Schweiz
Islam

Zentrum für Islam und Gesellschaft in Freiburg eröffnet

Das Islamzentrum will das Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen in der Schweiz fördern und Muslimen Raum geben, um über sich selbst nachzudenken.
Das Islamzentrum will das Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen in der Schweiz fördern und Muslimen Raum geben, um über sich selbst nachzudenken.
keystone

Umstrittenes Islamzentrum in Freiburg offiziell eröffnet – SVP kämpft weiter dagegen

Gestern feierte das Zentrum für Islam und Gesellschaft offiziell seine Eröffnung. Demnächst beschäftigt sich das Bundesgericht mit der Verhinderungs-Initiative der Freiburger SVP.
14.06.2016, 04:3814.06.2016, 06:37

Kritisiert, ja bekämpft wird das Zentrum für Islam und Gesellschaft an der Universität Freiburg. Allen voran von der SVP. Und trotzdem feierte dieses gestern offiziell seine Eröffnung. Dessen Ziele sind nicht ohne – letztlich geht es auch um Integration: Es will das Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen in der Schweiz fördern und Muslimen Raum geben, um über sich selbst nachzudenken.

Radikalismus-Seminare liegen im Trend

«Wir beschäftigen uns damit, wie Muslime hier leben, wie sie ihre muslimischen Traditionen in Einklang mit dem Rechtsstaat und mit der pluralistischen Gesellschaft in der Schweiz bringen», sagt Co-Leiter Hansjörg Schmid gegenüber der Sendung «Rendez-vous» von Radio SRF.

Die SVP Kanton Freiburg sammelte eifrig Unterschriften für die Initiative zur Verhinderung des Islamzentrums.
Die SVP Kanton Freiburg sammelte eifrig Unterschriften für die Initiative zur Verhinderung des Islamzentrums.keystone

Besonders gefragt seien zurzeit Weiterbildungsseminare zum Thema Radikalismus. «Die Teilnehmer sind beispielsweise Sozialarbeiter, einer war Gefängnisdirektor», sagt Schmid weiter. Auch eine Handvoll Leute aus muslimischen Vereinen seien dagewesen. «Ich erlebe das als sehr grosse Chance. Es kommt ein Dialog unter den Teilnehmern zu Stande.» Überhaupt versucht das Zentrum die muslimischen Vereine miteinzubeziehen. Aber: Imame werden keine ausgebildet.

Die Schweizerische Hochschulkonferenz stellt für das Zentrum einen Beitrag von 1,6 Millionen Franken während vier Jahren bereit.

Ein Fall für die Gerichte

Ganz über den Berg ist das Zentrum noch nicht. Die kantonale SVP will in ihrem Kampf gegen die Institution nicht aufgeben. Sie hatte zuvor im Grossen Rat eine Initiative eingereicht, um dieses zu verhindern. Dieser erklärte die Initiative für ungültig. Die Mehrheit war der Meinung, dass sie – weil sie nur gegen eine Religion gerichtet ist – diskriminierend sei, und deshalb gegen die Bundesverfassung verstosse.

Die kantonale SVP legte daraufhin beim Bundesgericht Rekurs ein. Nun wird dieses entscheiden, ob der Rat die Initiative zu Recht für ungültig erklärt hat. (rwy)

Hol dir jetzt die beste News-App der Schweiz!

  • watson: 4,5 von 5 Sternchen im App-Store ☺
  • Tages-Anzeiger: 3,5 von 5 Sternchen
  • Blick: 3 von 5 Sternchen
  • 20 Minuten: 3 von 5 Sternchen

Du willst nur das Beste? Voilà:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
pamayer
14.06.2016 07:11registriert Januar 2016
Jetzt wird ein Zentrum eröffnet, wo es um den Islam / nicht-islam Dialog geht und unsere weltoffene svp macht einen auf Referendum.

Von nichts kommt auch nichts.
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
dracului
14.06.2016 07:15registriert November 2014
Wollte kurz die Website des "SZIG"(http://www.unifr.ch/szig/de/) anschauen und es ist mir einmal mehr aufgefallen, wie viele Schweizer Internet-Seiten es gibt zu diesem Thema und wie offensiv sich viele Interessensgruppen in diesem Bereich vermarkten. Weit vorne natürlich immer der kontroverse IZRS. Aufgrund der Dominanz dieser Gruppierungen kann ich den neuerlichen Kreuzzug der SVP gegen diese Bildungsintiative mit klar wissenschaftlichen Absichten, in einem regulären Schweizer Hochschulumfeld, nicht verstehen.
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
ovatta
14.06.2016 07:24registriert Dezember 2014
Da wird versucht zu integrieren. Und wer ist dagegen?
00
Melden
Zum Kommentar
6
US-Vize JD Vance versprüht auf dem Bürgenstock Optimismus – dann funkt Trump dazwischen
Hoch über dem Vierwaldstättersee haben sich am Sonntag hochrangige Vertreter des Irans und der USA getroffen. Eine Drohung des US-Präsidenten Donald Trump führte zu einer unübersichtlichen Lage.
Nach dem geplatzten Treffen vom Freitag ist der Bürgenstock im Kanton Nidwalden doch noch zum Epizentrum der Weltdiplomatie avanciert. Himmlische Vorboten liessen es erahnen. Am Samstag flogen immer wieder Helikopter durch die Innerschweizer Lüfte, am Sonntagmorgen das gleiche Bild. Delegationen aus den USA, dem Iran sowie den Vermittlerstaaten Pakistan und Katar trafen nach und nach auf dem auf 874 Metern über Meer gelegenen Bürgenstock-Resort ein. Der bekannteste Teilnehmer an den Gesprächen, US-Vizepräsident JD Vance, war frühmorgens in Begleitung seiner Ehefrau Usha beim Militärflugzeugplatz in Emmen LU gelandet. Von dort ging es mit einem Autokonvoi auf den Bürgenstock, einem beliebten Ausflugsziel der Region.
Zur Story