Schweiz
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Symbolbild Romandie Lac Léman Genfersee Lavaux

In der Romandie, hier am Lac Léman, hat die SVP weiterhin Mühe – doch auch andere Parteien müssen sich Sorgen machen. Bild: shutterstock

Wahlvorschau – Romandie und Tessin sind für SVP und CVP schwieriges Terrain

Am 20. Oktober wählt die Schweiz ein neues Parlament. Wie präsentiert sich die Ausgangslage in den Kantonen? Im vierten und letzten Teil unserer Serie schauen wir auf die Westschweiz und ins Tessin. Während die SVP in der Romandie weiterhin hartes Brot isst, müssen sich FDP und CVP mit Skandalen herumschlagen. Voller Hoffnung schauen die Grünen dem Wahlherbst entgegen.



Waadt

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Bild: watson

Nationalrat

Dank Bevölkerungswachstum können die Waadtländerinnen und Waadtländer in der neuen Legislaturperiode einen zusätzlichen Vertreter in den Nationalrat entsenden.

Besonders gute Chancen, sich den zusätzlichen Sitz zu sichern, haben die Grünen. Sie halten derzeit zwei Mandate. Bei den kantonalen Wahlen 2017 konnten sie zulegen und profitieren derzeit von der in der Waadt besonders aktiven Klimastreik-Bewegung. Spitzenkandidatin ist Nationalrätin Adèle Thorens, die auch für den Ständerat kandidiert. Weil der Zweitplatzierte, das grüne Urgestein Daniel Brélaz, angekündigt hat, im Laufe der Legislatur zurückzutreten, dürften die weiteren Kandidaten auf der grünen Liste einen motivierten Wahlkampf betreiben. Auch ein vierter Sitz ist nicht auszuschliessen.

Die SP will ihren 2015 eingebüssten sechsten Nationalratssitz zurückerobern. Das dürfte schwierig werden. Die Partei verlor bei den kantonalen Wahlen 2017 vier Grossratssitze, hat sich aber unterdessen etwas stabilisiert. Mit dem neuen Gewerkschaftsboss und langjährigen Staatsrat Pierre-Yves Maillard hat sie einen zugkräftigen Namen auf der Liste. Ausserdem tritt Rot-Grün im Gegensatz zum bürgerlichen Lager vereint mit einer Listenverbindung an. Links von der SP macht sich die Allianz aus «Ensemble à Gauche» und PdA Hoffnungen, den 2011 verloren gegangenen PdA-Sitz wieder für die radikale Linke zu erobern.

Pierre-Yves Maillard, gauche, president de l'USS (Union syndicale suisse) s'exprime, lors d'un manifestation d'UNIA en soutien de Mickael Beday, delegue syndical Unia, contre son licenciement de l'entreprise horlogere Dubois Depraz, ce lundi 8 juillet 2019 a Le Lieu - Vallee de Joux (VD). (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Gewerkschaftsbund-Präsident Pierre-Yves Maillard spricht vor Uhrenarbeitern im Vallée de Joux. Bild: KEYSTONE

Schwierig dürfte der Wahlsonntag für CVP und SVP werden. Der einzige Nationalrat der CVP, Claude Béglé, sorgte mit schwärmerischen Tweets aus Nordkorea für einen Skandal. Für die Verteidigung ihres einzigen Sitzes hat er seiner Partei damit keinen Gefallen getan. Bei der SVP tritt die über die Parteigrenzen hinweg beliebte Bäuerin Alice Glauser zurück. Zugkräftige Namen fehlen auf der Liste und vom einst prognostizierten Parmelin-Effekt dank des ersten welschen SVP-Bundesrats ist weit und breit nichts zu spüren.

Die Grünliberalen dürften mit Nationalrätin Isabelle Chevalley ihren einzigen Westschweizer Sitz verteidigen und hoffen auf einen zweiten. Die FDP tritt ohne Listenverbindung, dafür mit der amtierenden Staatsrätin Jacqueline de Quattro zu den Wahlen an. Es wird erwartet, dass sie ihre fünf Sitze halten kann. Auch ein Sitzgewinn ist denkbar.

Ständerat

SP-Ständerätin Géraldine Savary geriet im letzten Herbst in die Kritik, weil sie sich vom im Waadtland wohnhaften Milliardär Frederik Paulsen finanziell unterstützen und zu einer Reise nach Spanien einladen liess. Die einst als zukünftige Bundesrätin gehandelte Savary tritt deshalb nicht mehr zu den Wahlen an.

Die SP will ihren Sitz mit Nationalrätin Ada Marra verteidigen, die sich parteiintern gegen Fraktionschef Roger Nordmann durchsetzte. Sie tritt im Bündnis mit Adèle Thorens von den Grünen an. Die Linke will den 2015 verlorenen zweiten Ständeratssitz zurückerobern.

