Schweiz
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Unser Frühling war zu warm, sehr sonnig und massiv zu trocken



A stranded boat lies on the dry Sihlsee lake near Einsiedeln, Switzerland on Thursday, 23 April 2020. (KEYSTONE/Silva Schnurrenberger)

Tiefer Wasserstand im Sihlsee, Einsiedeln. Bild: KEYSTONE

Nach dem wärmsten Winter seit Messbeginn hat sich auch der Frühling dieses Jahr in der Schweiz überdurchschnittlich warm gezeigt. Zudem schien die Sonne laut dem Wetterdienst Meteonews deutlich häufiger als im klimatischen Mittel. Vielerorts war es massiv zu trocken.

Auch häufige Bisenlagen prägten den diesjährigen Frühling, wie es in einer Mitteilung von Meteonews vom Sonntag heisst. Seit dem kühlen Mai 2019 habe es keinen einzigen Monat mehr gegeben, welcher im Vergleich zum klimatischen Mittel 1981 bis 2010 ein Temperaturdefizit aufgewiesen habe.

Im März, dem ersten Monat des meteorologischen Frühlings, konnte schweizweit eine Temperaturabweichung von 0,5 bis knapp über 1 Grad verzeichnet werden. Insbesondere die erste Monatshälfte war deutlich zu warm.

Im April zeigte die Temperaturkurve steil nach oben, wie der Wetterdienst schreibt. Das klimatische Mittel wurde schweizweit verbreitet um 3 bis 4 Grad überschritten. So reichte es zum Beispiel an den Messstationen Basel-Binningen, Zürich-Flughafen und Luzern für den drittwärmsten April seit Messbeginn. Nur der April 2007 und 2018 war vielerorts noch wärmer. Auf dem Chasseral BE konnte mit einem Temperaturüberschuss von 5,5 Grad der zweitwärmsten April seit Messbeginn verzeichnet werden.

Eine oeffentliche Feuerstelle am Sihlsee bei Euthal im Kanton Schwyz wo es am Donnerstag, 16. April 2020 so trocken wie selten in den letzten Jahren. Der Wasserstand des Sihlsees ist fuer Mitte April nichts Aussergewoehnliches, allerdings muesste er ab jetzt durch das in diesem Jahr fehlende Schneeschmelzwasser steigen. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Die Feuerstelle wäre eigentlich direkt am Sihlsee (Bild vom 16. April). Bild: KEYSTONE

Demgegenüber zeigte sich der Mai gemässigter. Mit einer Temperaturabweichung von 0 bis 0,5 Grad war es im Norden durchschnittlich oder nur leicht zu warm. Im Westen und im Wallis stieg die Temperatur mit knapp 1,5 Grad und im Süden mit knapp 2 Grad allerdings erneut deutlich über das klimatische Mittel.

40 Prozent mehr Sonne als üblich

In allen drei Monaten des meteorologischen Frühlings machte die Sonne viele Überstunden, insbesondere im April: An etlichen Messstationen reichte es für den zweit- bis viertsonnigsten April seit Messbeginn. Mit einem Überschuss von teilweise mehr als 40 Prozent war es aber auch im März sehr sonnig, wie es weiter heisst.

Nach einem unbeständigen Start in den März folgte ab dem zweiten Märzdrittel eine aussergewöhnlich lange Trockenperiode. So fiel beispielsweise in Genf zwischen dem 12. März und 25. April kein einziger Regentropfen, so lange wie noch nie seit Messbeginn. Aber auch sonst gab es in dieser Zeitspanne – wenn überhaupt – nur sehr bescheidene Niederschlagsmengen.

