Schweiz
Arbeitswelt

10 Angriffe pro Tag auf SBB-Personal: Gewerkschaft warnt

10 Fälle pro Tag allein bei den SBB: Gewerkschaft schlägt Alarm wegen Gewalt im ÖV

02.09.2026, 09:4202.09.2026, 14:15

Gewalt gegen das Personal des öffentlichen Verkehrs ist laut der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) zu einer «traurigen täglichen Realität» geworden. Diese organisiert am Donnerstag einen zweiten Aktionstag unter dem Motto: «Jeder Angriff ist ein Angriff zu viel».

Beleidigungen, Drohungen, Anspucken oder körperliche Gewalt: Die Zahl der Angriffe auf das Personal des öffentlichen Verkehrs (ÖV) habe seit der Covid-19-Pandemie deutlich zugenommen und halte sich seither auf einem «alarmierenden» Niveau, wird SEV-Vizepräsidentin Barbara Keller in einer Mitteilung zitiert.

Keine genauen Daten vorhanden

Allein die SBB meldeten täglich rund zehn physische oder verbale Aggressionen auf ihr Personal. Gemäss der Polizeilichen Kriminalstatistik werden im Durchschnitt zwei Vorfälle pro Tag im öffentlichen Verkehr strafrechtlich verfolgt, da Gewalt gegen das ÖV-Personal ein Offizialdelikt ist.

Das Ausmass des Phänomens sei jedoch auf nationaler Ebene schwierig zu bestimmen, da umfassende Daten fehlten. Um Abhilfe zu schaffen, forderte der SEV die Einrichtung eines nationalen Monitorings für Angriffe auf das Personal des öffentlichen Verkehrs.

SEV-Präsident Matthias Hartwich forderte in der Mitteilung ausserdem mehr Entschlossenheit beim Schutz des Personals. Dies erfordere insbesondere genügend Personal, Doppelbegleitungen sowie eine systematische Unterstützung der Mitarbeitenden nach Angriffen.

In verschiedenen Schweizer Städten finden am Donnerstag zum Thema Aktionen der Gewerkschaft statt. (sda)

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