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Mutmassliche Raubkunst: Kulturgüter aus Syrien auf dem Schweizer Kunstmarkt aufgetaucht

Auf dem Schweizer Kunstmarkt sind in den letzten Monaten Kulturgüter aus Syrien aufgetaucht, die womöglich aus Raubgrabungen stammen. Bewiesen ist das zwar nicht, naheliegend sei es aber trotzdem, sagt ein Archäologe. 



Marc-André Haldimann ist Archäologe. Er überwacht den Antikenhandel unter anderem im Auftrag des Bundes. Haldimann hat einen Verdacht: «Seit einem Jahr bieten Händler in der Schweiz vermehrt Kulturgüter aus Syrien an, die im Altertum serienmässig hergestellt worden sind», sagt er der «NZZ am Sonntag»: «Es ist naheliegend, dass darunter auch Kulturgüter aus Raubgrabungen sein können.»

epa04119254 A handout picture made available by the official Syrian Arab News Agency (SANA) on 10 March 2014 is described as showing three archeological artifacts that were allegedly stolen by what SANA claims have been terrorists and which were confiscated by authorities in a house in Palmyra, near Homs, Syria, 10 March 2014. A source in the province cited by SANA said that the found three funerary art pieces are over 2,000 years old. The artifacts also include decorative sculpture fragments and parts of helical columns, the report says.  EPA/SANA / HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Diese Artefakte, gestohlen aus einem Haus in Palmyra, Syrien, konnten konfisziert werden. Bild: EPA/SANA

«Es ist naheliegend, dass darunter auch Kulturgüter aus Raubgrabungen sein können.»

Marc-André Haldimann

Alles in allem finden sich auf Internet-Seiten von Schweizer Galerien mittlerweile mindestens drei Dutzend Objekte aus Syrien, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

Dem Bund fehlen die Mittel

Im Land im Nahen Osten herrscht seit vier Jahren Bürgerkrieg; die Parteien finanzieren sich unter anderem mit dem Verkauf von geraubten Antiken. Experten kritisieren jetzt, dass der Kampf der Schweiz gegen den illegalen Antikenhandel nur zum Teil wirksam ist. So seien Dokumente, mit denen Händler beweisen, dass sie ihre Kulturgüter auf legalem Weg gekauft haben, teilweise gefälscht. 

epa04119256 A handout picture made available by the official Syrian Arab News Agency (SANA) on 10 March 2014 is described as showing a funerary sculpture depicting a family with father, mother and three children, which is an archeological artifact that were allegedly stolen by what SANA claims have been terrorists and which were confiscated by authorities in a house in Palmyra, near Homs, Syria, 10 March 2014. A source in the province cited by SANA said that the found three funerary art pieces are over 2,000 years old. The artifacts also include decorative sculpture fragments and parts of helical columns, the report says.  EPA/SANA / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Diese konfiszierte Grabskulptur zeigt eine Familie. Bild: EPA/SANA

Dem Bund wiederum würden die Mittel fehlen, um Echtheit und Aussagewert dieser Dokumente zu überprüfen. Zudem kontrolliere er die Händler zu wenig und habe ihnen gegenüber Beisshemmungen. Händler und Vertreter des Bundes beteuern allerdings, alles sei legal.

«Wir haben bis jetzt keine illegalen Kulturgüter aus Syrien entdeckt.»

Bundesamt für Kultur

Fest steht, dass im Zusammenhang mit syrischen Kulturgütern bis jetzt kein einziges Strafverfahren eingeleitet worden ist. Und Benno Widmer, Leiter der Fachstelle des Bundesamts für Kultur, die für die Bekämpfung des illegalen Antikenhandels verantwortlich ist, sagt: «Wir haben bis jetzt keine illegalen Kulturgüter aus Syrien entdeckt.» (dwi)

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