Ada Marra, gauche, candidate au Conseil des Etats du PS Vaudois et Adele Thorens Goumaz, droite, candidate pour le Conseil des Etats pour le parti Les Verts Vaudois lors du congres de nomination du Parti Socialiste Vaud des candidatures pour les elections federales ce samedi 27 avril 2019 a Moudon. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Ein linkes Frauenduo für den Ständerat: Ada Marra (SP, links) und Adèle Thorens (Grüne). Bild: KEYSTONE

Dazu müsste sie FDP-Ständerat Olivier Français schlagen, der als Bisheriger und über die Parteigrenzen hinweg respektierter Politiker mit einem Startvorteil ins Rennen geht. Doch die Zweiertickets der SVP und der Grünliberalen dürften Français in einen zweiten Wahlgang zwingen.

Dort ist ein linker Doppelsieg nicht auszuschliessen – oder eine Niederlage der SP auf Kosten der Grünen: Zwar ist die Basis der SP grösser als jene der Grünen, was für SP-Frau Ada Marra spricht. Doch politisiert diese weiter links als Adèle Thorens, was der grünen Nationalrätin zu einem Überraschungssieg verhelfen könnte.

Genf

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Bild: watson

Nationalrat

Wie die benachbarte Waadt kann sich auch der Kanton Genf aufgrund des Bevölkerungswachstums über ein zusätzliches Nationalratsmandat freuen. Wegen zahlreichen Rücktritten ist der Ausgang der Nationalratswahlen im Kanton Genf zusätzlich schwierig vorauszusagen.

Wie im Waadtland werden auch in Genf den Grünen die besten Chancen eingeräumt, den zusätzlichen Sitz zu erobern. Auch die SVP hat Ambitionen auf einen Sitzgewinn und hat eine prominent besetzte Liste zusammengestellt.

In einer Krise von historischen Ausmassen hingegen befindet sich die Genfer FDP. Die Affäre um Staatsrat Pierre Maudet hat die Partei tief gespalten. Ausserdem muss sie auf Nationalrat Benoît Genecand verzichten, der wegen schwerer Krankheit nicht mehr antritt. Ein Sitzverlust scheint nicht ausgeschlossen.

Einen solchen muss auch die Genfer CVP befürchten, deren einziger Nationalrat Guillaume Barazzone aufgrund seiner umstrittenen Spesenrechnungen aus der Zeit als Genfer Stadtrat nicht zur Wiederwahl antritt.

Von Barazzone beeindruckt: Unsere Spesenritter Loro & Nico

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Video: watson/nico franzoni, laurent äberli

Die Genfer SP und das Mouvement Citoyen Genevois (MCG) sollten ihre Sitzzahl gemäss Beobachtern halten können. Eine Allianz aus Parteien links der SP drängt auf die Rückeroberung des 2007 verlorenen Sitzes der radikalen Linken.

Ständerat

Mit den Rücktritten von Liliane Maury Pasquier (SP) und Robert Cramer (Grüne) werden gleich beide Genfer Ständeratssitze frei. Die Linke will ihre Doppelvertretung mit Nationalrat Carlo Sommaruga (SP) und Nationalrätin Lisa Mazzone (Grüne) verteidigen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht.

Die aussichtsreichste bürgerliche Kandidatur kommt aus der FDP, die Nationalrat Hugues Hiltpold ins Rennen schickt. Weil dieser Staatsrat Pierre Maudet öffentlich zum Rücktritt aufgefordert hat, dürften ihm aber die zahlreichen verbliebenen Maudet-Anhänger innerhalb der FDP die Stimme verweigern. SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz dürfte ebenso chancenlos bleiben wie die Kandidaturen des MCG, der Linkspartei SolidaritéS und der CVP.

Tessin

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Bild: watson

Nationalrat

Zwar treten sieben der acht Nationalräte aus dem Südkanton zur Wiederwahl an. Dennoch ist im Tessin eine parteipolitische Verschiebung nicht auszuschliessen.

Die populistische Lega dei Ticinesi war die grosse Verliererin der kantonalen Wahlen im Frühjahr. Doch dank ihrer traditionellen Listenverbindung mit der SVP dürften die Lega-Nationalräte Lorenzo Quadri und Roberta Pantani die Wiederwahl schaffen – und jene von SVP-Nationalrat Marco Chiesa absichern.

Hoffnungen auf einen Sitzgewinn macht sich die SP, die in einer Listenverbindung mit den Grünen, den Kommunisten und dem linken Forum Alternativo antritt, auf dessen Liste Ex-SP-Fraktionschef und Onkologe Franco Cavalli kandidiert. Sozialdemokratisches Zugpferd ist Nationalratspräsidentin Marina Carobbio, die auch für den Ständerat antritt.

Tausende Frauen bevölkerten nach 11 Uhr schon den Bundesplatz in Bern: Die Nationalrätin Sibel Arslan, (GP/BS), rechts, macht ein Selfie mit Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti, Bundesrätin Viola Amherd und Nationalrätin Isabelle Moret (von rechts).

Nationalratspräsidentin Marina Carobbio (3.v.l.) posiert neben Bundesrätin Viola Amherd für ein Foto am Frauenstreik vom 14. Juni 2019. Bild: KEYSTONE

Die beiden Listenverbindungen links und rechts haben die historischen Antipoden der Tessiner Politik, FDP und CVP, dazu gebracht, ebenfalls eine Allianz einzugehen. Denn beide fürchten den Verlust eines Mandats.