Auch über den gesamten Monat Mai gesehen war es laut Meteonews deutlich zu trocken. Vielerorts betrug das Niederschlagsdefizit zwischen 25 und 45 Prozent. Nur entlang der Voralpen konnte das Soll erreicht werden, im Süden gab es sogar einen Überschuss von gut 10 Prozent. (sda)

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Calvin Whatison 31.05.2020 17:08
    Highlight Highlight Ist der Frühling denn schon vorbei?🤔
  • Paddiesli 31.05.2020 16:52
    Highlight Highlight Ganz ehrlich, ich habe Angst vor dem, was uns der Sommer bringen könnte.
  • Andi Weibel 31.05.2020 11:21
    Highlight Highlight Lasst mich rasch nachdenken, was wir gegen die Bedrohung der Klimakatastrophe machen könnten...

    Genau, wir kaufen Luxus-Kampfjets und verpulvern dafür 24 Milliarden!
    • Team Insomnia 31.05.2020 11:55
      Highlight Highlight Nein! Wir fliegen Sinnlos 5 mal im Jahr übers Weekend nach London, Paris, Zagreb, Porto und Bratislva, weil wir ja mega fancy und ultra-hip sind! Dazu im Hochsommer unbedingt noch nach Ibiza, Zrce und Malle für 10 Tage. Wir sind ja Weltenbummler und meeega-wichtig!!
    • du_bist_du 31.05.2020 12:06
      Highlight Highlight Ach kommen Sie.
      Die Kampfjetdiskussion mag auch berechtigt sein. Durch das, dass sie es aber völlig absurd und abwegig mit dem Klimawandel koppeln, verunmöglichen sie jegliche Diskussion und vergraulein Diskussionsteilnehmer. Aber hey, hauptsache Identitätspolitik.
    • SeboZh 31.05.2020 12:20
      Highlight Highlight Hilft dem Klima sicher nicht. Aber gibt wohl noch zig grössere Umweltsünden die tagtäglich gebraucht wersen und zwar nicht nur in 24 facher Ausführung
    Weitere Antworten anzeigen
  • 6030ebikon 31.05.2020 11:11
    Highlight Highlight der sihlsee dient als ein schlechtes beispiel, da es ein stausee, somit regulierbar ist und jeden ffühling vor der schneeschmelze so aussieht...
    • Coffeetime ☕ 31.05.2020 14:17
      Highlight Highlight Wo gibt es noch Schnee in diesem Gebiet? 🤔
    • 6030ebikon 31.05.2020 14:39
      Highlight Highlight ach ja stimmt... der sihlsee liegt ja mitten in den bergen, wo es keinen schnee mehr gibt... so wie zBsp der gr & kl mythen oder druesberg (alle über 1500m und somit ja schneefrei ?!?)...🤓 wird mal zeit, dass du einen ausflug in diese region machst...😌
    • Coffeetime ☕ 31.05.2020 16:13
      Highlight Highlight Es war eine ehrlich gemeinte Frage... stell dir vor, ich kenne die Region... bin aber in den letzten Wochen nicht mehr dort gewesen. Gestern im Berner Oberland und der Schnee war schon sehr weit weg...

      Aber anscheinend lieber mal wieder aus der eigenen Blase raus jemanden beurteilen ist einfacher... und befriedigt wohl das Ego. Ist aber nur kurzfristig und bringt keine andauernde Zufriedenheit. 🤷🏻‍♀️
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hypatia 31.05.2020 11:09
    Highlight Highlight Ich gratuliere dem Fotografen für sein einzigartiges Foto vom ausgetrockneten Siehlsee. Das ist Kunst von der abstrakten Sorte, die uns ganz tief in die gegenwärtige Realität blicken lässt! Bravo!



    • Locutus70 31.05.2020 13:31
      Highlight Highlight @Hypatia - Es ist ein uraltes Strategem - nix anderes.
    • Hypatia 31.05.2020 14:57
      Highlight Highlight Das Problem mit der Trockenheit führt auch hier in Belgien über kurz oder lang zu Wasserrationierungen und Sprühverboten. Es ist hier staubtrocken! - Ich will ja kein "Verschwörungstheoretiker" sein, - aber "spricht" hier die Erde nicht Klartext? - Mensch! Das hast du davon! Ich werde dich in die Wüste schicken!

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