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Sind wieder sehr gefordert: Ein Contact Tracer ruft Corona-Infizierte und Kontaktpersonen an.
Sind wieder sehr gefordert: Ein Contact Tracer ruft Corona-Infizierte und Kontaktpersonen an.Bild: keystone

Nicht alle werden kontaktiert – Contact Tracing in mehreren Kantonen am Anschlag

Im Kanton Graubünden und im Kanton Nidwalden können Corona-Infizierte und Kontaktpersonen nicht in allen Fällen innerhalb 24 Stunden informiert werden.
18.11.2021, 21:0526.11.2021, 07:50

Die Corona-Fallzahlen in der Schweiz steigen weiter rasant an. Am Donnerstag meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 6017 Neuinfektionen. Dies fordert die kantonalen Contact-Tracing-Stellen, welche Betroffene und deren Kontaktpersonen informieren sollen.

Das Contact Tracing ist wichtig, um das Virus einzudämmen und eine weitere Verbreitung zu verhindern. Funktioniert das Contact Tracing nicht mehr, kommt dies einem Kontrollverlust gleich, da nicht mehr gesagt werden kann, wo sich das Virus ausgebreitet hat.

Stellt sich die Frage: Kommt das Contact Tracing angesichts der steigenden Fallzahlen noch nach? Lukas Engelberger, der Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz, sagte am Donnerstag in Bern: «Es ist mir namentlich nicht bekannt, dass das Contact Tracing nicht mehr funktionieren würde.»

Überlastungen beim Contact Tracing sind ihm nicht bekannt: Lukas Engelberger am Donnerstag zusammen mit Alain Berset in Bern.
Überlastungen beim Contact Tracing sind ihm nicht bekannt: Lukas Engelberger am Donnerstag zusammen mit Alain Berset in Bern.Bild: keystone

Engpässe in Graubünden und Nidwalden

Fragt man jedoch bei den Kantonen nach, stellt sich heraus, dass es durchaus Engpässe beim Contact Tracing gibt. Am Dienstag informierte etwa der Kanton Graubünden darüber, dass die Contact Tracer letzte Woche zeitweise bis zu 300 Fälle im Rückstand waren.

Die positiven Fälle seien zwar per SMS benachrichtigt worden, sagte Rudolf Leuthold, Leiter des kantonalen Gesundheitsamtes, gegenüber dem Regionaljournal von Radio SRF. Diese Menschen wussten zwar, dass sie infiziert sind. Weil das Contact Tracing sie aber nicht mehr am selben Tag kontaktieren konnte, kannte es deren Kontaktpersonen nicht und konnte deshalb diese nicht benachrichtigen. «Es gab Personen, die zwei bis drei Tage warten mussten oder ganz vergessen gingen», erklärte er.

Das Gesundheitsamt des Kantons Graubünden kündigte an, weiteres Personal zu rekrutieren, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen.

«Es ist angesichts derart stark steigender Fallzahlen möglich, dass in den nächsten Wochen im Contact Tracing Verzögerungen entstehen können.»
Kanton Aargau

Zusätzliches Personal wird auch im Kanton Aargau mobilisiert, wie das Departement für Gesundheit und Soziales gegenüber watson auf Anfrage schreibt. Dafür gebe es einen vorhandenen Personalpool des Covid-19-Programms. Momentan könne man sicherstellen, dass die Betroffenen und deren Kontaktpersonen innerhalb 24 Stunden kontaktiert würden, heisst es aus dem Aargau. Aber: «Es ist angesichts derart stark steigender Fallzahlen möglich, dass in den nächsten Wochen im Contact Tracing Verzögerungen entstehen können.»

Im Kanton Nidwalden, wo die 7-Tage-Inzidenz schweizweit am höchsten ist, hat das Contact Tracing Mühe, mit den vielen neuen Corona-Fällen nachzukommen. «Das Contact Tracing ist aufgrund der momentan hohen Inzidenz im Kanton Nidwalden sehr stark ausgelastet. Die Fachstelle Corona ist dabei, die Ressourcen temporär aufzustocken», heisst es auf Anfrage. «Das Contact Tracing ist weiterhin bemüht, alle Infizierten und Kontaktpersonen innert 24 Stunden telefonisch zu kontaktieren, im Moment kann dies aber nicht in allen Fällen garantiert werden.»

Besser läuft das Contact Tracing im Kanton Zürich. «Wir sind nicht am Anschlag», heisst es aus der Gesundheitsdirektion. Die hohen Fallzahlen würden aber auch sie fordern. Ähnlich klingt es aus dem Kanton Schaffhausen. Trotz der Fallzahlen funktioniere das Contact Tracing sehr gut.

Bereits sind also einige Kantone mit dem Contact Tracing wieder am Anschlag. Andere können die Arbeitslast hingegen noch stemmen. Ob sie dies auch noch können, wenn sich die Fallzahlen wie aktuell alle zwei Wochen verdoppeln, wird sich weisen.

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Video: watson/Emily Engkent
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