Tödliches Virus grassiert bei Amseln in der Schweiz
Beim Amt für Jagd und Fischerei im Kanton Graubünden sind in letzter Zeit viele Meldungen über tote oder apathische Vögel eingegangen. So viele, dass man aufhorchte, wie SRF schreibt. So habe es etwa in Chur eine Häufung der Fälle gegeben.
Aufgrund der Symptome – etwa der Verlust von Federn – kam der Verdacht auf, dass das Usutu-Virus Ursache war. Eine Untersuchung an der Uni Bern bestätigte dies, wie es im Bericht heisst. Graubünden ist aber nicht allein mit dem Problem. An der Uni Bern wurden in den letzten zwei Wochen fünf Amseln aus fünf Kantonen untersucht. Bei allen sei der Befund positiv gewesen, sagt Simone Pesano, Co-Leiter des zuständigen Instituts für Fisch- und Wildtiergesundheit, gegenüber SRF. «Man kann von einer Häufung sprechen.»
Sergio Wellenzohn vom Amt für Jagd und Fischerei in Graubünden bestätigt: «Es gibt Meldungen und Nachweise aus sehr vielen Schweizer Städten.» Besonders betroffen vom Virus ist die Amsel. Warum, hat die Forschung noch nicht herausgefunden.
Doch auch andere Sing- und Eulenvögel können infiziert werden. 2006 starben beispielsweise in der Stadt Zürich Amseln, Haussperlinge und mehrere Eulen im Zoo Zürich am Virus.
Die Hitze könnte einen Einfluss haben
Lokale und regionale Ausbrüche gibt es immer wieder. In Deutschland bereitet das Virus seit Jahren Sorgen, im Hitzesommer 2018 wurden knapp 13'500 Meldungen zu kranken Vögeln registriert. Schon damals kam der Verdacht auf, dass die Hitze die Ausbreitung begünstigen könnte. Auch in der Schweiz gab es damals Meldungen.
Verbreitet wird das ursprünglich aus Afrika stammende Usutu-Virus durch Stechmücken. Entsprechend treten die Krankheitsfälle auch in der Saison zwischen Mai und September auf. Das Virus macht die Vögel krank und apathisch, sie verlieren Federn und flüchten nicht mehr. Sie wirken krank und verdrehen den Kopf. Nach wenigen Tagen sind sie tot. Eine Behandlung gibt es bisher nicht, verhindert werden können solche Fälle deshalb nicht.
Für Menschen ist das Virus weniger gefährlich. Sie können zwar infiziert werden, in der Regel treten jedoch keine oder kaum Symptome auf. In Europa wurde das Virus 2001 erstmals nachgewiesen. (vro)
