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Luftfahrt

Schweiz will Hilfssystem für Flugzeuge abbauen – Piloten kritisieren

Piloten kämpfen täglich mit Funkattacken – trotzdem baut die Schweiz die Lösung ab

13.09.2026, 15:0213.09.2026, 15:02
KEYPIX - Ein Flugzeug landet in der Abenddaemmerung am Flughafen Zuerich Kloten auf der Piste 14, aufgenommen am Dienstag, 14. Januar 2025 in Oberglatt. (KEYSTONE/Michael Buholzer)
Landung am Flughafen Zürich: Piloten werden bei schlechter Sicht vom Navigationssystem ILS unterstützt.Bild: KEYSTONE

Swiss-Piloten werden täglich mit sogenanntem GPS-Spoofing konfrontiert. Dabei wird das Navigationssystem eines Flugzeugs bewusst von Angreifern mit falschen Signalen angepeilt, sodass sich Piloten auf einem anderen Kurs wähnen. Zu GPS-Spoofing kommt es besonders oft in Krisenregionen, wie etwa dem Nahen Osten; vermehrt geschehen solche Angriffe aber auch von Osteuropa aus. Besonders gefährlich wird es dann, wenn das Navigationssystem des Flugzeugs im Landeanflug gestört wird. Denn bei schlechter Sicht müssen Piloten sich auf dieses verlassen.

Die gute Nachricht ist nun: Mit dem sogenannten ILS gibt es ein bewährtes Hilfssystem, das Piloten bei Landungen mit schlechter Sicht ganz ohne den Einsatz von satellitenbasiertem GPS assistiert. Die schlechte Nachricht: Aus Kostengründen wird dieses weltweit zurückgebaut und ersetzt – auch in der Schweiz. Das berichtet der Tages-Anzeiger am Sonntag.

Das ILS, kurz für Instrumentenlandesystem, sendet vom Boden aus elektronische Signale an ein landendes Flugzeug. Diese zeigen dem Piloten, ob sich das Flugzeug exakt auf der Mittellinie der Landebahn befindet und ob der Anflugwinkel stimmt. Allerdings verursacht das ILS sowohl hohe Anschaffungs- als auch Betriebskosten.

Deshalb wird es in der Schweiz (und auch andernorts) zunehmend trotz Kritik von Piloten abgeschafft. So fehlt es am Regionalflughafen La Chaux–de-Fonds seit 2021; in Lugano soll es ebenfalls ausgeschaltet werden. Das Ersatzsystem ist im Gegensatz zum ILS nicht mehr bodengestützt, sondern läuft über GPS – und ist damit anfällig für Spoofing.

Aeropers, die Gewerkschaft der Schweizer Piloten, kritisiert diesen Trend. So sagt ihr Sprecher gegenüber dem «Tages-Anzeiger»: «Wir halten den Rückbau für einen Fehler und einen Nachteil für die Flugsicherheit.» Gerade bei schlechtem Wetter sei es besonders wichtig, ein zuverlässiges System zu haben, weil die Korrektur auf Sicht nicht oder erst sehr spät möglich sei.

Skyguide krebst zurück

Die Schweizer Flugsicherungsgesellschaft Skyguide teilt mit, dass man in der Schweiz bisher noch keine Störaktionen registriert habe. Man führe den Systemwechsel im Auftrag des Bundes durch; die neue Methode sei eine kostengünstigere, stabile und zuverlässige Alternative.

Trotzdem hat der Bund mittlerweile den geplanten ILS-Abbau am Flughafen Bern sistiert, nicht zuletzt, weil die europäische Flugsicherheitsagentur EASA seit kurzem empfiehlt, das ILS für Notfälle betriebsbereit zu halten. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) schreibt dazu, dass man die Bedenken der Luftraumnutzenden kenne. An den Flughäfen Zürich und Genf würde das ILS aufrechterhalten; die Sistierung des Abbaus in Bern wird damit erklärt, dass das System in Bern das letzte im Mittelland sei.

(cpf)

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40 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Schlaf
13.09.2026 15:16registriert Oktober 2019
Sogar bei der Sicherheit werden Kosten über diese gestellt.

Kann man sich fast nicht ausdenken.
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Mosaik_der_Kulturen
13.09.2026 15:55registriert November 2025
Wir sind ja schliesslich irgendein Osteuropäisches Land, welches Pleite ist und aus dem letzten Loch pfeift. Da kann ich es schon verstehen, dass wir da sparen müssen. Ich vermute mal, dass die Osteuropäer übrigens vorausschauender agieren, sie nehmen die russische Bedrohung halt ernst. Aber auch für Terroristen wäre sowas interessant.
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wasps
13.09.2026 15:47registriert Januar 2022
Ohne Experte zu sein. Sparen am falschen Ort ist immer dumm.
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