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Das Bezirksgericht Bremgarten hat einen Taxifahrer vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit einer geistig behinderten Frau freigesprochen. bild: aargauer zeitung

Sexuelle Handlungen mit geistig Behinderter (18) – Taxi-Chauffeur (61) freigesprochen

Das Bezirksgericht Bremgarten hat einen 61-Jährigen freigesprochen, dem sexuelle Handlungen mit einer Abhängigen vorgeworfen wurden. Als Grund nannte das Gericht, dass bei der Beziehung kein Abhängigkeitsverhältnis bestanden habe.

Walter Christen / ch media



Zwischen dem 61-jährigen Sepp und der 18-jährigen Anna (Namen geändert) kam es im Mai 2018 zu diversen intimen Kontakten, in deren Verlauf sich der 43 Jahre ältere und erfahrene Mann und die körperlich und geistig behinderte und unerfahrene junge Frau umarmten, küssten und er in ihr Höschen langte. Obschon er sie angewiesen hatte, niemandem davon zu erzählen, vertraute sich Anna ihrem engsten Umfeld an.

Es kam zu einer Strafanzeige und zur Anklage: Mehrfache sexuelle Handlungen mit Abhängigen wurde Sepp von der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten zur Last gelegt. Eine Freiheitsstrafe von 10 Monaten bedingt, bei einer Probezeit von 2 Jahren, dazu eine Busse von 2000 Franken, die Übernahme der Verfahrenskosten von 170 Franken und der Anklagegebühr von 1800 Franken, lauteten die Anträge.

Die Abhängigkeit ausgenützt

Der Beschuldigte habe die Abhängigkeit von Anna ausgenützt und sie zu sexueller Handlung verleitet. Denn von 2017 bis Mitte 2018 hat der als Taxifahrer tätige Sepp die behinderte Anna wie ein persönlicher Chauffeur auftragsgemäss sehr oft an verschiedene Orte gebracht. Während dieser Zeit hat er die junge Frau und auch deren Angehörige näher kennengelernt.

Der Angeklagte habe aufgrund seiner Kontakte als Taxichauffeur um die körperliche und kognitive Behinderung gewusst, die sich bei seiner Kundin nach aussen eindrücklich manifestierten. Ebenso sei ihm bewusst gewesen, dass sie bislang keine sexuellen Erfahrungen und Erlebnisse gehabt hatte, führte die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage aus.Obschon Sepp von der Behinderung und der Unerfahrenheit seines Fahrgastes wusste, kam er mit Anna körperlich in Kontakt.

Statt sie auf direktem Weg nach Hause zu fahren, legte er mit ihr wiederholt so genannte Drink-Stopps ein, ging mit ihr am eigenen Geburtstag in den Zirkus und besuchte mit Anna einen Tierpark. Durch alle diese intensiven Kontakte habe der Angeklagte bei Anna immer grössere Sympathie und Zuneigung erworben, so die Staatsanwaltschaft. Seine Bemühungen hätten folglich zu einem gesteigerten Interesse von Anna an ihm geführt, sodass sie sich deshalb gegen die sexuellen Handlungen auch nicht zur Wehr gesetzt habe.

Der wortkarge Angeklagte verweigerte die Aussage

Der eher schmächtige Angeklagte gab sich an der Verhandlung vor dem Bezirksgericht Bremgarten wortkarg und verweigerte die Aussage. Auf die Frage von Gerichtspräsident Lukas Trost, ob das Verfahren einen Einfluss auf seine Ehe habe, gab Sepp kleinlaut und knapp zu Protokoll: «Ja, schon...» Mehr war von ihm nicht zu erfahren.

«Anna war zum Zeitpunkt des Kontakts mit meinem Mandanten urteilsfähig und verliebt gewesen», hielt Sepps Verteidiger in seinem Plädoyer fest. Sie habe den Beschuldigten gerne getroffen und wollte von ihm in den Arm genommen werden. Sie habe sich bei Sepps Annäherungen nie gewehrt, die Küsse erwidert und sogar die Initiative ergriffen.

