Instabiler Hängegletscher oberhalb von Randa im Wallis wird kleiner
Die Gefahr durch einen instabilen Hängegletscher oberhalb von Randa im Oberwallis hat sich durch wiederholte Eisabbrüche etwas verringert. Die Eismasse am Weisshorn ist in den vergangenen Monaten auf nahezu die Hälfte geschrumpft. Eine Evakuierung der rund 450 Einwohner gilt derzeit als sehr unwahrscheinlich.
Das Volumen der instabilen Eismasse habe sich von ursprünglich rund 500'000 auf 250'000 bis 300'000 Kubikmeter reduziert, sagte Pascal Stoebener vom Walliser Dienst für Naturgefahren am Donnerstag zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Zuvor hatten mehrere Medien über die Situation berichtet.
Die verbleibende Eismasse sei allerdings noch immer gross genug, um bei einem vollständigen Abbruch eine Geländestufe auf dem Bisgletscher zu überwinden. Für die Bevölkerung von Randa bestehe derzeit jedoch keine unmittelbare Gefahr.
Risiko durch grosse Schneefälle
Sollten grössere Schneemengen fallen, bevor sich die instabile Eismasse weiter verkleinert habe, müssten die Behörden die Situation neu beurteilen. Nach den derzeit verfügbaren Daten sei eine Evakuierung von Randa allerdings sehr unwahrscheinlich, sagte Stoebener.
Die Eismasse auf der Ostseite des Weisshorngletschers bewegt sich täglich um 6 bis 20 Zentimeter. Der Gletscher befindet sich auf der Überwachungsstufe 3. Dies bedeute keine unmittelbar drohende Gefahr, erfordere aber eine tägliche Kontrolle.
Die Behörden beobachten den Gletscher seit rund 20 Jahren mit fest installierten Kameras. Seit dem 15. August kommt zusätzlich ein Radar zum Einsatz, der die Bewegungen der Eismasse mit hoher Präzision misst. Bei einer Beschleunigung können die Behörden die Überwachung weiter verstärken.
Die bestehenden Schutzmassnahmen sind gemäss aktuellen Angaben der Internetseite der Gemeinde Randa weiter in Kraft. Innerhalb des Gefahrenperimeters dürfen sich somit weiterhin keine Personen aufhalten.
Die offiziellen Zugänge für Fussgängerinnen und Fussgänger sowie Velofahrerinnen und Velofahrer bleiben gesperrt. Das Siedlungsgebiet ist nicht betroffen.
Erinnerung an Blatten
Die Situation erinnert an die Bergsturzkatastrophe von Blatten VS. Am 28. Mai 2025 hatten sich oberhalb des Dorfes rund zehn Millionen Kubikmeter Fels und Eis gelöst.
Die gewaltigen Massen verschütteten rund 90 Prozent des Dorfes und zerstörten etwa 130 Gebäude. Ein Mensch kam ums Leben. (sda)
