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SBB: Jetzt ist klar, warum es bei Neuenburg fast zu einer Kollision kam

Deux patrouilles constituees de la police cantonale neuchateloise et de la police des CFF/SBB pour illustrer la nouvelle collaboration policiere entre la Police neuchateloise et la Police des transpor ...
Polizisten am Bahnhof in Neuenburg. (Archivbild)Bild: KEYSTONE

«Glouben i ja nid»: Jetzt ist klar, warum es bei Neuenburg fast zu einer Zugkollision kam

14.06.2026, 08:5114.06.2026, 09:44

Eine Sust-Untersuchung hat laut «SonntagsZeitung» sprachliche Hürden bei SBB-Lokführern als Ursache einer gefährlichen Zugannäherung in Neuenburg-Vauseyon identifiziert.

Technische Defekte an Zügen oder Sicherungsanlagen hätten ausgeschlossen werden können. Ein Regionalzug sei am 12. August 2025 nach einer Fehlleitung auf das Gleis eines Güterzugs geraten, der erst 50 Meter vor der Kollision zum Stillstand gekommen sei.

Missverständnisse zwischen deutschsprachigen Lokführern und französischsprachigen Fahrdienstleitern hätten die Bewältigung der Situation erschwert.

Transkript des Dialogs

Die «SonntagsZeitung» gibt folgenden Dialog wieder, der sich zwischen den Lokführern und den Fahrdienstleitern ereignet haben soll:

Lokführer (L): Ja, c'est bon ici?
Fahrdienstleiter (F): Non c'est pas bon. Tu as été trop loin.
L: Ja, je roule manoeuvre jusqu' à Neuchâtel?
F: Non, non, non. Neuchâtel-Vauseyon! Je t'ai dis de ne pas rentrer sur la pleine voie. Là c'était dangereux ce que t'as fait.
L: Pas compris.
F: Oui bien, je sais que tu me comprends pas.
L: Donne-moi une personne qui parle allemand.
F: Personne ne parle allemand sur ce secteur, là.

Im weiteren Gespräch sollen laut dem Transkript, das der «SonntagsZeitung» vorliegt, auch Kraftausdrücke gefallen sein.

Der Fahrdienstleiter sagte etwa: «C'est difficile, il comprend pas. Là c'est un bordel de monstre.» Darauf soll der Lokführer geflucht und mit «das glouben i ja nid», geantwortet haben.

SBB spricht von einem Einzelfall

Die betroffenen Lokführer hätten die internen SBB-Vorgaben mit Sprachniveau A1 erfüllt, seien laut Sust aber nicht in der Lage gewesen, die Lage auf Französisch sicher abzuwickeln. Die Sust halte deshalb fest, die Sprachanforderungen der SBB erfüllten die gesetzlichen Vorgaben nicht ausreichend. Die SBB bezeichneten den Vorfall als Einzelfall, man nehme ihn jedoch «sehr ernst». (sda/cma)

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102 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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insider
14.06.2026 09:08registriert Juni 2016
Spannend wäre es, wenn man zum Transkript auch noch beschreibt, was nicht verstanden wurde, wie gehandelt wurde und was darum betrieblich schief lief.
Wieso sind die Züge beinahe kollidiert?
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Ricky_Banlieue
14.06.2026 09:24registriert Oktober 2022
Inakzeptabel. Fahrdienstleiter müssen gerade entlang der Sprachgrenze zwingend beide Sprachen mindestens B1 beherrschen. A1 ist lachhaft wenn man mehr will als einen Kaffee bestellen. Vermutlich sassen die irgendwo an einem Pult tief in der Westschweiz. Dort kann Zweisprachigkeit überhaupt nicht erwartet werden. Ich glaube aber auch nicht, dass jemand in Olten diese brenzlige Situation mit französischsprachigen Lokführern besser bewältigt hätte.
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Robi Roborock
14.06.2026 09:49registriert Januar 2018
Und die Politik so: "Och, das mit dem Französischlernen in der Schule wird überbewertet...". Glücklicherweise scheint der Bundesrat da die Notbremse zu ziehen.
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