Da könne man nicht sagen, sein Klient habe eine Abhängigkeit ausgenützt. Mehr noch: Anna habe unter dem abrupten Abbruch der Beziehung gelitten. Sepp sei deshalb von Schuld und Strafe freizusprechen, beantragte der Verteidiger.

In der Tat gab es schliesslich einen Freispruch durch den Einzelrichter: Lukas Trost begründete sein Urteil damit, dass die Beziehung zwischen Sepp und Anna von freundschaftlicher Natur und nicht von einem Abhängigkeitsverhältnis geprägt war. «Der Auftrag des Beschuldigten als Taxichauffeur hat nichts mit einer Betreuungsfunktion zu tun gehabt», befand er.

Zudem habe sich Anna bereits in einem Alter befunden, in dem sie sehr wohl ein sexuelles Verhältnis pflegen durfte. «Strafrechtlich gesehen liegt somit keine Verfehlung des Beschuldigten vor, urteilte Lukas Trost. (aargauerzeitung.ch)

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21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Cityslicker 18.10.2019 08:47
    Highlight Highlight Zugegeben, ich finde die Geschichte auch verstörend. Ethisch problematisch, doch juristisch wohl nicht angreifbar. Was aber journi-handwerklich überhaupt nicht geht, ist die Zwischenüberschrift im Artikel: „Die Abhängigkeit ausgenützt“ - wenn gerade dieser Vorwurf der Anklage doch vom Gericht im ergangenen Urteil widerlegt wurde. Für Verurteilungen sind hierzulande immernoch Gerichte zuständig, Bauchgefühle von Journalisten sollten nicht in pseudosachlichen Berichten versteckt werden.
    • Shabaqa 18.10.2019 08:59
      Highlight Highlight Danke für den wichtigen Hinweis mit dem Zwischentitel. Hab ich glatt überlesen.
  • TingelTangel 17.10.2019 23:09
    Highlight Highlight Sie war - 18 körperlich und geistig behindert , er - 61 mit Auftrag als Fahrer. Und dann Verliebt sich die Junge Frau in ihn - nach ausser Planmässigen Ausflügen in denn Tierpark usw... ? Da wart man Anstand und geht auf Distanz, meldet die Bedürfnisse der Jungen Frau Bezugspersonen und nützt so etwas nicht aus - Sauhund ! das Urteil ein Skandal !
  • Hierundjetzt 17.10.2019 22:24
    Highlight Highlight Sie war behindert. Er spitz wie Nachbars Lumpi. Gut, hat das Umfeld sehr gut aufgepasst.

    Hier wurde aber zu einem grossen Teil die Behinderung des verliebten Mädchens zu nutze gemacht.

    Abmachen und für Sie da sein? Ab und zu eine freundschaftliche und herzliche Umarmung? Aber sicher doch! Das ist doch wunderbar! Alter egal. 😊

    Alles weitere? Nope.

    Das geht nicht.
    • Tobias W. 18.10.2019 04:02
      Highlight Highlight Wie sehr behindert „war“ sie denn? Wissen Sie da genaueres?

      Und wie spitz ist der Lumpi Ihres Nachbarn? Können Sie da vielleicht konkrete Angaben vorlegen? Ein Gutachten vielleicht?

      Oder sind Sie vielleicht einfach nur neidisch, weil Sie (mangels Kreativität und Einfühlsamkeit - was ich ja auch als Behinderung interpretieren könnte...) selber nicht darauf gekommen sind, eine Frau an ihrem Geburi in den Tierpark zu führen? Das Mädel hatte sicher Freude, jemandem zu gefallen!

      Wie öde wäre das Leben, wenn jeder nur das machen würde, was andere gut finden.

