Schweiz
Blaulicht

Grossfahndung im Aargau: Zwei Häftlinge aus Bezirksgefängnis Baden geflüchtet

Die Aufnahme des Bauarbeiters Ali Aliu zeigt das Bezirksgebaeude, in welchem auch die Kantonspolizei und das Bezirksgefaengnis untergebracht sind, mit am Dach befestigtem zusammengeknuepften Leintuech ...
Sie entkamen über das Dach mit Hilfe eines aus Bettwäsche hergestellten Seils. Dieses war mehr als zehn Meter lang.
Bild: KEYSTONE

Filmreif: Badener Ausbrecher haben Gitterstab durchsägt und sich mit Leintüchern abgeseilt

19.07.2016, 06:4419.07.2016, 15:42

Aus dem Bezirksgefängnis Baden AG sind in der Nacht auf Dienstag zwei Häftlinge ausgebrochen. Für die Flucht aus dem Bezirksgefängnis hatten zwei Rumänen zunächst einen Gitterstab durchtrennt, wie das kantonale Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) mitteilte. Sie entkamen über das Dach mit Hilfe eines aus Bettwäsche hergestellten Seils. Dieses war mehr als zehn Meter lang. Sie befanden sich wegen Einbruchdiebstählen im vorzeitigen Strafvollzug.

Ausbruch Gefängnis Baden: Fechete Gheorghe, 16.02.1977, rumänischer

Staatsangehöriger, 179 cm, schlanke Statur
Fechete Gheorghe, 16.02.1977, rumänischer Staatsangehöriger, 179 cm, schlanke Statur.
Gefängnis Baden: Rostas Crisan, 13.04.1983, rumänischer Staatsangehöriger,

163 cm, schlanke Statur
Rostas Crisan, 13.04.1983, rumänischer Staatsangehöriger, 163 cm, schlanke Statur.

Eine Vollzugsangestellte bemerkte den Ausbruch der Männer kurz nach 3.00 Uhr. Die Aargauer Kantonspolizei leitete eine Grossfahndung ein, die in den Morgenstunden eingestellt wurde. Mehrere Diensthunde standen im Einsatz. Auch ein Armeehelikopter mit Nachtsichtgerät war aufgeboten worden.

Die Männer sind auf der Flucht. Es handelt sich um einen 39- und einen 33-jährigen Rumänen. Polizeisprecher Bernhard Graser geht davon aus, dass sich die Flüchtigen ins Ausland absetzen wollen oder bereits nicht mehr in der Schweiz sind. Es bestünden keine Hinweise auf eine besondere Gefährlichkeit, hiess es.

Nur ein Vollzugsangestellter anwesend

Im Bezirksgefängnis Baden ist in den Nachtstunden einzig ein Vollzugsangestellter anwesend. Dieser hat Bereitschaftsdienst, wie der Regierungsrat Ende Mai in der Stellungnahme zu einer Interpellation im Kantonsparlament ausführte.

Der Angestellte muss nur bei Bedarf - etwa Zellennotruf oder Eintritt einer verhafteten Person - Dienst leisten. In den grösseren Bezirksgefängnissen Aarau, Kulm und Zofingen haben zwei Personen Bereitschaftsdienst.

Die Aufnahme des Bauarbeiters Ali Aliu zeigt den Blick von einem Baukran das Dach des Bezirksgebaeudes, in welchem auch die Kantonspolizei und das Bezirksgefaengnis untergebracht sind, mit am Dach bef ...
Flucht über das Dach.
Bild: KEYSTONE

Bereits 2011 filmreife Flucht

Bereits im Januar 2011 war das Gefängnis im Badener Bezirksgebäude Schauplatz einer filmreifen Flucht gewesen. Drei jüngere Untersuchungshäftlinge aus dem Kosovo sowie aus Moldawien und RumänIen brachen in einer Nacht auf Sonntag aus dem Gefängnis aus.

Die Männer, die wegen Vermögensdelikten und Sachbeschädigungen in Haft sassen, hatten sich zusammen in einer Dreierzelle im dritten Stock befunden. Sie seilten sich an Leintüchern aus einem Fenster rund 15 Meter in Tiefe ab. Die letzten drei Meter sprangen sie in die Tiefe. Zuvor hatten sie sich gewaltsam Zugang zum Laubengang des Gefängnisses verschafft.(whr/sda)

Aktuelle Polizeibilder: Betrunkener Auslandschweizer wähnte sich im Linksverkehr

1 / 95
Aktuelle Polizeibilder: Lagergebäude durch Brand beschädigt
2.3.2020, Bremgarten (AG): Mehrere Feuerwehren rückten nach Bremgarten aus, nachdem ein Brand in einer Liegenschaft ausgebrochen war. Personen wurden keine verletzt. Die Kantonspolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.bild: kapo Aargau
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
8 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
SandroSommer
19.07.2016 09:20registriert März 2014
"schlanke statur" beim rostas finde ich etwas gemein. der sieht aus wie ein bär (obowhl nur 1.63 gross)
00
Melden
Zum Kommentar
8
Raiffeisen-Prozess: Je nach Richter kann das Urteil anders ausfallen
Der Strafverteidiger Andreas Josephsohn erklärt im Interview, wie sich die lange Zeitdauer auf den Prozess auswirkt – und wieso der Richter, der die Klage gegen Pierin Vincenz und Co. zuerst nicht behandeln wollte, trotzdem urteilen darf.
Die Urteile der ersten Gerichtsinstanz liegen im Raiffeisen-Prozess bereits mehr als vier Jahre zurück. Wer profitiert davon, dass die Mühlen der Justiz so langsam mahlen?
Andreas Josephsohn: Wirklich profitieren tut in der Regel niemand. Die Wahrheitsfindung wird aber immer erschwert, wenn viel Zeit verstreicht. Insbesondere nimmt das Erinnerungsvermögen der Zeugen ab. Das kann sich jedoch auf beide Seiten auswirken, zugunsten oder zuungunsten eines Beschuldigten. Wenn zu viel Zeit verstrichen ist, erlaubt das Gesetz eine gerichtliche Beurteilung nicht mehr, und es tritt die Verjährung ein. Das ist aber sehr selten der Fall und auch nur dann, wenn nicht schon einmal ein Urteil gefällt wurde. Sobald ein erstinstanzliches Urteil vorliegt, was im Fall Raiffeisen gegeben ist, kann eine Verjährung nie mehr eintreten.
Zur Story