Schweiz
Drogen

Wer in der Schweiz am häufigsten überwacht wird

Drogen statt Terror: Wer in der Schweiz am häufigsten überwacht wird

Fast 9000 Personen liessen die Justizbehörden im vergangenen Jahr überwachen. Die meisten von ihnen wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz.
05.03.2017, 12:4305.03.2017, 14:26
An Indian man talks on his iPhone in New Delhi, India, Wednesday, May 18, 2016. Apple has announced that it will set up an app design and development center in southern India, shortly after company ch ...
Telekommunikationsüberwachung muss vom Richter genehmigt werden (Symbolbild).Bild: Tsering Topgyal/AP/KEYSTONE

8851 Überwachungen ordneten die Schweizer Strafverfolger im letzten Jahr an, wie der Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr (ÜPF) diese Woche mitteilte. Eine Aufschlüsselung im «SonntagsBlick» zeigt, welche Delikte am häufigsten zu einer Überwachung führten.

Jetzt auf

Die meisten Überwachungen (3257) wurden wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz angeordnet, dahinter folgen Diebstähle (1569). Viele Überwachungen gab es auch wegen Raub (671), Betrug (491) oder der vermeintlich harmlosen Sachbeschädigung (479).

Das ärgert Erik Schönenberger, Geschäftsleiter der Digitalen Gesellschaft. «Eine Personenüberwachung muss immer verhältnismässig sein», sagt er zu SonntagsBlick. «Der einfache Diebstahl gehört zum Beispiel sicherlich nicht zu den schweren Straftatbeständen, die via Telekommunikationsüberwachung verfolgt werden sollten.»

Der Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr verteidigt die Praxis. Es stimme nicht, dass Bagatelldelikte überwacht werden, sagt Sprecher Nils Güggi. «Beim Diebstahl ist das beispielsweise nur der Fall, wenn es sich etwa um eine hohe Deliktsumme handelt.» Ein geklautes Velo am Bahnhof führe sicher nicht zu einem abgehörten Telefon. «Schliesslich muss das von einem Richter genehmigt werden und das Delikt muss eine Überwachung rechtfertigen», so Güggi. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
82 Schafe stürzen in Graubünden über Felshang in den Tod
Am 11. September entdeckte eine Hirtin in der Val Russein in Graubünden unterhalb eines Felshanges zahlreiche tote Schafe. Dort lagen die Tiere wahrscheinlich bereits zwei Tage. Dichter Nebel hatte die Sicht im alpinen Hochtal am Fusse des Tödi zuvor für mehrere Tage stark eingeschränkt.
Zur Story