«Ich fühle mich richtig dumm»: Tessiner Politiker baut mit Alkohol im Blut Roller-Unfall
Der Tessiner Lega-Politiker Andrea Censi ist am Donnerstag mit einem Roller verunglückt. Dabei verletzte sich der Grossrat des Kantons Tessin am Handgelenk. Dies zeigte Censi auf Social Media – und legte zudem ein Geständnis ab. So fiel ein Alkoholtest nach dem Unfall positiv aus, wie Censi schreibt.
«Der Test hat ein Resultat angezeigt, das über dem erlaubten Limit ist», räumt der Lega-Mann ein. Nach dem Vorfall zeigte er Reue. «Ich fühle mich richtig dumm», schreibt Censi. Er sei nun bereit, die daraus folgenden Konsequenzen zu tragen. «Ich will mich zudem bei meinen Freunden aus der Lega und meinen Kollegen entschuldigen», so Censi weiter. Er habe diese sofort informiert, als er aus dem Spital entlassen worden sei.
Mit wie viel Promille er im Blut unterwegs war, ist derzeit unklar. Censi sagte gegenüber RSI, er warte die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen ab. Er werde diese veröffentlichen, sobald sie vorliegen, erklärte er.
Der Unfall ereignete sich in der Nähe von Mezzovico-Vira im Bezirk Lugano. Gemäss Censi waren keine weiteren Personen involviert. «Ich wurde von der Ambulanz abgeholt und gestern wieder aus dem Spital entlassen», schreibt er am Samstag. Er werde sich nun vorerst zurückziehen, um sich zu erholen.
Andrea Censis Geständnis ist besonders brisant, weil er Präsident und Gründer der sogenannten Fronte Automobilisti Ticino ist. Dabei handelt es sich um eine Gruppierung, welche gemäss eigenen Angaben «Autofahrer vor Ungerechtigkeit schützen» will.
Zweiter Tessiner Fall innert kurzer Zeit
Der Fall Censi ist bereits der zweite Vorfall im Strassenverkehr innert weniger Tage, welcher in der Tessiner Politik für Aufruhr sorgt. Erst kürzlich machte Fabrizio Sirica, Co-Präsident der Tessiner SP, publik, dass er bei einem Töffausflug im Kanton Uri mit 104 km/h durch eine 50er-Zone gerast ist.
Sirica meldete sich auf Instagram zu Wort und erklärte, er übernehme die volle Verantwortung für den «Mist», den er gebaut habe. Es gehe um einen Vorfall aus seiner Privatsphäre, der jedoch Auswirkungen auf seine öffentliche Wahrnehmung habe. Tessiner Medien hatten zuerst über den Fall berichtet. Sirica wird seinen Führerausweis für mindestens ein Jahr abgeben müssen. Der Vorfall führte zu seinem Ausschluss aus dem Regierungswahlkampf. (dab)
