Deshalb glaubt Jans' Departement, die Schweiz brauche keine Panzer mehr
Nach der Strategie des Bundesrats soll sich die Landesverteidigung stärker auf Cyberabwehr und Luftverteidigung konzentrieren. Wie der Blick berichtet, sollen interne Dokumente nun zeigen, dass gewisse Mitglieder des Gremiums die Armee noch stärker hätten verändern wollen.
20 Prozent der Mittel bleiben für die Bodentruppen übrig. Die anderen 80 Prozent sind für Cyberabwehr und Luftverteidigung vorgesehen. «Auf einen 1:1-Ersatz schwerer Wirkmittel, wie Panzer und Schützenpanzer, wird verzichtet.»
Allen voran SP-Bundesrat Beat Jans' Justizdepartement (EJPD) soll in seiner Stellungnahme klargemacht haben, dass es Kampfpanzer für veraltet hält. Schweres Gerät soll durch moderne und günstigere Drohnen und Robotik ersetzt werden. Das Wirtschaftsdepartement von SVP-Bundesrat Guy Parmelin pflichtet ihm bei. Aus Finanzierungssicht sei der Verzicht auf neue Panzer verständlich und realistisch.
Die Gefahr eines «umfassenden Angriffs», welche ebenfalls in der Strategie erwähnt wird, scheint das EJPD anders zu bewerten als das Verteidigungsministerium. «Denkt man hier an Russland, das bereits an der Grenze zur Schweiz stehen könnte?», schreibt es in seiner Stellungnahme. Ein solches Szenario hielte das Departement von Beat Jans für sehr «unrealistisch». In diesem Fall wären auch die umliegenden Staaten involviert, weil dabei von einem grossflächigen Krieg auszugehen sei.
Die einzige Alternative zu einem russischen Angriff sei, dass ein Nachbarstaat die Schweiz angreifen und besetzen wollen würde. Für Jans' Beamte sei dies kaum vorstellbar, schreibt die Zeitung.
Trotz des finanziellen Schwerpunkts auf Cyberabwehr und Luftverteidigung sollen die Fähigkeiten im Bodenkampf erhalten und möglichst weiterentwickelt werden, beteuert die Armee. Mit dem Ergänzen oder teilweisen Ersetzen von klassischen Waffensystemen durch moderne und günstigere Alternativen soll die Fähigkeit der Abwehr eines umfassenden militärischen Angriffs dennoch erhalten bleiben. (nil)
