Keine Schutzbrille erwischt? So kannst du die Sonnenfinsternis trotzdem sehen
Heute Abend geht bei vielen der Blick gen Himmel, denn es gibt die grösste partielle Sonnenfinsternis seit 1999. Der Mond wird dabei je nach Standort zwischen 91 und 93 Prozent der Sonne verdecken. Das Ereignis beginnt gegen 19.24 Uhr und erreicht seinen Höhepunkt zwischen 20.15 und 20.20. Mit dem Sonnenuntergang gegen 20.45 Uhr findet das Phänomen schliesslich sein Ende.
Auch in der Schweiz wollen die Leute das Phänomen beobachten und versuchen, auf den letzten Drücker eine Schutzbrille zu ergattern. In den meisten Geschäften sind die Schutzbrillen jedoch ausverkauft. Wer versucht, bei Optikergeschäften anzurufen, landet vielfach beim Besetztzeichen – ein Durchzukommen ist fast unmöglich.
Wo es trotzdem noch Restbestände gibt, bilden sich lange Warteschlangen. Vor dem Fotogeschäft Zumstein in Bern stellten sich am Dienstag Hunderte Menschen für die begehrten Brillen an. Am Abend waren sie dann ausverkauft. Allerdings soll es auch am Mittwoch nochmals welche geben, schreibt die «Berner Zeitung». Verkauft werden die Brillen ab 13 Uhr. Laut eines aufgehängten Zettels wird das Ganze aber auf 15 Uhr verschoben. Ähnliche Informationen gibt es zum Geschäft in Zürich:
Schon jetzt hat sich vor dem Geschäft eine Warteschlange gebildet.
Ausverkauft ist auch das Buch «Sonnenfinsternis über Europa» von Werner E. Celnik für 16.90 Franken. Zum Buch gab es eine Schutzbrille dazu.
Hohe Wiederverkäufe
Einige versuchen, aus der Not Profit zu schlagen, und verkaufen ihre Schutzbrillen zu horrenden Preisen auf Ricardo, Tutti und Co. Brillen, die neu rund drei Franken gekostet haben, werden beispielsweise für 195 Franken weiterverkauft.
Auch bei Tutti sind die Preise happig. Ein Anbieter verlangt beispielsweise für zehn Stück der Schutzbrillen 435 Franken. Bei Angeboten auf Online-Marktplätzen soll man aber vorsichtig sein: Hier ist nicht immer klar, ob die Brille tatsächlich der Norm entspricht oder ob sie beschädigt oder gefälscht ist. Brillen sollten, wenn möglich, originalverpackt gekauft werden. Auch alte Brillen, die bereits beschädigt sind, sollten nicht mehr verwendet werden.
Auch wer keine Brille ergattern konnte, soll aber nicht ohne in den Himmel starren. Behörden und Fachleute warnen eindringlich vor dem direkten Blick in die Sonne ohne zertifizierten Schutz. Auch normale Sonnenbrillen oder selbstgebastelte Filter bieten keinen ausreichenden Schutz und könnten zu schweren Augenschäden führen. Ebenfalls soll nicht ohne Schutzfilter fotografiert werden.
Alternativen für die Schutzbrille
Als Ausweichlösung kann eine zertifizierte Sonnenfilterfolie – eigentlich für Teleskope gedacht – in Abschnitte geschnittene dienen. Bei den Folien handelt es sich um dieselbe zertifizierte Folie wie bei regulären Sonnenfinsternisbrillen. Allerdings könnte es auch hier schwer sein, noch welche zu finden.
Einfacher ist das Basteln einer Lochkamera. So geht's:
- Karton oder Chipsröhre mit Klebeband gut gegen Licht abdichten.
- Eine Seite des Kartons ausschneiden und Butterbrotpapier oder Backpapier über die offene Seite kleben.
- Auf die gegenüberliegende Seite ein kleines Loch bohren. Das Sonnenlicht fällt durch das kleine Loch auf eine helle Fläche (das Butterbrotpapier) und projiziert dort ein Abbild der Sonne.
