Met-Gala 2027 feiert Galliano – wieso er so umstritten ist
Das New Yorker Metropolitan Museum ehrt den umstrittenen Modedesigner John Galliano (65). Mit der berühmten «Met Gala» solle im kommenden Jahr eine Ausstellung über sein Werk eröffnet werden, teilte das Museum am Central Park in Manhattan mit. Es handele sich um die erste grosse Museumsschau über das Werk von Galliano – «einem der erfinderischsten und einflussreichsten Designer der vergangenen vier Jahrzehnte».
Der 1960 in Gibraltar geborene Designer war unter anderem Chefdesigner bei den Modehäusern Givenchy, Dior sowie der von ihm gegründeten und nach ihm benannten Marke John Galliano. 2011 trennte sich Dior jedoch von Galliano, weil der Brite in einer Bar in Paris betrunken mehrere Gäste mit antisemitischen Äusserungen beleidigt hatte und Adolf Hitler verherrlicht hatte.
Der Skandal solle ebenfalls Teil der Ausstellung sein, hiess es vom Metropolitan Museum. Es solle der Frage nachgegangen werden, wie sich künstlerische Leistung und ethische Verantwortung zueinander verhalten. Geplant seien zudem Treffen mit Vertretern der jüdischen Gemeinde in New York.
Galliano wäre erst dritter lebender Designer mit «Met Gala»-Ehrung
Galliano wurde zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt und sprach offen über seine langjährige Drogen- und Alkoholsucht. Seit einigen Jahren kämpft der Designer sich ins Arbeitsleben zurück. 2014 feierte er sein Comeback, indem er zum Pariser Modehaus Maison Margiela wechselte. Über zehn Jahre arbeitete er dort als Kreativdirektor. Im März 2026 wurde zudem bekannt: John Galliano wird künftig saisonale Kollektionen für Zara entwerfen, wie eine Pressemitteilung verkündete. Die erste Kollektion soll im September erscheinen.
In der langen Geschichte der «Met Gala» wurden erst zwei zum Zeitpunkt der Veranstaltung lebende Designer geehrt: Yves Saint Laurent und Rei Kawakubo.
Der oft als «Party des Jahres» bezeichnete «Met Ball» ist eine alljährliche Spendenveranstaltung für das Kostüm-Institut des Metropolitan Museums. Mit dem starbesetzten Spektakel, das traditionell am ersten Montag im Mai stattfindet, wird immer eine Mode-Ausstellung eröffnet.
Die auf mehrere Millionen Dollar geschätzten Einnahmen des «Costume Institute Benefit» bilden das Jahresbudget des Instituts, das inzwischen nach der langjährigen «Vogue»-Chefin Anna Wintour benannt ist.
(sda/dpa/kek)
