Die Zahl der in der Schweiz arbeitenden Grenzgängerinnen und Grenzgänger ist in diesem Jahr weiter angestiegen: Ende Juni waren es genau 398'569, wie aus den neusten Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervorgeht. Damit ist ihre Zahl so hoch wie nie zuvor. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Besitzer eines Ausweises G um fast 20 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Anstieg 3 Prozent.
Die Grenzgängerinnen und Grenzgänger sind in der Schweiz allerdings nicht gleichmässig verteilt. Die Kantone Genf (110'000), Waadt (79'000) und Tessin (45'000) heissen am meisten ausländische Arbeitskräfte willkommen. Sechs von zehn Arbeitnehmenden stammen dort aus dem Ausland, andere Grenzkantone wie der Kanton Wallis und Schaffhausen weisen dagegen deutlich niedrigere Werte auf.
In den Zentralschweizer Kantonen sind die Grenzgängerinnen und Grenzgänger (logischerweise) deutlich seltener. So gibt es in Appenzell Innerrhoden nur rund 100, in Glarus 58 und in Uri 43 Grenzgängerinnen und Grenzgänger.
Diese Dynamik spiegelt sich auch auf Gemeindeebene wider, wie die folgende Karte zeigt: Je näher an der Grenze, desto höher ist die Zahl der Grenzgängerinnen und Grenzgänger sowie der Anteil der von ihnen besetzten Arbeitsplätze.
Es überrascht nicht, dass die grossen Städte sehr viele ausländische Arbeitskräfte anziehen. Genf (rund 44'000), Basel (34'000) und Lugano (16'000) weisen die höchsten Werte auf, aber auch einige deutlich kleinere Gemeinden stechen aus der Masse heraus. Beispielsweise Satigny im Kanton Genf, das mit rund 4000 Einwohnenden mehr Grenzgängerinnen und Grenzgänger aufweist als die Stadt Zürich.
In Satigny besetzten die Grenzgängerinnen und Grenzgänger fast 43 Prozent aller Arbeitsplätze (die Schätzung basiert auf den letzten verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2021). Eine Situation, die in sehr vielen grenznahen Gemeinden zu beobachten ist. In Zwischbergen VS und Castel San Pietro TI beispielsweise liegt der Anteil gar bei über 80 Prozent, während in Grens VD, Stabio TI, Boncourt JU und Novazzano TI mehr als 70 Prozent der Arbeitsplätze von ausländischen Arbeitnehmern besetzt sind.
Mit 230'000 oder rund 58 Prozent stammen die meisten ausländischen Arbeitskräfte in der Schweiz aus Frankreich. Aus Italien pendeln 91'000 (23 Prozent) zur Arbeit täglich in die Schweiz, aus Deutschland sind es 65'000 (16 Prozent).