Die Schweiz kauft immer mehr Klimaanlagen – und immer teurere
Die letzten Wochen des Junis 2026 verbrachte die Schweiz schwitzend. Der Monat fiel im langjährigen Klimamittel um 3,7 Grad wärmer aus, wie MeteoNews berichtete. Dafür sorgte eine ausgeprägte Hitzewelle ab Mitte des Monats. Diese liess diverse Schweizer Hitzerekorde purzeln: Das Thermometer erreichte in Basel-Binningen 39 Grad, in Delsberg JU 38,2 Grad und in Buchs AG ebenfalls 38,2 Grad.
Die langanhaltende Hitzewelle und die hohen Temperaturen kurbelten auch das Online-Geschäft von Digitec Galaxus an, wie der Online-Händler am Donnerstag meldet: «Galaxus hat im Juni so viele Klimaanlagen und Ventilatoren verkauft wie noch nie in einem einzelnen Monat.»
So seien im Juni 2026 fünfstellige Stückzahlen an Klimaanlagen und Ventilatoren verkauft worden. Damit wurde der bisherige Rekordmonat (Juni 2025) bei den Klimaanlagen um 38 Prozent übertroffen.
Lager sind leer
«Niemand rechnet damit, dass es über Wochen hinweg 30 Grad und wärmer bleibt», sagt Samuel Lea, bei Galaxus verantwortlich für das Klimageräte-Sortiment. Und weiter:
Mittlerweile sind die meisten Klimaanlagen und Ventilatoren bei Galaxus vergriffen: «Mit besserer Verfügbarkeit hätten wir locker noch mehr Geräte verkauft», so Samuel. Der Online-Händler habe mittlerweile Geräte nachbestellt, doch die Lager in ganz Europa seien erschöpft.
«Die Ware kommt über die nächsten Wochen deshalb nur noch tröpfchenweise rein, und für Nachschub aus Asien wird es bis Ende Saison nicht reichen», sagt Samuel weiter. Wer jetzt noch eine Klimaanlage kaufen will, kann diese wohl erst für den nächsten Sommer in Betrieb nehmen.
Änderung beim Kaufverhalten
Die Verkaufszahlen von Digitec Galaxus zeigen zudem, dass die Schweizer Bevölkerung mittlerweile auf teurere Geräte setzt. Der durchschnittliche Verkaufspreis einer Klimaanlage liegt dieses Jahr bei 452 Franken, 2025 waren es 381 Franken, schreibt der Online-Händler.
«Viele Leute haben begriffen, dass extreme Hitze im Sommer keine Ausnahme mehr ist, sondern die neue Normalität. Sie investieren bewusst in leistungsfähigere Geräte, die sie über Jahre nutzen wollen», sagt Samuel Lea dazu.
Dabei setzt die Kundschaft vermehrt auf mobile Split-Anlagen. Der Anteil dieser Geräte hat sich in den letzten drei Jahren verdreifacht. Die Monoblock-Anlagen bleiben mit einem Marktanteil von 55 Prozent aber die am häufigsten gekauften Geräte.
Rollt bereits die nächste Hitzewelle an?
Ein Blick in die Wetter-Apps zeigt aktuell, dass die Temperaturen in den nächsten Tagen wieder steigen, und am Wochenende erreichen die Maximaltemperaturen erneut die 30-Grad-Marke. Nun geht die bange Frage um: Erwartet uns bereits die nächste Hitzewelle?
Klaus Marquardt, Wetterexperte bei MeteoNews, verneint: «Die Temperaturen in der Nacht und am Morgen werden deutlich kühler ausfallen im Vergleich zu der vergangenen Hitzewelle.» In der Schweiz werden Hitzewellen über den Durchschnitt aus Tages- und Nachttemperaturen definiert und dieser dürfte auch in den kommenden Tagen unter der 25-Grad-Marke liegen.
Dennoch sind sich Klimaforschende und Wetterexpertinnen einig: Wegen des Klimawandels treten sogenannte Omega-Lagen und Wetterextreme wie Hitzewellen in der Schweiz immer häufiger auf. Eine kürzlich veröffentlichte Studie kam etwa zum Schluss, dass Hitzewellen wie jene im Juni 2026 heute 500 Mal öfters auftreten als noch vor 50 Jahren. (leo)
