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Tödlicher Unfall in Flumserberg – Untersuchung klärt auf

Wintersportler mit Schutzmasken im Sessellift, aufgenommen am Donnerstag, 17. Dezember 2020, im Skigebiet Flumserberg, in Flums. Die St. Galler Regierung hat angekuendigt, den Skigebieten im Kanton ab ...
Im September 2025 verunfallte ein Mitarbeiter der Bergbahnen Flumserberg tödlich. Ein Untersuchungsbericht liefert nun Antworten. (Symbolbild)Bild: keystone

Tödlicher Unfall in Flumserberg – jetzt ist klar, was wirklich geschah

11.03.2026, 15:2311.03.2026, 15:23

Ein 61-jähriger Mann hat sich im September 2025 bei routinemässigen Kontrollarbeiten an der Sesselbahn Prodkamm in Flumserberg tödlich verletzt. Ein Untersuchungsbericht hält nun fest, der verunfallte Bahnmitarbeiter habe sich unerklärlicherweise in einen Gefahrenbereich begeben.

Einem Mitarbeiter der Bergbahnen Flumserberg bot sich in der Talstation des 8er-Sessellifts Prodkamm ein schreckliches Bild. Sein Arbeitskollege lag eingeklemmt im Umlauf der Seilbahnstation. Der Sessellift stand still, der Mann war tot.

Ein halbes Jahr später veröffentlichte die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) ihren Bericht über den Arbeitsunfall. Dieser hält fest, dass der verunfallte Mitarbeiter während Routinearbeiten andere als die vorgesehenen Kontrolleinrichtungen prüfte und dabei ein Risiko eingegangen sei. Dieses Vorgehen könne nicht nachvollzogen werden. Im Bericht heisst es: Der Sust lägen keine Hinweise vor, die den Aufenthalt des verunfallten Seilbahnmitarbeiters in dem vorgefundenen Gefahrenbereich erklärten könnten.

Unfall bei routinemässigen Arbeiten

An jenem Morgen herrschte schlechtes Wetter, hält der Untersuchungsbericht fest. Nur wenige Passagiere wurden nach Inbetriebnahme der Bahn um 8.15 Uhr auf den Berg befördert. Danach nutzten zwei Mitarbeiter der Sesselbahn die Zeit, um routinemässige Kontrollarbeiten vorzunehmen. Einer befand sich in der Tal-, der andere in der Bergstation.

Der Mitarbeiter der Talstation informierte seinen Kollegen, der die Bahn von der Bergstation aus steuerte, dass er Funktionskontrollen beim Umlauf des Sessellifts vornehmen werde. Danach stieg er auf die Wartungsgalerie der Anlage. Um Zugang zu den Sicherungselementen zu erhalten, die er kontrollieren wollte, musste der Mitarbeiter Schutzvorrichtungen entfernen, heisst es im Bericht weiter.

Danach führte er Funktionskontrollen bei reduzierter Geschwindigkeit der Bahn durch. Diese verliefen offenbar erfolgreich, worauf der Seilbahnmitarbeiter seinem Kollegen in der Bergstation mitteilte, dass die Bahn wieder mit Normalgeschwindigkeit betrieben werden könne.

Wenige Sekunden später stoppte die Bahn automatisch. Kontaktversuche mit der Talstation blieben unbeantwortet. Daraufhin wählte der Mitarbeiter von der Bergstation die Handynummer eines weiteren Kollegen, der sich in der Nähe der Talstation befand. Er bat ihn, dort nachzusehen.

Bericht enthält keine Anschuldigungen

Der Untersuchungsbericht stellt keinen technischen Mangel an der Seilbahnanlage fest, der den Unfall begünstigt haben könnte. Zu den Aufgaben des verunglückten Mitarbeiters gehörten Kontrollen, die während des laufenden Betriebs «mit geringem Risiko» durchzuführen seien, hält der Bericht fest. Er wurde jedoch in einem deutlich grösseren Gefahrenbereich der Anlage aufgefunden.

Untersuchungen beim Verunfallten hätten keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung aufgrund von Alkohol oder Betäubungsmitteln ergeben. Der Mann war seit einem Jahr bei den Bergbahnen Flumserberg angestellt. Als Quereinsteiger sei er während mehrerer Tage über seine Aufgaben und die Gefahren instruiert worden.

Nach dem tödlichen Unfall sei bei den Bergbahnen die Checkliste für Kontrollen ergänzt worden. Der Untersuchungsbericht beinhaltet jedoch weder Sicherheitsempfehlungen noch Sicherheitshinweise. «Er wurde mit dem Zweck erstellt, dass das Ereignis bei den Seilbahnunternehmen bekannt wird», hält die Sust fest. Prozesse sollten überprüft werden, um ein ähnliches Ereignis zu vermeiden. (nil/sda)

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