Neue Umfrage: Neutralitäts- und Ernährungsinitiative verlieren an Zustimmung
Rund fünfeinhalb Wochen vor den eidgenössischen Abstimmungen vom 27. September 2026 zeichnet sich eine Ablehnung beider Vorlagen ab. Das zeigt das zweite Stimmungsbarometer des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov Schweiz, für das zwischen dem 3. und 17. August 3080 Personen befragt wurden.
Die Neutralitätsinitiative kommt darin auf 41 Prozent Ja-Stimmen. Das ist zwar ein Prozentpunkt mehr als in der ersten Umfrage vom 30. Juli. Doch auch der Nein-Anteil stieg seither um rund zwölf Punkte auf 50 Prozent. Neun Prozent sind noch immer unentschlossen.
Anhängerinnen und Anhänger der SVP - die als einzige grosse Partei offiziell hinter der Vorlage steht - sprachen sich zu 76 Prozent für die Neutralitätsinitiative aus. Bei der Wählerschaft von Grünen, SP und GLP lag die Ablehnung hingegen zwischen 76 und 81 Prozent.
Einzig der Kanton Tessin entscheidet sich laut der Befragung aktuell für ein Ja an der Urne am letzten Septemberwochenende. In Obwalden ist das Ergebnis zu knapp für eine Prognose. Uri, Schwyz und Glarus lehnen die SVP-Initiative in der Tendenz ab, alle anderen Kantone deutlicher.
Noch deutlicheres Nein bei Ernährungsinitiative
Bei der sogenannten Ernährungsinitiative sank der Ja-Anteil im Vergleich zur ersten Messung um zwei Punkte auf 37 Prozent. 52 Prozent würden die Vorlage ablehnen, elf Prozent haben sich noch nicht festgelegt. Auch unter Berücksichtigung der statistischen Unsicherheit liegen die Ja-Anteile damit deutlich unter dem für eine Annahme erforderlichen Mehr.
Bei dieser Vorlage waren die Grünen die einzige Partei, deren Anhängerschaft mehrheitlich zustimmen wollte. Die SP war mit einem Ja-Anteil von 48 Prozent gespalten, die Grünliberalen zu 55 Prozent dagegen. Die höchsten Ablehnungsraten fanden sich bei den Wählenden der FDP (73 Prozent) und der Mitte (65 Prozent).
Auch hier ist die Stimmung in sämtlichen Kantonen ausser dem Tessin bei einem Nein- oder einem Tendenz-Nein. Im Südkanton ist das Ergebnis zu knapp für eine Prognose.
YouGov Schweiz werde «die Entwicklung der öffentlichen Meinung bis zum Abstimmungssonntag weiterverfolgen und sichtbar machen, wie sich die Kräfteverhältnisse in der heissen Phase des Abstimmungskampfs verschieben.» Im Verlauf dieser Woche werden noch weitere Umfragen folgen.
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