Neuenburger Politiker muss wegen Vergewaltigung vor Gericht
Der Neuenburger FDP-Grossrat Quentin Di Meo muss sich wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und der Nötigung vor Gericht verantworten. Die Untersuchung ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft abgeschlossen und es wurde Anklage erhoben.
Der Neuenburger Generalstaatsanwalt Pierre Aubert bestätigte am Donnerstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen Bericht des Westschweizer Online-Nachrichtenportals «Arcinfo». Die Staatsanwaltschaft hatte im vergangenen Jahr eine Strafuntersuchung wegen mutmasslicher Sexualdelikte eröffnet. Das Opfer soll eine junge Frau sein.
Die mutmasslichen Taten sollen sich 2017 an der Abbaye de Fleurier NE, einem traditionellen Volksfest, ereignet haben. Der Beschuldigte war damals 24 Jahre alt, das mutmassliche Opfer 17.
Öffentliche Aufmerksamkeit erhielt der Fall im März 2025 während des Neuenburger Staatsratswahlkampfs, als Di Meo kandidierte. Wahlplakate des Politikers wurden beschädigt und mit dem Wort «Vergewaltiger» beschmiert.
Anlaufstellen für Opfer von sexueller Gewalt
Sexuelle Übergriffe können in den unterschiedlichsten Kontexten stattfinden. Hilfe im Verdachtsfall oder bei erlebter sexueller Gewalt bieten etwa die kantonalen Opferhilfestellen oder die Frauenberatung Sexuelle Gewalt. Die Opferhilfe ist auch über die nationale Nummer 142 erreichbar. Für Jugendliche oder in der Kindheit sexuell ausgebeutete Erwachsene gibt es in Zürich die Stelle Castagna. Betroffene Männer können sich an das Männerbüro Zürich wenden. Wenn du dich sexuell zu Kindern hingezogen fühlst oder jemanden kennst, der diese Neigung hat, kann dir diese Stelle weiterhelfen.
Di Meo weist die Vorwürfe seit Beginn des Verfahrens zurück. Er legte verschiedene politische Ämter vorübergehend nieder, um sich auf seine Verteidigung zu konzentrieren. Gegenüber «Arcinfo» erklärte er, er werde «bis zum Schluss kämpfen».
Weiterer Fall im Kanton Aargau
In den vergangenen Tagen hatte in der Schweiz der Fall eines anderen Politikers, dem Sexualdelikte zur Last gelegt werden, für Schlagzeilen gesorgt. Dem ehemaligen Aargauer Ex-SVP-Grossrat Patrick Frei wird vorgeworfen, mehrere Frauen und eine Minderjährige unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht zu haben.
Die Aargauer Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Freiheitsstrafe für ihn, wie am Montag bekannt wurde. Der 57-Jährige sitzt seit 2023 in Haft. (sda)
