Potenziell kritischer Bericht über F-35 darf in den USA nicht veröffentlicht werden
Ein Bericht des US-Rechnungshofs (Government Accountability Office, kurz GAO) zur F-35-Produktion darf in den USA nicht veröffentlicht werden. Das bestätigt eine anonyme Quelle innerhalb der Behörde gegenüber RTS. Das Pentagon stehe hinter der Entscheidung.
Laut einer weiteren Quelle hat das Pentagon das Dokument als «nicht klassifizierte, aber kontrollpflichtige Information» eingestuft. Der Luftfahrtexperte Bill Sweetman vermutet gemäss RTS, dass die USA Modernisierungsprobleme der von der Schweiz bestellten Flugzeuge vertuschen wollen.
F-35 kämpft mit technischen Problemen
Dass der Bericht nicht veröffentlicht werde, beweise eindeutig, dass das Programm mit ernsten Schwierigkeiten zu kämpfen habe, sagt Sweetman zu RTS. Vermutlich hätten sich die Zeitpläne verschoben, vermutet er. Die Fertigstellungstermine für viele F-35-Produktionsprojekte seien geändert und verschoben worden.
Die F-35 kämpfe weiterhin mit technischen Problemen, so Sweetman. Besonders betroffen seien die Bordcomputer sowie die Antriebs- und Kühlsysteme. Zudem würden ein chronischer Ersatzteilmangel und die hohe Wartungsanfälligkeit den Betrieb erschweren.
Als sich der Bundesrat 2021 für die F-35A als neues Kampfflugzeug entschied, versprachen die USA eine Einsatzbereitschaft von 67 Prozent. Laut dem jüngsten GAO-Bericht liegt dieser Wert inzwischen nur noch bei 44 Prozent, berichtet RTS weiter. Somit sei es notwendig, mehr Ersatzteile zu kaufen und eine geringere Verfügbarkeit in Kauf zu nehmen, erklärt der Luftfahrtexperte.
Die Schweizer Luftwaffe weist die Bedenken laut RTS zurück. Cédric Aufranc, operativer Leiter der F-35, erklärt, dass die Ersatzteilversorgung entsprechend geplant worden sei. Ausserdem habe die Schweiz ein erweitertes Ersatzteilpaket bestellt, um die F-35 auch ohne Unterstützung des Herstellers betreiben zu können.
Die ersten F-35-Kampfjets für die Schweiz werden ab Mitte 2028 in der Schweiz erwartet. (hkl)
