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Roaming, Erotik-Chats & Co. – damit beschäftigte sich die Telekom-Schlichtungsstelle



Die Unzufriedenheit der Schweizer Handy-Nutzer mit den hohen Roaming-Gebühren schlägt sich auch in der Statistik der Schlichtungsstelle Telekommunikation nieder. 2016 haben sich die Beschwerden wegen Roaming-Problemen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Insgesamt gingen im vergangenen Jahr 175 Beschwerden wegen der erhöhten Verbindungsgebühren im Ausland ein. Dies zeigt der Jahresbericht 2016 der Ombudscom, der am Dienstag publiziert worden ist. Im Vergleich zu 2015 entspricht dies einer Steigerung von 111 Prozent.

Mobile Daten ausschalten nützt nichts

Diese Zunahme kann sich laut der Schlichtungsstelle dadurch erklären lassen, dass es bei manchen Mobilgeräten aufgrund neuer Software nicht mehr reicht, im Ausland lediglich die Internetfunktion beziehungsweise die mobilen Daten auszuschalten.

Zusätzlich müsse man neu auch manuell verhindern, dass sich das Gerät bei schwacher WLAN-Verbindung automatisch mit einem stärkeren Mobilnetz verbinde. Dieser Umstand sei vielen Kundinnen und Kunden nicht bewusst gewesen, weshalb sie im Ausland hohe Kosten generierten, schreibt Ombudscom.

Teure Erotik-Chats

Die meisten Beschwerden betrafen jedoch wie in den Vorjahren unerwünschte kostenpflichtige Abonnements, die mittels SMS oder anderen Bezahlfunktionen verrechnet wurden. Häufig betreffe dies die Erwachsenen-Unterhaltung, sagte der Ombudsmann Oliver Sidler auf Anfrage. Als Beispiel nannte er Erotik-Chats per SMS oder erotische Videos, die den Handy-Nutzern zugeschickt würden.

Von diesen 2183 Anfragen und Fällen wurden von der Schlichtungsstelle allerdings lediglich 286 eigentliche Schlichtungsverfahren durchgeführt. Die restlichen Anfragen wurden von den Mehrwertdienstanbietern und Fernmeldedienstanbietern selber behandelt.

Am zweithäufigsten beschwerten sich die Kunden über die Rechnungsstellung. Dies waren namentlich Beanstandungen über im Abonnement enthaltene Vergünstigungen, welche auf der Rechnung nicht mitberücksichtigt wurden, Beanstandungen über die Zahlungsfrist, neu verrechnete Gebühren für die Rechnung in Papierform, Postschaltergebühren und weitere Unklarheiten hinsichtlich der Rechnung.

Aufgezwungener Anbieter-Wechsel

Etwas rückläufig waren demgegenüber die Zahl der Beschwerden wegen unverlangter Dienstleistungen. Darunter sind auch Fälle, in denen sich Personen am Telefon oder an der Haustüre dazu überreden liessen, den Telekom-Anbieter zu wechseln, und diesen Entscheid widerrufen wollen. Der Rückgang sei in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Anbieter selber versuchten, mit den Kunden eine Lösung zu finden.

Gesamthaft wandten sich im Jahr 2016 rund 6600 Personen an die Schlichtungsstelle. Dies entspricht monatlich rund 550 Kundinnen und Kunden. Der Ombudsmann und sein Team bearbeiteten 5273 Anfragen und 1330 Schlichtungsfälle. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Anfragen und Fälle leicht an, um 2.4 Prozent. (whr/sda)

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