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SBB: Angriffe auf Zugpersonal in der Schweiz werden immer brutaler

A train conductor of the Swiss Federal Railways checks passenger's tickets on a train travelling from Zurich to Lucerne, Switzerland, on March 20, 2017. (KEYSTONE/Christian Beutler)
Werden nicht immer freundlich behandelt: Eine Zugbegleiterin bei der Arbeit. (Symbolbild)Bild: KEYSTONE

SBB schlagen Alarm: Angriffe auf Zugpersonal in der Schweiz werden brutaler

Es gibt nicht mehr Fälle, dafür werden die Angriffe auf Zugbegleiter gewaltsamer. Vergangenen Monat wurden 20 Leute wegen renitenten Verhaltens gegenüber dem Bahnpersonal verurteilt.
20.07.2025, 08:4420.07.2025, 12:12

Pro Tag gibt es in der Schweiz laut Angaben der SBB etwa zehn Fälle von verbalen oder physischen Attacken auf Zugpersonal, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Aufs Jahr hochgerechnet sind das also etwa 3600 Fälle. Diese Zahl steigt laut den SBB-Verantwortlichen zwar nicht spürbar an, jedoch nimmt die Aggression bei den Vorfällen zu.

SBB-Sprecher Moritz Weisskopf sagt gegenüber der Zeitung:

«Die SBB beobachten, dass Aggression gegenüber Mitarbeitenden und unter Reisenden in den letzten Jahren gröber geworden sind.»

Diese Entwicklung bereite Sorgen. Und sie erfordert Massnahmen. So erhalten Mitarbeitende mittlerweile «verstärkt Schulungen im Bereich Deeskalation».

Die geschilderten Vorfälle haben es in sich. Kontrollverweigerer, die bei der Flucht handgreiflich werden, Handgreiflichkeiten während dem Ausstellen von Bussen und grobe verbale Entgleisungen finden sich darunter. Ein Mann hat, nachdem er beim Schwarzfahren überführt worden war und eine weitere Busse ausgestellt bekam, gar kurzerhand seine Hose heruntergezogen und die Genitalien entblösst – vor der Kondukteurin, die mit einer Lernenden unterwegs war.

Auch ein renitenter kiffender Fahrgast sorgte bei einer Kontrolle für Stirnrunzeln: Er verweigerte eine Durchsuchung seiner Jacke, da der Verdacht auf Drogenbesitz bestand – und rauchte seinen Joint schamlos weiter.

Aus den 20 Vorfällen aus dem Zeitraum zwischen dem 10. Juni und dem 10. Juli geht hervor, dass die Hälfte der Verurteilten Ausländer sind, die andere Hälfte Schweizer. Bei den ausländischen Delinquenten handelt es sich grossmehrheitlich um junge Männer aus afrikanischen Staaten, bei den Schweizern waren die Verurteilten über alle Altersgruppen verteilt. Exakte Statistiken über längere Zeiträume gibt es derzeit nicht. (con)

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