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Jungfraubahn: Drohungen gegen Bergbahnpersonal nehmen immer mehr zu

A train of the Jungfraubahn railway departs from the station on the Kleine Scheidegg to go back to Wengen in the Bernese Oberland, Switzerland, pictured on March 2, 2005. The Eiger mountain with the E ...
Der Ton gegenüber dem Bergbahnpersonal wird rauer. Bild: KEYSTONE

Drohungen nehmen auch gegen Bergbahnpersonal immer mehr zu

Nicht nur gegenüber dem Zugpersonal, auch gegenüber Kontrolleuren der Bergbahnen wird der Ton immer schärfer. Nun ist ein runder Tisch geplant.
17.03.2026, 10:4417.03.2026, 10:44

Erst kürzlich haben die SBB Alarm geschlagen, dass Angriffe gegenüber dem Zugpersonal immer brutaler würden. Wie das SRF nun berichtet, beschränkt sich das Problem aber nicht nur auf Personal in Zügen, sondern wird vermehrt auch bei den Bergbahnen beobachtet.

So würde es auch dort zu immer mehr Zwischenfällen kommen, sagt Matthias Hartwich, Präsident der Gewerkschaft des Verkehrspersonals: «Unsere Leute werden im Freizeitverkehr geschubst und beschimpft – es ist kaum vorstellbar.»

Gleich sieht es auch Lukas Mathyer, Leiter des Zugdienstes der Jungfraubahnen, gegenüber SRF: «Der Ton wird rauer – vor allem seit der Coronapandemie ist der Respekt kleiner geworden.» Es brauche nicht viel, dass eine Situation eskaliere, so Mathyer. «Meist haben die Kundinnen und Kunden das Gefühl, im Recht zu sein.»

Drohung, das Personal zu filmen

Vor allem eine Entwicklung macht den Verantwortlichen der Jungfraubahnen zu schaffen: Immer mehr Personen drohen dem Bergbahnpersonal, die Konfrontation zu filmen und dann ins Netz zu stellen. Das gehe sogar so weit, dass das Bahnunternehmen eine Kampagne starten musste, die darauf hinweist, man soll die Privatsphäre des Personals respektieren.

Seit Kurzem zeigt das Bahnunternehmen darum auf seinen Bildschirmen eine Anzeige mit dem Aufruf: «Respect privacy – no filming our staff».

Immerhin: Im Vergleich zum Zugpersonal wurde bei den Jungfraubahnen noch keine körperliche Gewalt registriert. Beleidigungen und Beschimpfungen beschäftigen das Personal aber trotzdem. Lukas Mathyer sagt im Bericht: «Ich musste lernen, damit umzugehen. Ich lasse meine Uniform immer bei der Arbeit.» Denn die Leute würden ihn nicht persönlich beschimpfen, sondern den Bahn-Angestellten.

Die Gewerkschaft SEV fordert deshalb, dass das Personal auch während des Tages nie allein unterwegs ist.

Runder Tisch geplant

Bei den Jungfraubahnen sieht man jedoch noch keinen Handlungsbedarf. Was bereits durchgeführt wird, sind Verhaltenskurse für das Personal, in denen der Umgang mit schwierigen Situationen geschult wird. Zudem sei noch vor dem Sommer ein runder Tisch mit Transportunternehmen und Betroffenen geplant. Auch das Bundesamt für Verkehr soll daran teilnehmen. (ome)

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Bald trägt das SBB-Personal freche rote Kragen, aber was war davor? Die Uniformgeschichte in Bildern
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Bald trägt das SBB-Personal freche rote Kragen, aber was war davor? Die Uniformgeschichte in Bildern
Eine Schnellzugskomposition mit einer A3/5-Lok der damals noch privaten Gotthardbahn in den Bergen um 1902 in Brunnen.
quelle: foto service sbb / str
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Ansturm auf die Titlis Bergbahn in Engelberg
Video: watson
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Die beliebtesten Kommentare
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Kolleg_Essig
17.03.2026 12:08registriert Mai 2016
Da gibt es nur eins: Konsequent nachverfolgen und entsprechende Verurteilungen und Verbote aussprechen. Gewalt gegenüber Dienstleistern im öffentlichen Raum geht GAR NICHT. Weder gegenüber Pflegepersonal noch gegenüber Bahnmitarbeitern. Aber es ist wie bei den Fussball-"Fanioten". Man unternimmt nichts, weil man ja irgendwem oder irgendeiner Gruppe auf die Füsse treten könnte.
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