Schweiz
Food

Ernährungsinitiative: Beschwerde gegen Abstimmungsbüchlein eingereicht

Franziska Herren, Initiantin Initiative, spricht an der Pressekonferenz zum Kampagnenstart der Volksinitiative 'Fuer eine sichere Ernaehrung durch Staerkung einer nachhaltigen inlaendischen Produ ...
Beschwert sich über das Abstimmungsbüchlein – Umweltschützerin Franziska Herren.Bild: keystone

Vegan-Zwang-Vorwurf: Initianten reichen Beschwerde gegen Abstimmungsbüchlein ein

30.07.2026, 09:3930.07.2026, 10:41

Die Urheberinnen und Urheber der Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung (Ernährungsinitiative)» haben beim Regierungsrat des Kantons Bern Abstimmungsbeschwerde gegen Bundesrat und Bundeskanzlei eingereicht. Sie kritisieren die Angaben im Abstimmungsbüchlein für den Urnengang vom 27. September als irreführend.

Eingereicht haben die Beschwerde die Umweltschützerin Franziska Herren und ihr Verein «Sauberes Wasser für alle», wie sie am Donnerstag mitteilten. Zuerst über den Vorgang berichtet hatten die Tamedia-Zeitungen.

Die Initiantinnen und Initianten werfen Bundesrat und Bundeskanzlei vor, den Initiativtext falsch zu interpretieren. Die vorgeschlagene Verfassungsbestimmung, wonach der Bund innert zehn Jahren einen Netto-Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent anstrebe, sei nicht als zwingende Zielvorgabe zu verstehen.

Keine Partei unterstützte bei der Behandlung im Parlament das Volksbegehren. Die Gegnerinnen und Gegner der Initiative argumentieren unter anderem, eine Annahme der Initiative würde massive staatliche Eingriffe in die Ernährung der Bevölkerung nötig machen. Sie sprechen von einem «Vegan-Zwang».

The Landjaeger sausage is on special offer (labeled with "Aktion"), pictured on March 5, 2013, at the Migros branch in Baden, Switzerland. Migros is Switzerland's the largest retail com ...
Statt einer tierisch basierten soll eine pflanzlich basierte Ernährung gefördert werden, fordert die Initiative.Bild: KEYSTONE

Diesen Vorwurf weisen Herren und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter zurück. Gleiches gilt für die Aussage, dass eine Verlagerung von Umweltbelastungen ins Ausland drohe, wenn in der Schweiz weniger Lebensmittel tierischen Ursprungs produziert würden.

Die Beschwerdeführenden verlangen nach eigener Aussage in erster Linie, dass der Bundesrat seine Aussagen berichtigt. Falls das nicht mehr möglich sei, müsse die Abstimmung verschoben werden. Falls die Abstimmung ohne Berichtigung wie geplant durchgeführt werde, solle sie für ungültig erklärt werden.

Laut den Tamedia-Zeitungen will die Bundeskanzlei an den offiziellen Abstimmungsinformationen nichts ändern. Der Bundesrat verstehe den Netto-Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent als verbindliche Zielvorgabe, weil dies die Übergangsbestimmungen der Initiative verlangten, argumentiert sie gemäss dem Artikel. Eine Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bei der Bundeskanzlei blieb zunächst ohne Antwort.

Die Regierung von Herrens Wohnkanton Bern muss nun innert zehn Tagen über die Beschwerde befinden. Danach kann der Entscheid des Berner Regierungsrats ans Bundesgericht weitergezogen werden. (nil/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Wir essen pro Woche rund 5 Gramm Mikroplastik – so kannst du den Konsum minimieren 🧐
1 / 6
Wir essen pro Woche rund 5 Gramm Mikroplastik – so kannst du den Konsum minimieren 🧐
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Joey Chestnut gewinnt zum 18. Mal Hot-Dog-Wettessen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
2
SVPler ersetzt Lega-Zali im Tessin – das ist der Grund
Der amtierende SVP-Nationalrat Piero Marchesi ersetzt den zurücktretenden Tessiner Regierungspräsidenten Claudio Zali von der Lega dei Ticinesi im Tessiner Staatsrat. Wie kommt es dazu?
Im Kanton Tessin besteht beim Rücktritt eines Regierungsmitglieds im Staatsrat während einer laufenden Legislatur ein klares Verfahren: In der Regel gibt es keine Ersatzwahlen an der Urne. Da die Tessiner Exekutive im Gegensatz zu allen anderen Schweizer Kantonen im Proporzsystem gewählt wird, greift bei einem Abgang das sogenannte Nachrückverfahren.
Zur Story