Schweiz
Tier

Wolf im Kanton Schwyz: SVP-Kantonsrat sammelt Spenden für Jäger

SVP-Kantonsrat sammelt Spenden für mögliche Bussen bei Wolfsabschüssen

Im Kanton Schwyz gibt es ein Wolfsrudel, das bisher keine grossen Schwierigkeiten bereitet hat. Dennoch wurden 200 Jägerinnen und Jäger für die künftige Regulierung des Bestands ernannt. Um sie vor finanziellen Folgen bei Fehlschüssen zu schützen, sammelt ein Kantonsrat Geld. Zum Ärger von Tierschützern.
21.07.2026, 11:2321.07.2026, 11:23

Der Wolf erhitzt im Kanton Schwyz weiter die Gemüter. Um den Bestand zu regulieren, gibt es rund 200 Jägerinnen und Jäger, die dafür zuständig sein können. Bei einem Fehlabschuss drohen jedoch Bussen von bis zu 5000 Franken.

Deshalb hat der Küssnachter SVP-Kantonsrat Samuel Lütolf in einem Whatsapp-Kanal zu Spenden aufgerufen, sollte ein Jäger oder eine Jägerin tatsächlich verurteilt werden, berichtet der Bote der Urschweiz. An einem Wochenende seien so bereits 10'000 Franken zugesichert worden.

Für Lütolf ist das ein Zeichen, dass die Bevölkerung eine präventive Regulierung wolle. «Ich bin positiv überrascht über die Resonanz», sagt er zur Zeitung.

Tierschützer sind wütend

Anders sieht es Kathrin Ruoss vom Verein Wolfs-Hirten. «Dass ein Volksvertreter zu privaten Spenden für Bussen im Zusammenhang mit der Wolfsregulierung aufruft, hat mich schockiert. Dieses Vorgehen ist nicht akzeptabel und widerspricht unserem Rechtsstaat», sagt sie. Wer politische Verantwortung trage, müsse das Vertrauen in die bestehenden Regeln stärken und nicht Zweifel daran wecken.

Ruoss stört sich zudem an der Verhältnismässigkeit. Ihr zufolge gibt es im Kanton ein bestätigtes Wolfsrudel, das sich unauffällig verhalte. Dass rund 200 Jäger für die Regulierung vorbereitet wurden, hält sie für übertrieben. Stattdessen müsse mehr Geld in Präventionsmassnahmen wie Herdenschutz investiert werden, findet sie. «Stattdessen werden emotional aufgeladene Themen für populistische Politik instrumentalisiert.»

Kritik an Organisationen

Lütolf hingegen beharrt auf seinem Standpunkt, die Jägerinnen und Jäger vor einem finanziellen Risiko zu schützen. Stattdessen greift er die Tierschützer an. «Wenn der Kanton im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben handelt und eine Regulierung anordnet, werden diese Entscheide von gewissen Organisationen mit Einsprachen bekämpft. Das führt zu Verzögerungen und ist undemokratisch.» (vro)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Zärtliche Wölfe
«Ich bin total gegen Wolfsabschüsse » – Jäger hat klare Meinung
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Bareggtunnel gesperrt
Massenkarambolage auf A1 bei Baden fordert 21 Verletzte 
Insgesamt 13 Autos sind am Samstagabend auf der Autobahn A1 in eine Massenkarambolage verwickelt gewesen. Kurz vor 21 Uhr geriet ein PW, der Richtung Zürich unterwegs war, kurz nach dem Bareggtunnel ins Schleudern und kollidierte mit der Mittelplanke. 12 weitere Autos wurden in der Folge in den Unfall verwickelt. Insgesamt wurden 21 Personen verletzt, eine davon schwer.
Zur Story