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SRG will zurück auf UKW – doch der Weg ist lang

Susanne Wille, Generaldirektorin der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG, kommentiert die deutliche Ablehnung der eidgenoessischen Volksinitiative "200 Franken sind genug! (SRG-Ini ...
Susanne Wille rudert in Sachen UKW-Abschaltung zurück.Bild: keystone

SRGs UKW-Rückkehr: Internes Dokument zeigt Kosten und Zeitplan

Die SRG-Chefin hat versprochen, so rasch wie möglich wieder auf UKW zu senden. Interne Dokumente zeigen nun, wie der Plan konkret aussieht – und dass er frühestens Ende 2026 umsetzbar ist.
03.05.2026, 20:0103.05.2026, 20:29

Die Kehrtwende kam kurz vor der SRG-Abstimmung: Im Dezember 2025 kündigte SRG-Chefin Susanne Wille an, dass die öffentlich-rechtlichen Radioprogramme wieder auf UKW zurückkehren sollen. Die Entschuldigung für den Zickzackkurs der Sendeanstalt liess sie sich dabei nicht abnehmen – sie räumte den Fehler ein.

Der Bundesamt für Kommunikation (Bakom) legte inzwischen die neuen Rahmenbedingungen für die Vergabe von UKW-Funkkonzessionen fest. Die bisherigen Frequenzen wurden nicht neu ausgeschrieben, sondern blieben reserviert. Damit trat ab 1. Juli 2026 die entsprechende Regelung in Kraft, wie das Bakom mitteilte.

Dreistufiger Plan bis 2028

Laut internen SRG-Dokumenten, die dem Sonntagsblick vorliegen, plant die Sendeanstalt ein dreistufiges Vorgehen. In einem ersten Schritt sollen neben den 21 bestehenden Standorten maximal 24 weitere Sendestandorte wieder aufgeschaltet werden. Damit könnten rund 85 Prozent der Bevölkerung versorgt werden – vor allem abseits der grossen Verkehrsachsen. Die Betriebskosten belaufen sich laut Dokument auf rund 6,6 Millionen Franken pro Jahr. Realisierbar wäre dieser erste Schritt frühestens im Oktober 2026.

Im zweiten Schritt plant die SRG, von 67 Standorten aus alle regional wichtigen Ballungszentren zu versorgen – rund 90 Prozent der Bevölkerung. Die Kosten dafür: 8,1 Millionen Franken pro Jahr. Im dritten Schritt kämen 156 weitere Sendestandorte hinzu, womit auch die wichtigsten Verkehrsachsen und Agglomerationen in allen drei Sprachregionen abgedeckt wären. Rund 95 Prozent der Bevölkerung könnten so empfangen werden. Kosten: 14,8 Millionen Franken pro Jahr. Dieser Ausbauschritt wäre frühestens Ende 2028 realisierbar.

UKW-Kosten kommen zum Sparauftrag hinzu

Die Kostenfrage ist heikel: Die UKW-Ausgaben fallen zusätzlich zum laufenden Enavant-Sparauftrag an und werden laut Dokument zu weiteren Entlassungen und Streichungen führen. Dennoch will sich die SRG gegenüber dem Sonntags Blick noch nicht zu den Gesamtkosten äussern. Die beschriebenen Szenarien entsprächen nicht mehr dem aktuellen Stand, so die Medienstelle.

Für das vom Aussterben bedrohte Nischenprogramm Radio SRF 2 Kultur plant die SRG derweil, alle drei Hörfunkprogramme früher als die übrigen auf UKW zurückzubringen.

Schawinski kritisiert Wille

Radio-Pionier Roger Schawinski zeigt sich wenig gnädig gegenüber der SRG-Chefin. Er bezeichnet die UKW-Debatte als «das grösste Debakel in der Geschichte der SRG» und kritisiert, dass Wille mehr als ein Jahr lang nicht einmal eine Stunde für ein Gespräch mit ihm gefunden habe. «Wenn man über ein Jahr lang nicht einmal eine Stunde freischaufeln kann, hat man Probleme im Zeitmanagement», sagte Schawinski dem Sonntagsblick. Immerhin hat er eine versöhnliche Prognose parat: «Ich rechne mit 2029.» (mke)

Der Schweizer Medienunternehmer Roger Schawinski freut sich ueber das Ergebnis der Abstimmung ueber die Motion "Neue Ausschreibung für die UKW-Funkkonzessionen ab 1. Januar 2027" in der Wand ...
Roger Schawinski war einer der lautesten Kritiker der UKW-Abschaltung der SRG.Bild: keystone
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