Dank Lidl-Gründer-Spende: ETH Zürich baut Campus in Deutschland – doch es gibt Probleme
ETH Zürich baut einen Campus in Deutschland: Lidl-Gründer Dieter Schwarz unterstützt das Projekt Schätzungen zufolge mit 600 Millionen Franken. Der Standort in Heilbronn, im Norden Baden-Württembergs, soll künftig zum Digital- und KI-Zentrum der international renommierten Hochschule werden.
2030 sollen dort rund 700 ETH-Studierende und 150 Doktorierende lernen und forschen. Es ist nach Singapur der zweite Auslandsstandort der Hochschule. Der erste reguläre Masterstudiengang soll im Herbst 2028 starten.
Viele offene Fragen
Nun bleiben einige Knackpunkte zu klären: Die ersten 15 Professuren hätten ursprünglich bereits im Sommer 2026 besetzt werden sollen. Das ist nicht gelungen. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, dürfte sich die Rekrutierung internationaler Spitzenforscherinnen und -forscher als schwierig erweisen, da die Professorinnen und Professoren nach deutschem Recht angestellt werden. Dadurch dürften sie deutlich weniger verdienen als ihre Kolleginnen und Kollegen in der Schweiz. Auch der Standort könnte für die Forschung ein Nachteil sein: Heilbronn ist gemessen an der Einwohnerzahl rund viermal kleiner als Zürich.
Eine weitere offene Frage betrifft die Studiengebühren: Studierende aus Deutschland bezahlen üblicherweise keine Studiengebühren. An der ETH in Zürich fallen pro Semester 730 Franken an. Wie die Zeitung berichtet, suche die Hochschule nach einer Lösung, sodass die Studierenden «mindestens die an der ETH Zürich geltenden Studiengebühren bezahlen müssen».
Eine weitere Herausforderung besteht darin, die akademische Qualität an beiden Standorten sicherzustellen. Dafür sollen Forschende aus Zürich und Heilbronn enger zusammenarbeiten. Geplant sind neben einer Busverbindung zwischen den Städten auch längere Aufenthalte am jeweils anderen Standort. (cst)
