Schweiz
Gesellschaft & Politik

Meteoschweiz-Direktor Uhlenbrook warnt vor Folgen der Sparmassnahmen

Stefan Uhlenbrook, Director of Water and Cryosphere, WMO, speaks during a press conference about the State of world?s glaciers, at the European headquarters of the United Nations, in Geneva, Switzerla ...
Stefan Uhlenbrook.Bild: KEYSTONE

«Ungenauere Vorhersagen»: Meteoschweiz-Direktor warnt vor Folgen der Sparmassnahmen

13.07.2026, 05:2513.07.2026, 05:25

Der Direktor von Meteoschweiz, Stefan Uhlenbrook, hat vor den Folgen der Sparmassnahmen des Bundes gewarnt. Gefährdet seien Investitionen wie die Erneuerung der Wetterradare, was zu ungenaueren Prognosen führen könne, sagte er zu «Blick».

«Das Entlastungspaket 27 trifft uns hart», sagte Uhlenbrook in einem am Montag veröffentlichten Interview mit «Blick». Bei Meteoschweiz gebe es nicht viel Einsparungspotenzial, das Bundesamt sei schlank aufgestellt. «Wir automatisieren, wo immer es möglich ist», sagte Uhlenbrook. Zudem wolle er internationale Kooperationen voranbringen.

Die Sicherheit der Bevölkerung werde durch die Einsparungen nicht direkt aufs Spiel gesetzt. Doch die betrieblichen Risiken würden steigen. So sei beispielsweise die Erneuerung der Wetterradare durch die Sparmassnahmen gefährdet. «Wenn diese nicht rechtzeitig ersetzt werden, führt dies zu ungenaueren Vorhersagen – und möglicherweise zu grösseren Schäden», sagte der Meteoschweiz-Direktor. Die Treffsicherheit des Bundesamts bei Unwettern liegt nach seinen Angaben bei über 86 Prozent.

Hinsichtlich des heissen Sommers hofft Uhlenbrook, dass dieser den politischen Willen für Investitionen im Umwelt- und Klimabereich fördert. «Je mehr Zeit wir verlieren, je später wir etwas machen, desto teurer wird es im Allgemeinen», sagte er. Trockene Sommer seien in den Klimaszenarien klar vorhergesagt.

Für Prognose noch zu früh

Ob der Sommer weiterhin so heiss bleibt, lässt sich laut dem Meteoschweiz-Direktor noch nicht abschätzen. Die Weltwetterorganisation (WMO) teilte Anfang Juli mit, dass sich die Welt wegen der erwarteten intensiven El-Niño-Phase verstärkt auf Extremwetter-Ereignisse vorbereiten muss.

Ein El Niño ist durch ungewöhnlich hohe Temperaturen der Meeresoberfläche im zentralen und östlichen Pazifik gekennzeichnet. Es sei noch verfrüht zu sagen, ob sich das Phänomen auf das Wetter in der Schweiz auswirken werde, sagte Uhlenbrook. Personen, die bereits jetzt einen Zusammenhang herstellen, nannte er im Interview «Alarmisten». (sda)

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Die beliebtesten Kommentare
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Troxi
13.07.2026 05:31registriert April 2017
Wir sollten nicht die Fehler der Amerikaner wiederholen und dem Wetter blindlings ausgesetzt werden. Entsprechend den Weiterbetrieb finanziell sichern und die nötigen Investitionen sichern. Auch wenn dies prozentual in der Genauigkeit wenig verbessern kann, so ist jede bessere Vorhersage im Interesse aller.
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Geryatriu
13.07.2026 05:38registriert September 2025
Er hat absolut recht. Was der Bund ins F35 Desaster an Geld verlocht, fehlt nun dort, wo die Bevölkerumg nach neuster Technologie gewarnt und informiert werden sollte zu Wetter, Klima und Naturgefahren.

Gerade in Zeiten von extremeren Ereignissen zahlen wir diese Umschichtung traurigerweise mit Menschenleben.
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