Trump liefert der Ukraine keine Patriot-Raketen – und macht Joe Biden dafür verantwortlich
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagt immer wieder, dass der Ukraine Patriot-Abwehrraketen fehlten. Er hat die Verbündeten wiederholt aufgefordert, eigene Bestände freizugeben. US-Präsident Donald Trump gibt sich bislang zögerlich. Bei einer Pressekonferenz erklärt er, weshalb er der Ukraine bislang keine neuen Raketen liefert.
Auch die USA wollen Raketen haben, antwortet er auf eine Frage zu Selenskyjs Hilferufen. Dass er den ukrainischen Präsidenten nicht mit Patriot-Lieferungen unterstützt, schiebt er auf den ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden.
«Biden hat ihm (Anm. d. Red.: Selenskyj) so viel gegeben, Biden hat Munition im Wert von 300 Milliarden Dollar gegeben. Als ich ging, war alles voll. Er hat viel davon verschenkt, und jetzt bauen wir es wieder auf», sagt Trump bei der Pressekonferenz.
Trump hatte Ukraine Lizenzvergabe in Aussicht gestellt
Bereits in der vergangenen Woche hat sich Trump zurückhaltend zu einer möglichen Vergabe von Lizenzen an die Ukraine zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen geäussert. Man müsse besonnen und vorsichtig vorgehen, antwortete er auf eine entsprechende Journalistenfrage. Es sei eine schwierige Entscheidung, eine solche Technologie aus der Hand zu geben. Anfang Juli hatte Trump am Rande des Nato-Gipfels in Ankara der Ukraine die Vergabe einer Lizenz eigentlich in Aussicht gestellt.
Russland setzt den Luftkrieg gegen die Ukraine zunehmend mit schweren Waffen fort und lässt damit seine Angriffe eskalieren. Dabei fehlen der Ukraine insbesondere Abfangraketen für die Patriot-Systeme. Zur Hilfe aufgerufen sind die USA und andere Länder, die über moderne Patriot-Systeme verfügen – die einzigen wirklich wirksamen Mittel gegen Russlands ballistische Raketen. (hkl)
