Ab 2027 werden Briefe in der Schweiz teurer – das willst du wissen
Was ist neu?
Die Post erhöht die Preise für Briefe ab Anfang 2027. Die Listenpreise für Pakete bleiben derweil bis mindestens Ende 2029 unverändert, wie der Preisüberwacher am Donnerstag mitteilte.
In einer neuen einvernehmlichen Regelung einigten sich der Preisüberwacher und die Post vorwiegend auf gezielte Massnahmen im Briefbereich, um die Eigenfinanzierung der Grundversorgung zu sichern, wie es am Donnerstag hiess. In diesem Bereich hat die Post seit Längerem mit sinkenden Erträgen zu kämpfen, weil wegen der fortschreitenden Digitalisierung weniger Briefe physisch verschickt werden. Gleichzeitig bleiben die Kosten für die flächendeckende Infrastruktur weitgehend gleich.
Wie viel kostet ein Brief dann?
Ein mit A-Post versandter Brief kostet demnach ab dem 1. Januar 2027 1.40 Franken, ein B-Post-Brief neu 1.10 Franken. Zudem gilt für nationale Briefe neu ein Standardgewicht von 1–50 Gramm, statt wie bisher 1–100 Gramm. Die Preise sind nicht der Mehrwertsteuer unterstellt.
Grossbriefe kosten neu 2.75 Franken. Für Midibriefe mit einem Gewicht von 51 bis 500 Gramm bleibt der bisherige Preis in Höhe von 1.70 Franken unverändert. Die Preise für Einschreiben und A-Post Plus erhöhen sich ebenfalls.
Womit kam die Post nicht durch?
Nicht alle geplanten Preiserhöhungen der Post kamen aber durch. Keine Erhöhungen gibt es bei den Paketen im nationalen und internationalen Versand: Die Listenpreise bleiben bis mindestens Ende 2029 unverändert – sowohl für Privatkunden als auch für KMU. Die Post hatte eine Preiserhöhung von 70 Rappen bei allen Gewichtsstufen bei «PostPac Priority» und «Economy» sowie von bis zu zwei Franken bei «Swiss Express Mond» beantragt.
Auch der Online-Rabatt für selbstetikettierte, nationale Pakete ist von keiner Änderung betroffen. Verzichten muss die Post nach Verhandlungen mit dem Preisüberwacher überdies auf Anpassungen bei den Dienstleistungen «Post umleiten», «Post nachsenden» und «Zollabfertigung».
Unter dem Strich fallen die Preisanpassungen deutlich tiefer aus als ursprünglich von der Post gefordert. Deren Massnahmenpaket hatte einen Umfang von fast 103 Millionen Franken für die Jahre 2027 und 2028. Zählt man die nun getroffenen Massnahmen über drei Jahre zusammen, kommt man auf ein Volumen von gut 80 Millionen Franken.
Wie begründet die Post die Änderungen?
Konzernleiter Pascal Grieder begründet den Schritt mit den veränderten Kundenbedürfnissen:
Kaufkraftbereinigt würden Kundinnen und Kunden in der Schweiz trotzdem von Tarifen, die zu den tiefsten in Europa gehören, profitieren, so Grieder.
Was sagt der Preisüberwacher dazu?
Der Preisüberwacher hob in seiner Mitteilung die ausgehandelte Preissicherheit bis Ende 2029 hervor. Er forderte die Politik im Weiteren auf, nachhaltige Lösungen für die Finanzierung der Grundversorgung zu schaffen. Die Kosten des strukturellen Wandels dürften künftig nicht primär über wiederholte Preiserhöhungen finanziert werden.
«Die gleichzeitige Erfüllung einer preiswerten Grundversorgung, die Entwicklung neuer digitaler Produkte sowie die Ausschüttung einer Dividende an die Eignerin werden unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht länger möglich sein», schrieb der Preisüberwacher. Er plädiert weiterhin dafür, künftig auf eine Dividendenzahlung zu verzichten.
Das Parlament wird im Rahmen der Revision des Post- und des Postorganisationsgesetzes darüber entscheiden. (cpf/dab/sda)
