Cassis spricht über Friedensgespräche zwischen Ukraine und Russland
Sicherheitsberater Gabriel Lüchinger ist im August für Gespräche nach Kiew und Moskau gereist. «Wir wollen einen Beitrag leisten, um Friedensgespräche wieder in Schwung zu bringen», sagte Aussenminister Ignazio Cassis im «SonntagsBlick»-Interview.
Er selbst sei im Februar in seiner Funktion als OSZE-Präsident nach Kiew und Moskau gereist. Danach habe die Schweiz die Amerikaner bei einer Mediation zwischen Russland und der Ukraine in Genf unterstützt. Beide Länder seien nach viereinhalb Jahren Krieg müde und suchten nach Wegen, wenn auch zu unterschiedlichen Bedingungen.
Zu konkreten Ergebnissen von Lüchingers jüngster Reise habe sich Cassis nicht geäussert. «Diplomatie ist das Bohren dicker Bretter. Konkrete Ergebnisse sind die nächsten Schritte, die geheim sind», sagte der Aussenminister. Die Schweiz arbeite weiter auf einen diplomatischen Durchbruch hin.
Nachdem der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski die Schweiz als möglichen Ort für Verhandlungen mit den USA und Russland genannt habe, hoffe Bern auf Gespräche in Genf. Einen Bundesratsbeschluss zu einer möglichen Friedenskonferenz in der Schweiz gebe es allerdings noch nicht. «Noch ist nichts entschieden, wir arbeiten weiterhin beharrlich im Hintergrund – und alles kann sich ändern», sagte Cassis.
Der Aussenminister habe zudem ein Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergei Lawrow am Rande seiner bevorstehenden Reise nach New York angefragt. Ende Jahr stehe ausserdem die OSZE-Ministerkonferenz in Lugano an. «Der russische und der US-amerikanische Aussenminister sollten kommen. Das bietet Gelegenheiten zum Austausch und vielleicht für mehr», sagte Cassis. (sda)
