IT-Systemprobleme bei Arbeitslosenkassen offenbar schon länger bekannt – die Sonntagsnews
Die Probleme des IT-Systems der Arbeitslosenkassen waren offenbar bekannt, die rechtlichen Hürden bei Warnungen vor Listerien und weshalb bei häuslicher Gewalt Täter oft über 50 Jahre alt sind:
Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
Probleme des IT-Systems der Arbeitslosenkassen waren offenbar bekannt
Die Verantwortlichen sollen nach Angaben von «SonntagsBlick» vorgängig von den Problemen des Auszahlungssystems der Arbeitslosenkassen Asal 2.0 gewusst haben. Die Staatssekretärin für Wirtschaft, Helene Budliger Artieda, und der Projektverantwortliche Jérôme Cosandey ignorierten die Befunde augenscheinlich, wie die Zeitung aufgrund interner Dokumente schrieb. Ihnen zufolge seien alle Probleme, die nach dem Start des Systems auftraten, vorher bekannt gewesen. Weder die Sicherheit noch die Architektur der Plattform erhielt laut «SonntagsBlick» von den Testern grünes Licht. Bei der Sicherheit hätten die Experten 71 Mängel gefunden, davon 27 mit hoher oder kritischer Priorität. «Alle als relevant eingestuften Sicherheitsprobleme wurden vor dem Go-Live behoben», teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft der Zeitung mit. Die nach dem Launch aufgetretenen Probleme seien «in dieser Ausprägung im Vorfeld nicht vorhersehbar» gewesen.
Keine Listerien-Warnung trotz Todesopfer
Der Bund hat nach Angaben von Tamedia trotz eines Todesopfers nicht vor Listerien in Käse gewarnt. Eine Blutprobe ergab letztes Jahr, dass sich jemand mit Listerien infiziert hat, wie die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» schrieben. Die hospitalisierte Person habe zuvor Raclette gegessen. Bei anschliessenden Tests seien Listerien im Raclettekäse nachgewiesen worden. Die betroffene Kuh sei rasch aus der Produktionskette genommen worden. Dennoch hätten sich zwei weitere Personen angesteckt – eine Person sei gestorben. Die rechtliche Voraussetzung für eine öffentliche Warnung sei nicht gegeben gewesen, teilte eine Sprecherin des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) mit. Der erlaubte Höchstwert bei Listerien liege bei 100 koloniebildenden Einheiten pro Gramm, schrieb Tamedia. Beim betroffenen Käse habe der Wert bei unter 10 gelegen. Das BLV habe Konsequenzen gezogen und die Anforderungen an genussfertige Lebensmittel verschärft.
Bereits 17 Frauen Opfer eines Femizids
Nach Angaben des Recherche-Projekts Stop Femizid in der «NZZ am Sonntag» sind in diesem Jahr bereits 17 Frauen Opfer eines Tötungsdelikts aufgrund ihres Geschlechts geworden. Die mutmasslichen Täter der beiden jüngsten Fälle seien über 50 Jahre alt. Wie die Lausanner Hochschulprofessorin Delphine Roulet-Schwab der «NZZ am Sonntag» sagte, verharren ältere Generationen oft viel länger in toxischen Abhängigkeiten. Die Situation explodiere in der zweiten Lebenshälfte, wenn eine einschneidende Veränderung wie eine Trennung oder die Pensionierung das Gefüge auf den Kopf stelle. In den meisten Fällen stehe der ehemalige oder aktuelle Partner unter Tatverdacht, schrieb die Zeitung. Für 2026 zeichne sich erneut eine hohe Anzahl ab – im vergangenen Jahr habe die Organisation 27 Femizide gezählt.
Kontrollen zeigen Missstände bei Güterwagen auf
Kontrollen fördern nach Angaben des Bundesamts für Verkehr (BAV) im «SonntagsBlick» immer wieder Missstände an Güterwagen zutage. Beschädigte oder unzureichend befestigte Planen, Risse an Bremssohlen oder gebrochene Gleitstückfedern zählte die Zeitung auf. Gleitstücke würden für die seitliche Stabilität der Wagen bei der Fahrt sorgen. Einen Radbruch habe das BAV bisher nicht identifiziert. Nach dem Radbruch im Gotthard-Basistunnel im Jahr 2023 hat das BAV die Sicherheitsregeln verschärft. Die Umsetzungsfrist für die wagentechnischen Untersuchungen verlängerte das Bundesamt im Herbst 2025 um ein Jahr bis Ende 2026.
