Zali-Skandal im Tessin: Frau, die Tonaufnahme veröffentlicht hatte, tot aufgefunden
Claudio Zali musste nach grossem öffentlichem Druck von seinem Amt als Regierungspräsident zurücktreten. Er hatte in den publik gemachten Aufnahmen unter anderem einer Frau geraten, gewaltsam gegen eine Stalkerin vorzugehen. Er habe dies selbst auch schon gemacht – man könne das im Zweifelsfall auch über Dritte «regeln».
Jetzt wird bekannt: Die Person, die die heimlich aufgenommene Tondatei an die Öffentlichkeit gebracht hat, ist tot. Dies bestätigt die Tessiner Kantonspolizei gegenüber RSI. Die Frau wurde am Dienstagabend leblos im Luganersee gefunden. Woran sie gestorben ist, ist noch nicht bekannt, die Ermittlungen laufen.
Die Behörden bestätigen zudem, dass die Frau zehn Tage vor ihrem Tod in Melide TI angegriffen wurde, woraufhin sie Anzeige gegen Unbekannt erstattet hatte. Ob es einen Zusammenhang mit ihrem Tod gibt, ist bisher nicht bestätigt, es wird allerdings nicht ausgeschlossen.
Zali relativierte Tonaufnahmen
Der Tessiner Staatsrat Claudio Zali nahm in einem Brief Stellung zum Inhalt der Tonaufnahmen. Zu den Gewaltvorwürfen erklärte er, dass er die Frau, die er nach seiner Aussage geschlagen hatte, lediglich am Arm gepackt und von seinem Grundstück verwiesen habe. Eine Anzeige gegen ihn sei nach wenigen Tagen zurückgezogen worden. Die Tonaufnahmen, die publiziert wurden, seien zudem illegal aufgezeichnet worden. Zali trat nicht nur als Regierungspräsident zurück, er wird auch sein Amt als Staatsrat per Ende September abgeben.
(con)
