Schweiz
Gesellschaft & Politik

Abstimmungs-Nachbefragung: SVP-Wähler lehnten Neutralitätsinitiative ab

KEYPIX - Die zwei Freiwilligen Buochser Ernst Kaeslin, links, und Franz Achermann, rechts, montieren Abstimmungsplakate vom Komitee "Wahrung der Schweizer Neutralitaet" mit dem Slogan " ...
Das war nichts: Die Mehrheit der Schweizer Stimmbevölkerung wollte von Blochers Initiative zur Schweizer Neutralität nichts wissen.Bild: keystone

Pleite für Blocher: So viele SVP-Wähler lehnten die Neutralitätsinitiative ab

Die Neutralitäts- und die Ernährungsinitiative sind beide vom Schweizer Stimmvolk deutlich abgelehnt worden. Selbst in den SVP-Reihen wandten sich etliche von Christoph Blochers Idee ab.
28.09.2026, 09:4928.09.2026, 10:08

Der Abstimmungssonntag hat wenige Überraschungen gebracht. Die Neutralitätsinitiative wurde mit 70 Prozent abgelehnt. Dabei zeigte sich: Selbst die SVP-Wählerinnen und -Wähler waren nicht alle von Christoph Blochers Idee überzeugt. 29 Prozent stimmten dagegen, wie die Nachbefragung von Tamedia zeigt. Je näher die Abstimmung rückte, desto mehr wandten sich von der Initiative ab.

Am deutlichsten wurde die Neutralitätsinitiative von SP-Wählenden verworfen. 94 Prozent stimmten dagegen. Bei den Grünliberalen (92 Prozent), der Mitte (85 Prozent), der FDP (82 Prozent) und den Grünen (81 Prozent) war es ebenfalls eine deutliche Mehrheit, die dagegen stimmte.

Schon während der Auszählung zeichnete sich ab, dass in manchen Regionen die Initiative nicht ganz so unbeliebt war wie in anderen. Besonders im Tessin stimmten einige Gemeinden sogar dafür. Auch in den Kantonen Schwyz und Bern wurde die Initiative in manchen Gemeinden angenommen.

Schweiz Abstimmung Neutralität
Ein paar Gemeinden nahmen die Neutralitätsinitiative an, viele davon im Tessin.Bild: abstimmungen.admin.ch

Am deutlichsten waren die Seniorinnen und Senioren gegen Blochers Initiative, 79 Prozent der über 65-Jährigen stimmten dagegen. Am meisten Zuspruch fand sie hingegen bei den 35- bis 49-Jährigen, nur 62 Prozent von ihnen lehnten sie ab.

Stadt-Land-Graben bei der Ernährungsinitiative

Auch die Ernährungsinitiative fiel beim Schweizer Stimmvolk durch, 72 Prozent lehnten sie ab. Immerhin konnte sich die Mehrheit der Grünen-Wählerinnen und -Wähler noch dafür begeistern, 64 Prozent stimmten für ein Ja. In den SP-Reihen waren noch 41 Prozent dafür, bei der GLP waren es noch 33 Prozent.

Am deutlichsten fiel die Initiative bei den Bürgerlichen durch. Wählerinnen und Wähler der SVP (19 Prozent), der Mitte (13 Prozent) und der FDP (10 Prozent) entschieden sich nur selten für ein Ja.

Abstimmung Ernährungsinitiative
Je ländlicher, desto dunkler das Violett, sprich grösser die Ablehnung.Bild: abstimmungen.admin.ch

Gemäss der Umfrage zeigte die Abstimmung zur Ernährungsinitiative auch einmal mehr einen deutlichen Stadt-Land-Graben. Die Zustimmung in grösseren Städten wie Zürich, Bern und Basel war mit rund 40 Prozent deutlich höher als jene in ländlichen Gemeinden, wo die Initiative teilweise unter 10 Prozent Ja-Stimmen erreichte. (vro)

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quelle: shutterstock
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