An der Säntis-Nordwand droht ein Felssturz – Gebiete bei Schwägalp gesperrt
Bei einem Rettungsflug der Rega im Säntismassiv entdeckte der Pilot in einer Steilwand unterhalb des Girenspitzes einen instabilen Felsbereich, wie der Kanton Appenzell Ausserrhoden am Donnerstag in einer Mitteilung schrieb. Danach schauten sich Geologen im Auftrag beider Appenzell das Gebiet an. Sie kamen zum Schluss, dass der Felsbereich absturzgefährdet ist und herabstürzende Steine Gebiete auf der Schwägalp erreichen könnten.
Das gefährdete Gebiet liegt knapp einen Kilometer weit entfernt vom Hotel auf der Schwägalp und dem grossen Parkplatz, der als Ausgangspunkt für diverse Wanderungen dient. Das sagte die Hundwiler Gemeindepräsidentin Margrit Müller (Parteiunabhängige AR) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Gemeinde Hundwil ist für die Umsetzung der Sicherheitsmassnahmen zuständig, weil die Schwägalp zu ihrem Gebiet gehört.
Gemäss dem Kanton sind zwischen 10'000 und 15'000 Kubikmeter Fels absturzgefährdet. Im potenziellen Gefahrenbereich liegt insbesondere die Kiesgrube oberhalb der Alp Siebenhütten. Deren Betrieb wurde gemäss Müller deshalb «sofort eingestellt» und der Zugang abgesperrt. «Zudem sind die Gefahrenbereiche mit Warntafeln signalisiert worden.»
«Man muss sich an die Wanderwege halten»
Ebenfalls gefährdet ist gemäss Communiqué eine Flurstrasse, die etwas weiter weg von der Felswand entlangführt. «Die Risiken sind dort gemäss aktuellem Kenntnisstand aber bereits deutlich kleiner.» Das bedeutet, dass die Strasse lediglich für Fussgängerinnen und Fussgänger gesperrt ist. Für Autos und Velos bleibt sie offen, weil diese weniger lang im Gefahrenbereich sind und die Risiken dadurch «deutlich kleiner» seien.
Auf dem offiziellen Wanderweg Schwägalp-Siebenhütten drohe keine Gefahr. Dieser bleibt offen und kann ohne Einschränkungen begangen werden. «Man muss sich einfach wirklich an den Wanderweg halten und nicht die Flurstrasse entlang laufen», sagte Margrit Müller weiter.
«Offizielle Säntis-Routen sind ebenfalls nicht betroffen», so die Hundwiler Gemeindepräsidentin weiter. Überhaupt würden keine Wanderwege durch den Gefahrenbereich führen.
Geologen beobachten den Fels weiter
Auch die Alpgebäude bei Siebenhütten wären bei einem Felssturz wohl nicht bedroht. «Sie liegen ausserhalb der Gefahrenzone und die Alpzeit ist auch bereits vorbei», erklärte Müller.
In den kommenden Wochen wird ein Geologiebüro im Auftrag des Ausserrhoder Amts für Raum und Wald weitere Abklärungen vornehmen. «Danach kann entschieden werden, ob zusätzliche Massnahmen notwendig sind», hiess es in der Mitteilung weiter. (sda)
