SRG wird ab Herbst wieder über UKW senden – das steckt dahinter
Die SRG wird ab Mitte Herbst wieder Radiosendungen über UKW verbreiten. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) wird ihr die UKW-Funkkonzession voraussichtlich im August erteilen.
Das Bakom bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen entsprechenden Bericht aus dem «SonntagsBlick». Demnach plant die SRG, die Schweiz grossflächig wieder über UKW zu versorgen und zwar in allen Sprachregionen mit jeweils drei Programmen.
Das Bakom hat Betriebstests auf den 20. Juli bewilligt
Teilweise seien noch technisch veraltete Komponenten im Einsatz. Zunächst dürften Betriebskosten von rund 6,6 Millionen Franken pro Jahr anfallen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf ein internes Papier. Weitere Ausbauschritte, die nächstes Jahr geplant seien, könnten demnach jährlich bis zu 15 Millionen Franken kosten.
Die SRG hatte im Januar die Verbreitung ihrer Sendungen über UKW eingestellt. Die Radiosender verloren nach dem kompletten Wechsel auf DAB+ (Digital Audio Broadcasting) im ersten Halbjahr 2025 sechs Prozent Marktanteil.
Ein politischer Entscheid
Hintergrund der Kehrtwende ist ein politischer Entscheid: Eigentlich war geplant gewesen, den UKW-Rundfunk per Ende 2026 einzustellen. Danach sollten alle Radioprogramme über die DAB+-Technologie verbreitet werden. Das Parlament verlangte jedoch im vergangenen Dezember mit einer Motion, UKW noch länger anzubieten.
Grund war die Befürchtung, dass die Hörerschaft von noch über UKW sendenden Privatradios zu ausländischen Programmen wechseln könnte, statt sich DAB-fähige Geräte anzuschaffen.
Die SRG kündigte nach dem Parlamentsentscheid an, wieder auf UKW zu senden. «Ein vollständiger Verzicht auf UKW hätte nur Sinn gemacht, wenn per Ende 2026 die gesamte Branche UKW abgeschaltet hätte», hiess es damals. Die SRG könne es sich nicht leisten, weiterhin auf UKW und damit auf viele Hörerinnen und Hörer zu verzichten. (sda)
