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Datenleck: Salt bestätigt Vorfall, Kunden berichten von Anrufen

ARCHIVBILD ZUM UMSATZ BEI SALT --- Sicht auf das Salt-Logo am Baerenplatz, am Freitag, 15. Mai 2015, in Bern. Nach der Uebernahme durch den franzoesischen Unternehmer Xavier Niel hat sich der Mobilfun ...
Salt warnt vor einem Sicherheitsvorfall.Bild: keystone

Salt bestätigt Sicherheitsvorfall – Kunden berichten von ungewollten Anrufen

Nach Angaben des Unternehmens könnten Kundendaten von Salt in der Schweiz kompromittiert worden sein. In Foren berichten Kundinnen und Kunden bereits von ungewollten Anrufen, gleichzeitig bleiben viele Fragen offen.
12.09.2026, 10:5412.09.2026, 12:35

Namen, Adressen, Telefonnummern oder auch Geburtsdaten könnten abgegriffen worden sein: Salt informierte am Freitag seine Kundinnen und Kunden über einen «möglichen Sicherheitsvorfall», nachdem im Internet «Online-Meldungen über ein mögliches Kundendatenleck bei Salt» aufgetaucht seien.

In der E-Mail, die an die Kundinnen und Kunden verschickt wurde, erklärt der Schweizer Betreiber, den «Sachverhalt umfassend geprüft» zu haben und versichert, dass in den eigenen Systemen kein unbefugter Zugriff festgestellt wurde. Hingegen gibt Salt an, einen «Missbrauch eines bestehenden Zugriffs auf ein Peripheriesystem» festgestellt zu haben:

«Es gibt jedoch Hinweise auf die missbräuchliche Nutzung eines bestehenden Zugangs zu einem peripheren System. Die betroffenen Zugänge wurden umgehend gesichert und die Sicherheitsmassnahmen verstärkt.»

Betroffen seien «ausschliesslich folgende persönliche Angaben»: Vor- und Nachname, Postadresse, Mobiltelefonnummer, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse. Sensible Informationen wie Passwörter, Bank- oder Kundenverlaufsdaten seien nicht betroffen.

In seiner Mitteilung gibt Salt nicht an, wie viele Kundinnen und Kunden davon betroffen sein könnten und ob die Daten tatsächlich gestohlen wurden. «Seien Sie vorsorglich besonders aufmerksam bei verdächtigen E-Mails, SMS oder Anrufen, in denen diese Angaben verwendet werden», schreibt der drittgrösste Telekommunikationsanbieter in der Schweiz. Salt oder seine Partner würden die Kundinnen und Kunden «niemals per E-Mail, SMS oder Telefon dazu auffordern, ein Passwort, Bankdaten oder andere vertrauliche Informationen bekannt zu geben».

Kunden regen sich über Anrufe auf

Kundinnen und Kunden zeigen sich trotz der Mitteilung von Salt verärgert. Auf Reddit berichten User von ungewollten Anrufen und Vorfällen in den letzten Tagen.

Ein User schreibt: «Kein Wunder, dass ich seit letzter Woche täglich zwei bis vier Betrugsanrufe bekomme.» Ein weiterer berichtet, er oder sie habe «erst vor zwei Tagen […] mehrere Betrugsanrufe erhalten und mich gefragt, wie das möglich ist. Jetzt weiss ich es».

Andere User regen sich über die Kommunikation von Salt auf: Einige hätten gar keine E-Mails gekriegt, andere hätten geglaubt, es handle sich auch dort um Spam – die E-Mail mache einen «amateurhaften Eindruck», so ein User. Und ein weiterer erzählt: «Ich habe die E-Mail gerade erst erhalten und habe den Link dann selbst in die Adressleiste meines Browsers eingegeben, weil mir das Ganze verdächtig vorkam.»

Die Reddit-User sprechen zudem über rechtliche Schritte gegen Salt, zum Beispiel mit einer Klage wegen Fahrlässigkeit und Anzeige beim Bundesamt für Cybersicherheit BACS. Er oder sie habe den Fall schonmal bei der Rechtsschutzversicherung angegeben, «mal schauen, was passiert». Ein weiterer User schreibt: «Jemand muss vor Gericht gehen und all diesen Firmen klarmachen, dass sie dafür bezahlen müssen, wenn sie diesen Mist nicht in den Griff bekommen.»

Erste Meldungen Ende August

Bereits Ende August berichtete das Portal Brinztech über Akteure aus dem Darkweb, die «eine illegale Verkaufskampagne gestartet» hätten, in deren Rahmen ein riesiger Datensatz mit mehr als 1,09 Millionen Kundendatensätzen vermarktet würde, «die dem Schweizer Telekommunikationsanbieter Salt Mobile zugeschrieben werden».

Auf Anfrage von watson gibt Salt keine weiteren Informationen heraus: Da die Untersuchungen weiterhin liefen, könne das Unternehmen derzeit keine weiteren Angaben machen. Es ist daher noch immer unklar, wie viele Kundendaten genau betroffen sind und auch, wann genau der Vorfall geschah. (lak)

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51 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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mstuedel
12.09.2026 11:11registriert Februar 2019
Die Datensicherheit bei Telefonnummern ist mehr und mehr kompromitiert. Es kommt schon so weit, dass ich Anrufe von unbekannten Nummern gar nicht mehr abnehme. Wenn es ein wichtiges Anliegen ist, kann der Anrufer eine Nachricht auf dem Telefonbeantworter hinterlassen.
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Empathie404
12.09.2026 11:13registriert August 2026
Stimmt. Vollständiger Name, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummern und einander schön zugeordnet sind ja keine sensiblen Daten.

Salt, also bitte. Zum Glück würde ich dirt nie Kunde werden.
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praestrigiae
12.09.2026 12:22registriert August 2020
„Nicht sensibel“ ist eine interessante Kategorie, wenn Name, Adresse, Geburtsdatum, E-Mail und Handynummer exakt das Profil für überzeugendes Telefon-Social-Engineering liefern. Welches nicht kompromittierte Merkmal verhindert am Telefon einen SIM-Tausch, eine Umleitung oder eine Adressänderung? „Keine Passwörter betroffen“ ist keine Entwarnung, solange genau diese Daten für die Identifikation genügen können.
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