hat einen bestimmten Grund: Die Selbstbestimmung einer jeden Frau.



In der Deutschrapszene hat sich diese Frau einen bedeutenden Namen gemacht: Shirin David. Die Karriere der 25-Jährigen begann 2015 auf Youtube, ehe sie Anfangs 2019 ihr erstes Album, das als erstes einer deutschen Hip-Hop-Musikerin Platz eins der deutschen Charts erreichte, releaste.

Ihr Auftreten und ihre Person waren schon immer kontrovers: Die Selfmade-Millionärin fällt immer wieder durch ihre freizügigen Outfits und ihr heftig geschminktes Gesicht auf. So trug sie beispielsweise, als sie bei «Deutschland sucht den Superstar» als Jurorin auftrat, immer wieder eine andere Perücke. Das kam nicht bei jedem gut an.

«Feminismus ist für mich: So viel ausziehen, wie du möchtest»

Shirin David

Auch auf Instagram, wo sie satte 5,4 Millionen Abonnenten zählt, und in ihren Musikvideos, von denen eines 59 Millionen Aufrufe hat, zeigt sich die gebürtige Deutsche immer von ihrer besten Seite. Lange Nägel, gemachte Lippen und sekundäre Geschlechtsmerkmale gibt es bei ihr genug zu sehen. Sie scheut sich nicht, sich selbst und ihren Körper zu profilieren. Und gerade deswegen ist David oft Ziel von sexistischen Äusserungen. Nicht selten findet man unter ihren Videos oder Bildern Kommentare wie «Du Schlampe» oder «Zieh dir besser etwas an». Doch David ist nicht nur das: Sie ist eine Rapperin, die sich ihren Platz in der Branche mehr als verdient hat und für den modernen Feminismus kämpft.

Was das mit Feminismus zu tun hat? Nun ja, dafür müssen wir uns die Definition davon genauer anschauen. Wikipedia definiert den Begriff folgendermassen:

«Feminismus ist ein Oberbegriff für gesellschaftliche, politische und akademische Strömungen und soziale Bewegungen, die, basierend auf kritischen Analysen von Geschlechterordnungen, für Gleichberechtigung, Menschenwürde und Selbstbestimmung aller Menschen jeglichen Geschlechts sowie gegen Sexismus eintreten und diese Ziele durch entsprechende Massnahmen umzusetzen versuchen.»

Gender-Stalinistinnen würden jetzt sagen, Shirin David trage mit ihrer freizügigen Selbstdarstellung genau das Gegenteil in der Bewegung bei. Sie reduziere sich selbst absichtlich nur auf ihren Körper und befeuert so das sexistischen Frauenbild der heutigen Gesellschaft nur noch weiter. Doch etwas haben diese «Feministinnen» dabei vergessen: Die Selbstbestimmung einer jeden Frau.

Die Rapperin selbst äusserte sich in einem Interview wie folgt: «Feminismus ist für mich: So viel ausziehen, wie du möchtest.» Und damit hat sie Recht. Denn Feminismus bedeutet unter anderem auch, dass jeder Mensch, in dieser Bewegung natürlich insbesondere die Frau, über ihr Leben selbst bestimmen kann. Und wer sich ausziehen will, soll sich ausziehen dürfen, ohne jegliche Angst davor, gleich verurteilt oder sexistisch angegangen zu werden. So erklärte die Rapperin selbst den Begriff gegenüber dem «Spiegel»:

«‹Feminismus› ist der Begriff, den wir Frauen nutzen müssen, um gehört zu werden. Aber im Kern geht es für mich um Selbstbestimmung: Jede Frau darf machen, was sie möchte, ohne verurteilt zu werden, darf Rollkragenpulli tragen oder komplett nackt sein.»

Shirin David quelle: Spiegel

Es geht darum, nicht nur auf seinen Körper reduziert zu werden, auch wenn man sich so präsentiert. In ihrem neusten Release «Babsi Bars» rechnet die Künstlerin gleichermassen mit der Deutschrapszene und den Vorurteilen ihr gegenüber ab. Diese Line aus dem Track fasst das ganze eigentlich sehr gut zusammen:

«Von bei Gott ist sie sexy hin zu Vallah sie ist ne Schlampe
Die deklarieren einen Minirock zur maximalen Schande
Doch ne Frau mit Grips im Kopf wird abgetan zu 'ner Emanze»

Jemand, der seinen Körper zeigt, wird ständig auf das Äusserliche reduziert und sogleich als «Schlampe» abgestempelt. Aber was sonst noch dahinter steckt, das ist den meisten egal. Und damit man selbst nicht gleich in eine Ecke gestellt wird, scheuen sich viele davor, zu viel von sich selbst zu zeigen. Doch genau das ist doch das Gegenteil von Feminismus, wenn es eigentlich darum geht, dass jede Frau selbst bestimmen kann, wie sie ihr Leben leben möchte. Und darum verkörpert Shirin David genau diesen Aspekt des Feminismus mehr als perfekt. Eine starke Frau, die ihr eigenes Business aus dem Boden gestampft hat, Erfolge zeichnet, rappen kann und nebenbei eben auch ihren Körper zeigt. Und das nicht, weil sie muss, sondern einfach nur, weil sie will.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Sexismus in den Medien

Wenn sich Männer die Sprüche anhören müssten, die sonst nur Frauen abkriegen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kommentar

Darum sind die Frauen unsere «Geheimwaffe» im Kampf gegen das Virus

Trump hin, Erich Hess her: Es läuft nicht alles schlecht in dieser Jahrhundertkrise. Zu verdanken haben wir das vor allem den Frauen. Den mutigen Wortführerinnen und den leisen Arbeiterinnen.

Das ist natürlich eine äusserst subjektive Beobachtung des Autors.

Was auffällt bei den Äusserungen von Wissenschaftlerinnen wie der Virologin Isabella Eckerle: Frauen diskutieren hart in der Sache, spielen aber nicht auf den Mann.

Wie Neuseeland, Taiwan und Deutschland ist auch Finnland ein von Frauen geführtes Land, das schnell und entschlossen auf die Pandemie reagierte, statt zu zögern.

Nach der Krise ist vor der Katastrophe.

Spätestens seit April wissen wir, dass Frauen in der Corona-Pandemie …

Artikel lesen
Link zum Artikel