Staatsanwaltschaft fehlen Unterlagen zu Crans-Montana
Der Staatsanwaltschaft fehlen laut «SonntagsBlick» im Fall Crans-Montana VS amtliche Unterlagen aus dem Jahr 2015. Die Unterlagen sollten Aufschlüsse über die Umbauarbeiten in der Bar «Le Constellation» geben, wie die Zeitung schrieb. Nach Angaben des früheren Gemeindepräsidenten von Chermignon, Jean-Claude Savoy, sollen die Akten demnach im Gemeindearchiv gelandet sein. Vor der Gemeindefusion sei Chermignon für die Bar zuständig gewesen. Der damalige Gemeindeschreiber sei verstorben. Ein Dokument von 2016 belegt laut «SonntagsBlick», dass der Gemeinderat von «Schallisolierungsarbeiten» in der Bar wusste. Hausdurchsuchungen bei der Gemeinde hätten bisher keine stattgefunden.
Swiss-Kabinenpersonal ignoriert Anweisung von Lufthansa
Das Kabinenpersonal der Swiss ignoriert nach Informationen der «NZZ am Sonntag» teils bewusst eine Anweisung des Mutterkonzerns Lufthansa. Seit Anfang Februar ist das Personal dazu angehalten, in Bordansagen zu erwähnen, dass die Fluggesellschaft zur Lufthansa Group gehört, wie die Zeitung schrieb. Drei unterschiedliche Quellen bestätigten der Zeitung, dass dies regelmässig ignoriert werde. Für Swiss-Mitarbeitende sei es offenbar schwer, sich mit der Lufthansa zu identifizieren, schrieb die Zeitung. «Wie in jedem Unternehmen gibt es zu vielen Themen unterschiedliche Meinungen», teilte ein Swiss-Sprecher mit. Man wolle den Dialog führen und die Hintergründe erklären. In Gesprächen mit Angestellten stellte die «NZZ am Sonntag» eine gewisse Resignation fest. Grund sei, dass sich die Konzernzentrale der Lufthansa-Gruppe mittlerweile überall einmische. Im Interview mit «SonntagsBlick» sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr: «Wir sind stolz, dass die Swiss zu uns gehört. Und die Swiss profitiert von der Zugehörigkeit zur Lufthansa-Gruppe.» Die Zeitung sprach ihn auf den Widerstand bei Durchsagen an.
Arbeit der Organisation Swissnex schwer nachzuvollziehen
Die Arbeit der Organisation Swissnex ist nach Worten der «NZZ am Sonntag» für Aussenstehende nur schwer nachzuvollziehen. Bei Indikatoren wie etwa der Finanzierung, Zielerreichung und Kundenzufriedenheit bleiben der Bund und Swissnex Transparenz schuldig, wie die Zeitung schrieb. Ein Grossteil der letztjährigen Ausgaben von knapp 14 Millionen Franken für das gesamte Swissnex-Netzwerk sei durch den Bund finanziert worden. In Partnerbeiträgen steckten zudem Gelder von Kantonen, Hochschulen oder bundesnahen Institutionen. Nächstes Jahr werde eine externe Überprüfung der Swissnex-Kosten publiziert.
Chirurg in Italien auf Schadenersatzzahlung verklagt
Ein ehemals in der Schweiz tätiger Chirurg ist laut der «SonntagsZeitung» in Italien zu einer Schadenersatzzahlung von gut 1.9 Millionen Euro verklagt worden. Die Forderung machten Angehörige einer Patientin geltend, wie die Zeitung schrieb. Die Patientin war demnach nach einem Eingriff des Arztes an Komplikationen verstorben. Zudem laufe in Rom ein Strafverfahren gegen den Arzt wegen fahrlässiger Tötung. Darüber habe die Zeitung bereits berichtet. Der Chirurg habe die Schweiz verlassen, nachdem der Kanton Zürich ein Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet habe. Zuvor habe er bereits in Deutschland zahlreiche Patientinnen und Patienten geschädigt, schrieb die «SonntagsZeitung» unter Berufung auf eigene Recherchen von damals. (sda)