      Obwohl es sie nichts angeht...
    • Pümpernüssler 18.10.2019 06:56
      Highlight Highlight Ist die Zeitmaschine kaputt? Wir leben im Jahre 2019... Wieso darf eine Person mit Handicap keine sexuellen Erfahrungen machen?
    • sunnigs Türkis 18.10.2019 07:15
      Highlight Highlight Hierundjetzt, wieso nicht? Weil sie geistig und körperlich behindert ist darf sie nicht sexuell aktiv sein?
      Klar ist es wichtig genau hinzuschauen, aber einfach grundsätzlich nein sagen geht auch nicht!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bruno Wüthrich 17.10.2019 22:13
    Highlight Highlight Es ist wahrscheinlich schon ok, wenn bei geistig Behinderten etwas genauer hingeschaut wird. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber es ist gut, wenn anerkannt wird, dass alle Menschen Bedürfnisse haben. Wir können nicht den IQ-Test entscheiden lassen, wer Sex haben darf und wer nicht.
    Die Frau des Taxifahrers wird wohl aber keine Freude gehabt haben.
    • Tobias W. 18.10.2019 03:50
      Highlight Highlight Stimme 100% zu!

      Ausserdem, was sollte daran falsch sein: „Statt sie auf direktem Weg nach Hause zu fahren, legte er mit ihr wiederholt so genannte Drink-Stopps ein, ging mit ihr am eigenen Geburtstag in den Zirkus und besuchte mit Anna einen Tierpark. Durch alle diese intensiven Kontakte habe der Angeklagte bei Anna immer grössere Sympathie und Zuneigung erworben, so die Staatsanwaltschaft.“

      Ist doch normal! Jeder selber Schuld, der nicht mal mit seiner Freundin in den Tierpark geht, an ihrem Geburi. Ich bin mir sicher, das Mädel hat sich gefreut.
    • Corpus Delicti 18.10.2019 07:07
      Highlight Highlight Wenn ich beobachte, wie sich Eltern so verhalten (z.B. mit Zigi und Handy den Kinderwagen stossen, bei der Ernährung komplett versagen, "Antivaxx"), würde ich Sex äusserst gerne vom IQ abhängig machen.

      Abseits des Zynismus stimme ich Ihnen zu - auch wenn dieser Fall für den "Pöbel" natürlich gefundenes Fressen ist.
    • Shura 18.10.2019 12:15
      Highlight Highlight Oh ich würde mich hüten Eltern in Bezug auf ihre erzieherische Fähigkeit zu verurteilen, bloss weil man mal eben „etwas beobachtet“ hat. Ja, auch Eltern brauchen ein Telefon und haben Bedürfnisse, die zwischendurch mal erfüllt werden sollen. Auch Eltern haben schlechte Tage- das kannst du dann auch von aussen schön beobachten. Bedeutet aber nicht, dass sie immer so reagieren/ agieren wie gerade im beobachteten Moment. Mein Kind stört es nicht, wenn ich kurz auf watson bin, wenn es im Kinderwagen schläft! Da er zu Hause immer gesund isst, darf er auch seine 10 Pommes essen im Resti
    Weitere Antworten anzeigen
  • sa5 17.10.2019 21:54
    Highlight Highlight Im Graubereich zwischen NichtJa und NichtNein ist es schwer ein befriedigendes Urteil zu sprechen. Insbesondere wenn Implikationen wie grosser Alterunterschied und Behinderung im Spiel sind.

    Sexuelle Selbstimmung für Behinderte ist ein Tabu dass immer noch für rote Köpfe sorgt. Wie Frauen gelten Behinderte als gesellschaftliche Gruppe die fremdbestimmt werden darf.
    • TingelTangel 18.10.2019 17:17
      Highlight Highlight Stimmt einfach so nicht, es ist ein Thema das seit Jahren angegangen wird. Gerade wie das abgelaufen ist - Garantiert nicht so.
  • N. Y. P. 17.10.2019 21:50
    Highlight Highlight «Der Auftrag des Beschuldigten als Taxichauffeur hat nichts mit einer Betreuungsfunktion zu tun gehabt»

    Hui, da hat der Kuschelrichter mal wieder die richtige Begründung hervorgekramt, um den den 61jährigen laufen zu lassen.

    Das ist langsam so anödend, dieser Täterschutz.

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