Neues Sicherheitspersonal soll gegen Gewalt im Zürcher ÖV helfen
Pro Jahr verzeichnen die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) gemäss eigenen Angaben zwischen 20 und 30 tätliche Angriffe auf ihr Personal.
Diese Zahl sei zwar konstant, sagt VBZ-Sprecherin Judith Setz dem Tages-Anzeiger: «Trotzdem nimmt das subjektiv wahrgenommene Bedrohungsgefühl bei den Mitarbeitenden zu.»
Um dem entgegenzuwirken, testen die VBZ nun ein neues Sicherheitskonzept. So werden künftig sieben zusätzlich ausgebildete Billettkontrolleure das Personal bei Einsätzen im ÖV begleiten, heisst es im Bericht. Sie sollen bei körperlichen Angriffen eingreifen und deeskalieren. Die VBZ nennen dies «Sicherheitsunterstützung im Ereignismanagement». Das zusätzliche Personal soll dabei bei einer Eskalation «die kritischen Minuten bewältigen, bis die Polizei eintrifft», sagt Setz.
Das neue Personal wird mit Schutzwesten und Pfefferspray ausgerüstet sein. Es kann Personen, die sich einer Kontrolle entziehen wollen, anhalten und auffällige Passagiere aus dem Fahrzeug verweisen. Solche Aufgaben wurden gemäss dem Bericht bis jetzt von einem Sicherheitsdienst, der von den VBZ beauftragt wurde, ausgeführt.
Einjähriger Pilotversuch
Für das neue Sicherheitskonzept wurden dabei keine neuen Jobs geschaffen. Die sieben Mitarbeitenden waren zuvor alle schon im Ereignismanagement tätig. Für die neue Aufgabe wurden diese 28 Tage lang geschult, der Fokus lag dabei auf der gewaltfreien Kommunikation sowie der Abwehr von tätlichen Angriffen.
Das Sicherheitsprojekt wird nun ein Jahr lang getestet, in sechs Monaten will man eine erste Zwischenbilanz ziehen. Dabei werden die bisherigen Fälle ausgewertet sowie die Meinungen der Passagiere eingeholt. Ob das Sicherheitskonzept weiter betrieben wird, wird dann in einem Jahr definitiv entschieden. (ome)
