Schweiz
Daten

Abstimmung am 27. September 2026: Umfragen, Finanzierung und Resultate

Am 30. Juli 2026 veröffentlicht YouGov Schweiz erste Abstimmungsumfragen zur Abstimmung im September 2026.
Die Schweizer Stimmbevölkerung trifft am Sonntag Entscheidungen an der Urne.Bild: keystone/watson

Was du vor dem Abstimmungssonntag wissen willst

Die Schweiz befindet am Sonntag über zwei nationale Vorlagen: die Neutralitäts- und die Ernährungsinitiative. Worum es genau geht, wer wie viel Geld für den Abstimmungskampf ausgegeben hat und was die Umfragen vor dem Abstimmungssonntag sagen, erfährst du hier.
26.09.2026, 19:5926.09.2026, 19:59

Am Sonntag ist es so weit, die Schweizer Stimmbevölkerung befindet an der Urne über zwei nationale Vorlagen. Einerseits wird über die Neutralitätsinitiative der SVP, andererseits über die Ernährungsinitiative abgestimmt. Hier findest du alle Informationen, die du vor dem Abstimmungssonntag brauchst:

Neutralitätsinitiative

Ein Abstimmungsplakat vom Komitee "Wahrung der Schweizer Neutralitaet" mit dem Slogan "Kein Krieg. Ja zur Schweizer Neutralitaet" wirbt fuer ein Ja zur "Wahrung der schweizeri ...
Sie waren kaum zu übersehen: die Plakate der Initiantinnen und Initianten der Neutralitätsinitiative.Bild: keystone

Darum geht es

Die Schweizer Neutralität ist bereits in der Verfassung verankert. Nun will diese Initiative der SVP diese ausbauen. Hinzugefügt werden soll, dass die Neutralität «immerwährend» und «bewaffnet» sei. Die Schweiz soll sich zudem verpflichten, keinem Militärbündnis beizutreten, solange sie nicht angegriffen wird. Weiter soll sich die Schweiz auch nicht an EU-Sanktionen gegen andere Staaten beteiligen. Wie das genau funktionieren soll, erfährst du im Video:

Video: watson/Yann Legacher, Michael Shepherd

Finanzierung im Abstimmungskampf

Die Befürworter der Neutralitätsinitiative haben mit etwa 3,84 Millionen Franken am meisten Geld in den Abstimmungskampf gesteckt. Die Gegner der Vorlage hingegen legten Finanzierungen über 1,67 Millionen Franken offen, wie Daten der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) zeigen.

Über zwei Millionen Franken der Pro-Kampagne stammen von Christoph Blocher und 1,3 Millionen Franken von Pro Schweiz. Die SVP hat 50'000 Franken zur Verfügung gestellt. Auf Seiten der Gegner steuert der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse mit 1,2 Millionen Franken am meisten Mittel bei. Dazu kommen Gelder von der SP (367'000 Franken) und der Operation Libero (100'000 Franken).

Das sagen die Umfragen

Die SVP-Initiative hatte bei allen Umfragen einen schweren Stand. Bei den Befragungen im August konnte die Initiative zwar in zwei Fällen die Mehrheit für sich beanspruchen, je näher der Abstimmungssonntag jedoch rückte, desto mehr legten die Gegnerinnen und Gegner zu. In der zweiten Welle aller drei Umfrageinstitute kommt das Nein-Lager auf deutlich über 60 Prozent.

Wie die Befragung von YouGov Schweiz vom 15. September zeigt, verfingen bei den Gegnerinnen und Gegnern der Initiative besonders die Argumente, dass die Initiative isolationistisch und unnötig sei. Die Befürworterinnen und Befürworter hingegen sehen eine Stärkung der Neutralität.

Die Resultate

Findest du am Sonntag ab 12 Uhr hier.

