Veranstalter von Raveparty in Aarau verteidigt Sicherheitskonzept
Der Veranstalter der Raveparty in Aarau hat in einem Interview das Sicherheitskonzept auf dem Gelände verteidigt. Nun sieht er die Politik unter Zugzwang, wie Olivier Grein, Chef von Urban Agency Events, zur «Neuen Zürcher Zeitung» sagte.
«Einen bewaffneten Angriff auf eine grosse Menschenmenge kann man höchstens mit einem riesigen Polizeiaufgebot verhindern», sagte Grein in der Zeitung vom Dienstag. «Wenn es aber einen solchen Angriff von aussen gibt, wüsste ich nicht, was wir tun könnten», sagte er. Dass Eventveranstalter keine bewaffneten Einsatzkräfte haben, sei richtig. Der Veranstalter sei für die Sicherheit auf dem Gelände zuständig, die Polizei für den Umkreis.
Für ihn sei nun entscheidend, wie die Politik reagiere. Dabei gehe es um Veranstaltungen vom Grümpelturnier bis zum Stadionkonzert. «Heute habe ich das Gefühl, dass der Daten- und Persönlichkeitsschutz höher gewichtet wird als das Verhindern von Verbrechen», kritisierte Grein. Diesbezüglich sehe er Handlungsbedarf.
«Schlimmeres verhindert»
Der Veranstalter lobte die Sicherheitsleute vor Ort: «Während noch Schüsse fielen, haben sie die Notausgänge aufgebrochen, damit die Menschen in alle Richtungen flüchten konnten.» Obschon das ihr Job sei, hätten die Sicherheitskräfte durch ihr selbstloses Verhalten Schlimmeres verhindert. Der Projektleiter des Raves habe eine verletzte Person in Sicherheit gebracht und Erste Hilfe geleistet, sagte Grein. An der von seiner Firma veranstalteten Raveparty in Aarau kam es in der Nacht auf Sonntag zu einer Schiesserei. Dabei wurde eine 22-jährige Italienerin getötet und fünf Personen teils schwer verletzt. Die Kantonspolizei verhaftete einen Tatverdächtigen.(sda)
