Keine Kutschenfahrten am Montag nach Unfall im Engadin
Nach dem verheerenden Kutschenunfall am Wochenende im Engadin stehen am Montag die Pferdekutschen in Pontresina still, wie Pontresina Tourismus auf Anfrage erklärte. Beim Unfall ins Val Roseg war am Samstag eine Frau gestorben.
Eine 40-köpfige Reisegruppe war bereits auf dem Rückweg nach Pontresina, als beim Dreispänner auf einem Gefälle die Bremsleistung nachliess. Beim Versuch, auf einen flacheren Ausstellplatz auszuweichen, stürzte eines der Pferde, worauf die Kutsche nicht mehr gelenkt werden konnte und heftig mit einem Baum kollidierte. Eine 73-jährige Frau erlitt dabei tödliche Verletzungen; weitere zwölf Personen wurden mit drei Helikoptern und vier Ambulanzen in umliegende Spitäler gebracht.
Am Montag danach gab es noch kein Update zu den Verletzten. Dem gestürzten Pferd hingegen gehe es gut, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei Graubünden auf Anfrage von Keystone-SDA. Es habe sich beim Unfall nur «marginale Verletzungen, etwa eine Schürfung» zugezogen.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt zusammen mit der Kantonspolizei Graubünden den Unfallhergang und die Umstände. Dass die Kutschen zumindest am Montag stillstehen, ist aber keine Anordnung der Behörden, wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei betonten.
Eines der schwersten Kutschenunglücke
Der Unfall im Val Roseg gehört zu den schwersten bekannten Kutschenunfällen der letzten zwölf Jahre in der Schweiz.
2015 stürzte in Osterfingen SH eine mit 16 Personen besetzte Kutsche eine Böschung hinunter, zehn Menschen wurden verletzt, ein Pferd starb. 2020 kippte in Brittnau AG eine Kutsche mit sieben Passagieren auf einem Waldweg um, fünf Menschen wurden verletzt. In Villigen AG überschlug sich 2014 ein Zweispänner, nachdem die Pferde scheuten; zwei Personen wurden verletzt. 2018 geriet in Kriens LU eine Pferdekutsche auf einem steilen Waldweg ins Rutschen und kippte einen Hang hinunter, der Kutscher wurde verletzt. (sda)