Neutralitätsinitiative

Ausgezählt: 0/26 | Stand: Noch keine Resultate

0 Stände

0 Stände

  • Kantone
  • Gemeinden

Ernährungsinitiative

Schweizer Masthuehner fuer die Optigal-Produktion der Migros in einem Mastbetrieb in Hoechstetten, am Donnerstag, 3. September 2026. Die Migros entwickelt ihre wichtigste und groesste Gefluegel-Eigenm ...
Die Ernährungsinitiative will die Schweizer Landwirtschaft stärker auf pflanzliche Nahrungsmittel ausrichten.Bild: keystone

Darum geht es

Diese Initiative fordert, dass die Schweiz mehr Lebensmittel für den eigenen Gebrauch im Inland produziert. So soll der eigene Konsum zu 70 Prozent über in der Schweiz hergestellte Nahrung gedeckt werden. Dafür soll die Schweizer Landwirtschaft stärker auf pflanzliche und weniger auf tierische Lebensmittel setzen. Mehr dazu erfährst du im Video:

Video: watson/Hanna Hubacher, Michael Shepherd

Finanzierung im Abstimmungskampf

Bei der Ernährungsinitiative hat das gegnerische Lager laut der EFK 1,63 Millionen Franken budgetiert. Unterstützt wird die Nein-Kampagne vor allem von Verbänden der Fleisch- und Milchindustrie sowie von Gallosuisse und dem Schweizer Bauernverband (SBV). Der Verein «Sauberes Wasser für alle», der hinter dem Volksbegehren steht, hat demgegenüber ein Budget von 720'000 Franken gemeldet.

Das sagen die Umfragen

Auch die Ernährungsinitiative hat vor dem Abstimmungssonntag einen schweren Stand. Ähnlich wie die Neutralitätsinitiative erfährt sie bei allen drei Umfrageinstituten eine Ablehnung von deutlich über 60 Prozent. «Nach aktuellem Stand droht sowohl der Neutralitätsinitiative als auch der Ernährungsinitiative eine deutliche Ablehnung an der Urne», schreibt YouGov Schweiz Mitte September zu den Ergebnissen.

Bei der Befragung nach den Argumenten für eine Ablehnung der Initiative gab ein Grossteil der Befragten an, die Initiative sei zu extrem.

Die Resultate

Findest du am Sonntag ab 12 Uhr hier.

Ernährungsinitiative

Ausgezählt: 0/26 | Stand: Noch keine Resultate

0 Stände

0 Stände

  • Kantone
  • Gemeinden

(mit Material der sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das waren die bisher knappsten Abstimmungen in der Schweiz
1 / 18
Das waren die bisher knappsten Abstimmungen in der Schweiz

Bundesbeschluss über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR)
Abgestimmt am: 06.12.1992
Ergebnis: abgelehnt
Stimmenunterschied: 23'836

quelle: keystone
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Clash in der Abstimmungs-Arena:
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
GLP-Moser warnt vor Nein zu neuen EU-Verträgen: «Es wäre ein Brexit auf Raten»
Tiana Moser, Ständerätin der GLP, gibt zu, dass die neuen Verträge mit der EU auch Nachteile haben. Aber die Vorteile überwiegen klar, sagt sie. Gerade auch mit Blick auf das Mitspracherecht.
Frau Moser, Ihre Ständeratskollegin Heidi Z'graggen von der Mitte hat in unserem Interview erklärt, dass sie die neuen EU-Verträge als Ganzes ablehnt. Der Widerstand geht weit über die SVP hinaus und erreicht Mitte und FDP. Haben die Bilateralen III noch eine Chance?
Tiana Moser: Auf jeden Fall. Mit diesem Paket setzen wir den pragmatischen Weg fort, der bisher immer mehrheitsfähig war. Dass wir in Wohlstand und Sicherheit leben, ist alles andere als selbstverständlich. Die Bilateralen sind eine Grundlage dafür. Die Menschen in diesem Land wissen das.
Zur Story