Die Liebe von Zendaya und Tom Holland ist ein heiler Fleck Glück in einer kaputten Welt
Es gibt Paare, die trennen Arbeit und Privatleben so streng, als handle es sich um Benzin und Feuer. Es muss unbedingt vermieden werden, dass die beiden aufeinandertreffen. Diese Paare sprechen zuhause nicht über ihre jeweilige Arbeit. Wieso? Aus Angst, einander zu langweilen? Zu überfordern? Was für ein kompletter Quatsch! Ist Liebe nicht dazu da, jede Freude und jede Bürde miteinander zu teilen?
Zendaya und Tom Holland reden miteinander am liebsten über ihre Arbeit. Am allerliebsten arbeiten sie auch zusammen, so haben sie einander vor vielen Jahren bei «Spider-Man» schliesslich gefunden. Und wenn sie von der Arbeit zu sehr aufgedreht sind, zu aggressiv oder nervös, so setzen sie sich hin und häkeln oder stricken. Ernsthaft. Zendaya hat das von ihrer Oma gelernt und Tom beigebracht, es beruhigt sie ungemein, jetzt häkeln sie im Akkord … Spinnennetze?
Als Tom von Christopher Nolan die Rolle von Odysseus' Sohn Telemachos in der «Odyssee» erhielt, war «Z», wie Tom sie nennt, die stolzeste Freundin der Welt. Sie lasen zusammen Nolans Drehbuch und fanden es genial. Doch dann lud Nolan Tom zu einer Sitzung ein, die vor allem den Zweck hatte, auch Zendaya für den Film zu gewinnen. Nolan soll ihn, so erzählt Tom heute, ganz scheu gefragt haben: «Meinst du, Zendaya hätte etwas dagegen, die Göttin Athene zu spielen? Kannst du sie für mich fragen?» Und Tom ging nach Hause und sagte: «Lies doch bitte das Drehbuch nochmals, aber jetzt konzentriere dich auf Athene.» Jöööööh!
Zendaya ist 29, Tom ist 30. Ihre «Odyssee» kommt bei uns am 16., der gemeinsame «Spider-Man: Brand New Day» am 30. Juli ins Kino. Tom hat heuer keine weiteren Filmprojekte mehr vor oder hinter sich, Zendaya war 2026 schon in den Hauptrollen von «The Drama» und «Euphoria» zu sehen und wird im Dezember in «Dune 3» mitspielen.
Weil sie in den letzten Monaten so viel mehr zu tun hatte als er, lernte er kochen. Vegetarisch. Sie ist Vegetarierin und kann selbst kein bisschen kochen. Also gar nichts. Und weil sie noch nie im Leben Alkohol getrunken hat, ist er jetzt Besitzer einer alkoholfreien Bierbrauerei. Dafür legt sie sich wegen seiner Katzenallergie keine Katze, sondern nur Hunde zu. Wenn sie zusammen auf ihren roten Teppichen um die Erde fliegen, scheinen ihre Hände, Arme, Augen mit Magnetchen bestückt zu sein. Sie können gar nicht anders als sich einander zuzuwenden, sich anzustrahlen, Händchen zu halten, sich im Arm zu halten und einander wie ein altes Ehepaar an den Kleidern herumzuzuppeln.
Als sie noch viel, viel jünger waren, etwa halb so alt wie heute, da war Zendaya schon ein prominenter amerikanischer Disney-Star und Tom ein britischer Niemand. Er verehrte sie so sehr, wie ein Junge ein Mädchen verehren kann. Sie schien ihm göttinnengleich und unerreichbar.
Sie waren 20, als sie sich beim Dreh von «Spider-Man: Homecoming» zum ersten Mal trafen. Das Drehbuch gab ihm die Berechtigung, sich in sie zu verlieben. Es habe geholfen, sagte er später, es habe die Grenzen zwischen Beruflichem und Privatem ganz angenehm verwischt. Danach waren sie … beste Freunde? Ein bisschen verliebt, aber nicht wirklich nachhaltig? Die Gerüchte explodierten. Sie machten sich beide sehr lustig darüber. Tom taggte auf Instagram seine Leistengegend mit «Zendaya». Und brachte sie mit seinem Auftritt als Rihanna vollends aus der Fassung.
Sie war mit «Euphoria»-Co-Star Jacob Elordi zusammen, aber nur kurz, er währenddessen mit einer blonden Britin, die ihm den Lockdown versüsst haben soll.
2021 war endlich alles klar. Die beiden knutschten in Toms Auto! Und besuchten noch am gleichen Tag Zendayas Mutter! Und räumten Einkäufe aus dem Auto! Wow, hier schlug die ganze Banalität des Alltags, wie wir sie alle kennen und lieben, zu. Dieses Privatleben sah auch nicht anders aus als unseres. Nur wurde ihres von Paparazzi dokumentiert.
Seither sind sie zu Weltmeistern der Zurückhaltung geworden. Haben ihre Privatsphäre an ihren fünf Wohnsitzen (in London, New York und dreimal in Kalifornien) erfolgreich abgeschirmt und leben sowieso am lieben auf ihren Filmsets. Die vielen Gerüchte beantworten sie einfach nicht. Dass sie sich 2025 tatsächlich verlobt hatten, war von Toms geschwätzigem Vater zu erfahren. Und haben sie jetzt wirklich heimlich geheiratet? Wahrscheinlich schon. Aber ist das egal oder ist das egal?
Beide reden in der Öffentlichkeit am liebsten über ihre Arbeit. Darüber, wie sehr sie «ihre» Regisseure wie Christopher Nolan oder Denis Villeneuve bewundern, was für ein Riesengeschenk es sei, mit ihnen zu arbeiten, was sie von ihnen und ihren Filmpartnern Tag für Tag dazulernen. Sie sind zwei dankbare, gierige Schwämme. Ihr Job sei das grösste Privileg der Welt, sagt Tom, aber wenn er und Zendaya eines Tages eine Familie gründen würden, dann würde man ihn nicht mehr auf der Leinwand sehen, dann wolle er nur noch Vater und Hausmann sein.
Sie reden in der Öffentlichkeit auch enorm liebenswert übereinander, lachen viel, tauschen tausend kleine Zärtlichkeiten aus, sind rührend umeinander besorgt, sind freundlich, nie anmassend, nie provozierend. Sind skandalfreie Superstars, behalten die Kontrolle, sind entspannt und irgendwie sehr unschuldig in ihrer grossen Verliebtheit. Ist das langweilig? Nein. Es ist so wohltuend und herzig. Ein heiler kleiner Fleck Glück mitten in unserer selbstzerstörerischen Menschheit.
Zendaya, die gerade der einflussreichste Star der Welt sein dürfte, wenn es um die Strahlkraft von Fashion geht, hat die Makellosigkeit der Bilder gar zu ihrem Prinzip erhoben. Jedes ihrer blendend inszenierten Kostüme ist eine Rüstung gegen den Schmutz der Welt.
Alles Extreme leben die zwei in ihren Filmrollen aus. Da sind sie übermenschlich und unerwachsen, drogensüchtig, leidenschaftlich, dumm, hysterisch, hässlich, tollkühn, superzerbrechlich. Da sind sie alles. Zu Hause sind sie kochende, häkelnde, alkoholfreies Bier trinkende Hunde-Eltern. Die allerdings miteinander die grössten Drehbücher der Jetztzeit wälzen. Wenn das nicht exzentrisch genug ist.
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