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Waldbrandgefahr in der Schweiz: Bundesrat will keine Löschflugzeuge

epa13081175 A Canadair aircraft drops water on a wildfire burning near Sainte-Valiere, Aude department, southern France, 02 July 2026. A large wildfire has been raging in southern France since 01 July ...
Ein Canadair-Löschflugzeug im Einsatz gegen Waldbrände in Südfrankreich im Juli.Bild: EPA
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Die Schweiz hat keine Löschflugzeuge – aus gutem Grund

Der Bundesrat interessierte sich für ein eigenes Löschflugzeug, zeigen interne Dokumente. Doch nun setzt er auf eine andere Strategie.
28.07.2026, 16:1028.07.2026, 17:45
Benjamin Rosch / ch media

Die Felder im Mittelland sind strohgelb, die Äste fallen von den dürren Bäumen und selbst das sonst üppige Moos in den Bündner Wäldern kann man derzeit zwischen den Fingern zerbröseln.

Von einem «perfekten Cocktail» aus monatelanger Trockenheit und hohen Temperaturen spricht Waldbrandexperte Marco Conedera. Betroffen sei das ganze Land– «und das ist ein wesentlicher Unterschied zu anderen, besonders trockenen Jahren».

epa13136136 A firefighting crew is deployed to battle a wildfire in Saint-Jean-d'Illac, southwestern France, 27 July 2026. According to the French Ministry of the Interior, 167,000 people have be ...
In weiten Teilen Europas grassieren Waldbrände, so auch im Südwesten Frankreichs.Bild: keystone

Die Klimaveränderung führe dazu, dass die «Lage ausgeprägter» und aus regionalen Gefahrensituationen eine nationale werde. Aber wie ist die Schweiz aufgestellt, wenn plötzlich der Wald brennt?

Im Unterschied zu Frankreich, Italien oder Spanien verfügt die Schweiz über keine grossen Löschflugzeuge. Mehrfach forderten Politiker von links bis rechts eine solche Anschaffung, doch der Bundesrat stellte sich wie zuletzt 2023 auf den Standpunkt: Es braucht sie nicht.

Umweltminister Albert Rösti sagte im Nationalratssaal: «Der Bundesrat vertritt die Haltung, dass für die Waldbrandbekämpfung zuerst die verfügbaren Zivilmittel und subsidiär Mittel der Armee zu nutzen und bestmöglich aufeinander abzustimmen sind.»

Schweiz schielte nach Kanada

Verwaltungsinterne Dokumente zeigen, dass eine Beschaffung in den darauffolgenden Monaten dennoch geprüft wurde. 2025 holte Röstis Umweltdepartement die Expertise der Kollegen aus Kanada ein, wie ein sogenannter «Airtanker» in der Schweiz eingesetzt werden könnte.

Kein Zufall: Kanada gilt weltweit als führende Nation bei der Bekämpfung von Waldbränden und stellt mit der «Canadair» auch eines der bekanntesten Löschflugzeuge her.

Die Kanadier stellten der Schweiz grundsätzlich ein gutes Zeugnis aus. Vor allem die verfügbaren Helikopter von privaten Unternehmen und der Armee bedeuteten eine gute Basis, um die Feuerwehr aus der Luft zu unterstützen. Die Helis seien ideal, um einzelne Brandherde zu bekämpfen, und auch wirksam gegen Glutnester in steilem Gelände.

Das zeigte sich etwa beim Brand von Bitsch 2023: Damals flogen Super Pumas der Schweizer Armee an der Seite der zivilen Einsatzkräfte abwechselnd Löscheinsätze. Insgesamt warfen sie mehr als 500 Tonnen Wasser über dem Brandgebiet ab.

Un helicoptere Super Puma de l'armee, verse de l'eau pour eteindre les foyers dans la foret au-dessus des communes de Bitsch et Ried-Moerel le jeudi 20 juillet 2023 depuis Moerel Filet. Six  ...
Als in Bitsch 2023 der Wald brannte, halfen Helikopter das Feuer zu löschen.Bild: KEYSTONE

Zu einem ähnlichen Fazit gelangt ein unveröffentlichter Bericht zu zivilen Lösch-Helikoptern aus dem Verteidigungsdepartement (VBS) von Ende 2025. Die Analyse zeige ein leistungsfähiges Gesamtsystem. Doch orten beide Untersuchungen Probleme – vor allem bei grossen Bränden.

Das VBS schreibt: «Die Nachtflugfähigkeit ist ungleich verteilt. Die Pilotendichte weist erhebliche Unterschiede auf. Schwere Helikopter sind begrenzt vorhanden und besitzen damit einen kritischen Stellenwert für die nationale Leistungsfähigkeit.»

Und im Bericht der kanadischen Umweltbehörde heisst es: Bei einer langen Feuerfront stosse das Schweizer Heli-System schnell an Grenzen. Ausserdem könnten Flächenflugzeuge schnell grosse Wassermassen ins benötigte Gebiet bringen, sofern es das Gelände zulässt. Zum Vergleich: Ein Airtanker kann bei einer Distanz von 10 Kilometern zwischen Quelle und Brand bis zu 60'000 Liter abwerfen. Und dies in einer Schneise von bis 140 Meter Länge und 60 Meter Breite. Ein schwerer Helikopter schafft die Hälfte und wirkt eher punktuell.

Schweizer Topographie erschwert die Situation

Allerdings: In engen Tälern ist es deutlich einfacher, einen Helikopter zu navigieren, als ein Flugzeug. Auch ist nicht klar, welche Seen ein Löschflugzeug in der Schweiz ansteuern könnte, um seine Tanks zu füllen.

Im kanadischen Bericht ist die Rede von Wasserquellen, die mindestens 1,8 Kilometer lang, 90 Meter breit und zwei Meter tief sein müssen. In Graubünden, im Wallis und im Tessin erfüllen diese Bedingungen gerade einmal eine Handvoll Seen. Helikopter könnten dagegen auch Becken, künstliche Reservoirs, mobile Löschwasserbehälter oder vorbereitete Füllstellen verwenden. Weitere Knackpunkte sind die Kosten, der Unterhalt und die Ausbildung der Piloten.

Iffigsee: Saphirblauer Juwel auf 2'065 m ü. M. Der Bergsee im Naturschutzgebiet Gelten-Iffigen oberhalb der Iffigenalp lädt zum Verweilen, Fischen oder zu einer nassen Abkühlung ein. Rauszeit Ber ...
Die vielen Schweizer Bergseen sind schön anzusehen, als Quelle für Löscharbeiten eignen sie sich jedoch kaum.Bild: Lenk-Simmental Tourismus

Der Bundesrat setzt deshalb auf einen anderen Weg: auf die EU. Bis Ende Jahr will Verteidigungsminister Martin Pfister skizzieren, inwiefern die Schweiz am Katastrophenschutzverfahren der Europäischen Union teilnehmen könnte. Dabei gibt es noch einen Haken: Für Drittstaaten ist eine solche Teilnahme aktuell rechtlich nicht möglich, das soll sich aber ändern. Dann würde man im Katastrophenfall auch von ausländischen Löschflugzeugen profitieren – sofern sie denn verfügbar sind. (schweizheute.ch)

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quelle: www.imago-images.de / imago images
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Die beliebtesten Kommentare
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Muoten-Roshi
28.07.2026 16:25registriert Mai 2022
......auf die EU....

Soso.
Mal wieder ein Versuch Rosienen zu picken......

Ha jo.... Choschtet halt fascht nüt gäll.
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