Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Abstimmungsonntag, Plakate, Experte, GFS

Urs Bieri, Co-Leiter des Forschungsinstituts gfs.bern, liefert Einschätzungen zum Abstimmungssonntag. bild: keystone, zvg/bearbeitung: watson

Was uns am Abstimmungssonntag noch überraschen könnte – und wer fest im Sattel sitzt

Vor dem Mega-Abstimmungssonntag zeichnet sich vieles ab – einige Überraschungen dürfte es aber durchaus geben. Urs Bieri, Co-Leiter des Forschungsinstituts gfs.bern, liefert watson den ganzen Tag Prognosen und Analysen.



Einiges sei bereits ziemlich klar, «doch noch gibt es Potenzial für Überraschungen», sagt Urs Bieri, Co-Leiter des Forschungsinstituts gfs.bern. Für watson liefert der Politologe am grossen Abstimmungssonntag punktuelle Einschätzungen und Analysen.

Begrenzungsinitiative

Seine erste Prognose lautet so: «Die Begrenzungsinitiative wird wohl abgelehnt, der Vaterschaftsurlaub sehr wahrscheinlich und der Kredit für die Kampfflugzeuge vermutlich angenommen. Das Jagdgesetz und die Kinderabzüge stehen auf der Kippe.»

«In keiner Phase konnte beobachtet werden, dass sich für die Kündigungsinitiative eine grosse Zustimmung aufbaut.»

Urs Bieri, Co-Leiter gfs.bern

Bei den letzten Umfragen 19 Tage vor dem Abstimmungsonntag haben sich gerade mal 35 Prozent der Stimmenden für die Kündigungs-Initiative der SVP ausgesprochen. Bieri sagt: «Das klare Nein wurde schon früh in der Abstimmungskampagne aufgebaut. In keiner Phase konnte beobachtet werden, dass sich für die Initiative eine grosse Zustimmung aufbaut.» In einem solchen Fall sei das Ergebnis jeweils relativ klar. Nur in sehr seltenen Fällen könne dann eine Wende noch geschafft werden. Laut Bieri schaffte das nur die Minarett- und die Masseneinwanderungsinitiative.

«Erodiert der Ja-Anteil während der Hauptkampagne gar nicht, ist das meist ein Hinweis dafür, dass das Grundvertrauen in die Schweizer Behörden mitentscheidet»

Urs Bieri, Co-Leiter gfs.bern

Alles was du zur BGI wissen musst – erklärt in 100 Sekunden

Video: watson/Lino Haltinner

Vaterschaftsurlaub

Ähnliches beobachtet er beim Vaterschaftsurlaub. Bereits seit Beginn der Kampagne habe es eine grosse Zustimmung für die Gesetzesvorlage gegeben und das habe sich in den letzten Wochen und Monaten nicht verändert. «Auch hier gibt es derzeit keinen Hinweis darauf, dass das Anliegen nicht durchkommt», so Bieri.

Kampfjets

Nicht ganz so deutlich sehe es bei der Abstimmung um neue Kampfflugzeuge aus. Bieri ist sich «relativ sicher», dass Bundesrätin Viola Amherd am Ende des Tages als Gewinnerin dastehen wird. Ein riesiger Vorsprung gebe es zwar nicht, doch weil es sich um eine klassische Behördenvorlage handle, geht Bieri davon aus, dass sie diesen halten könne.

«Erodiert der Ja-Anteil während der Hauptkampagne gar nicht, ist das meist ein Hinweis dafür, dass das Grundvertrauen in die Schweizer Behörden, neben Inhalten, mitentscheidet: In diesem Fall denken sich viele, dass die Behörden schon wissen, was sie machen.»

Jagdgesetz und Kinderabzüge

Spannend wird es den Kinderabzügen und dem Jagdgesetz. In der letzten Umfrage sprachen sich 48 Prozent gegen das «Abschussgesetz» aus und 46 dafür. Bieri dazu: «Interessant ist hier vor allem, dass die Zustimmung für das Gesetz im Verlauf des Abstimmungskampfes abgenommen hat und das Nein gewachsen ist.»

In der Tendenz gehe er eher davon aus, dass es gegen Ende des Tages an der Urne scheitern wird. Auch weil die Kontrakampagne sehr stark ausfiel und offenbar auf fruchtbaren Boden gestossen sei.

Zu höheren Kinderabzügen sagten 19 Tage vor den Abstimmungen noch 52 Prozent Nein und 43 Prozent Ja. Auch hier wachse die Nein-Seite – für Bieri ein Hinweis, dass das Anliegen eher abgelehnt wird.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Jagd nach verschollenen Kunstwerken

Jagdgesetz: Schafzüchterin Jeanette erklärt, weshalb sie für das revidierte Jagdesetz ist

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

14 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Vecchia
27.09.2020 13:27registriert July 2019
Wenn man die Resultate in Gemeinden auf den jeweiligen Kantonsseiten nachschaut....staunt man Bauklötze.
Man denkt im Kt. Zürich leben aufgeklärte Menschen, bis man die Resultate zur BGI und Vaterschaftsurlaub auf dem Land sieht. Dörfer mit Naturschutzgebieten sagen Ja zur Jagdrevision...
Und im Bündnerland fällt auf, dass die Jagdrevision ausgerechnet in zwei Gemeinden (Trin und Haldenstein), die länger mit grossen Wolfsrudeln leben, sehr viel knapper angenommen worden ist, als im Rest des Kantons. In der hinteren Surselva....da herrschen scheinbar Walliser Ideologien.
202
Melden
Zum Kommentar
Rethinking
27.09.2020 07:31registriert October 2018
Lehnt die Kampfflieger ab!
Das ist hinaus geworfenes Geld...
Steckt das Geld stattdessen in Cyberabwehr, Helikopter, Schutz / Rettung vor Umweltkatastrophen und Pandemien sowie in die heimische Drohnenindustrie...
225
Melden
Zum Kommentar
chrissy_dieb
27.09.2020 09:08registriert January 2020
Wolf pengpeng? 🤔
3431
Melden
Zum Kommentar
14

Neues Jagdgesetz schiesst laut den Gegnern weit übers Ziel hinaus

Das revidierte Jagdgesetz zielt laut den Gegnern daneben. Statt einer vernünftigen Regelung für den Umgang mit dem Wolf habe das Parlament einen «völlig unverständlichen Angriff auf zahlreiche Arten geschützter Tiere» verabschiedet.

Das von Umwelt- und Tierschutzorganisationen ergriffene Referendum unterstützen Parlamentarier aus verschiedenen politischen Lagern. Am Montag präsentierten Vertreterinnen und Vertreter von SP, FDP, Grünen, GLP und EVP ihre Argumente gegen die Vorlage.

«Es ist eine …

Artikel lesen
Link zum Artikel