Am stärksten gefährdet scheint am ehesten der zweite CVP-Sitz. Bei den Wahlen im Frühjahr wurde ein amtierender CVP-Staatsrat abgewählt und die Partei büsste Wähleranteile ein. Der Nachteil der FDP ist, dass sie mit Rocco Cattaneo lediglich mit einem bisherigen Nationalrat antritt. Sein Rats- und Parteikollege Giovanni Merlini tritt nur für die Ständeratswahlen an.

Ständerat

CVP-Fraktionschef Filippo Lombardi tritt erneut an. Der seit 1999 amtierende Ständerat nimmt eine sechste und wohl letzte Legislaturperiode in Angriff. Er sollte die Wiederwahl problemlos schaffen. Beim Rennen um den freiwerdenden FDP-Sitz von Fabio Abate ist die Ausgangslage spannender. FDP-Nationalrat Giovanni Merlinis Chancen, den Sitz für seine Partei zu verteidigen, sind intakt. Doch SP-Nationalrätin Marina Carobbio dürfte eine starke Gegnerin sein. Die Kandidaturen von Lega und SVP hingegen dürften erfolglos bleiben.

Wallis

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Bild: watson

Nationalrat

In ihrer Hochburg muss sich die CVP auf einen ungemütlichen Herbst einstellen. Bemerkenswert ist, dass keiner der Nationalräte der so genannten C-Parteien (CVP und CSP Oberwallis), welche 2015 gewählt wurden, wieder antritt. Sie wurden alle entweder in höhere Ämter gewählt (Roberto Schmidt in den Staatsrat, Viola Amherd in den Bundesrat), mussten aufgrund eines Skandals zurücktreten (Yannick Buttet) oder treten nicht zur Wiederwahl an (Géraldine Marchand-Balet). Insbesondere der Sitz des für Roberto Schmidt nachgerutschten Thomas Egger (CSPO) ist stark gefährdet.

Hoffnungen auf einen Sitzgewinn macht sich das im Gegensatz zu vor vier Jahren in einer einzigen Listenverbindung antretende linksgrüne Lager. Die Grünen hoffen darauf, mit ihrem ersten Walliser Nationalratssitz eine historische Premiere zu feiern. Sie befinden sich im Aufwind und konnten ihre Vertretung im kantonalen Parlament bei den Wahlen 2017 von zwei auf acht gleich vervierfachen. Die SP will ihren 2015 verlorenen zweiten Sitz zurückerobern.

Der Sitz von FDP-Nationalrat Philippe Nantermod ist ungefährdet. Zittern muss jedoch die SVP, die einen ihrer beiden Sitze verlieren könnte.

Ständerat

Traditionell schickt die Walliser Wählerschaft je einen Vertreter beider Sprachregionen in den Ständerat. Seit Gründung des Bundesstaates 1848 befinden sich die beiden Walliser Sitze zudem immer in den Händen der CVP. Während der Oberwalliser CVP-Vertreter Beat Rieder einem ruhigen Wahlsonntag entgegen schaut, ist der Unterwalliser Sitz der CVP gefährdet, der durch den Rücktritt von Jean-René Fournier frei wird.

Mathias Reynard, conseiller national, PS, pose apres une conference de presse interpartis sur le theme des apparentements et de la liste au Conseil des Etats, avec la participation des Verts valaisans, du Centre Gauche, PCS, du SPO et du Parti Socialiste du Valais Romand, PSVR, ce mardi 2 avril 2019, a la salle Supersaxo a Sion. (KEYSTONE/Adrien Perritaz)

Mathias Reynard (SP) will in den Ständerat. Bild: KEYSTONE

Die Partei schickt Grossrätin Marianne Maret ins Rennen. Sie wäre die erste Walliser Ständerätin. Doch Maret hat prominente männliche Konkurrenten. Die SP schickt Nationalrat Mathias Reynard ins Rennen, die FDP ihren Nationalrat Philippe Nantermod, die SVP Grossrat und Parteipräsident Cyrille Fauchère. Die berechtigte Hoffnung der CVP ist, dass sich die anderen Parteien in einem wahrscheinlichen zweiten Wahlgang gegenseitig Stimmen abjagen – und sich so mit Maret die Kandidatin der im Wallis grössten Partei durchsetzt.

Freiburg

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Bild: watson

Nationalrat

In einer ihrer Hochburgen muss sich die CVP ins Zeug legen, um ihren zweiten Sitz zu verteidigen. Mit dem Rücktritt von Ex-Nationalratspräsident Dominique de Buman kommt ihr ein über die Parteigrenzen hinweg beliebter Politiker abhanden. Für Unmut in den französischsprachigen Sektionen der Partei sorgt die Tatsache, dass neben Ständerat Beat Vonlanthen und der wiederantretenden Christine Bulliard-Marbach mit Grossrat Bruno Boschung ein dritter Vertreter des Sensebezirks für die Wahlen aufgestellt wurde.

Das links-grüne Lager hofft dank einer Listenverbindung aus SP, Grünen und CSP auf einen dritten Sitz. Die Hürde dafür ist aber hoch. Sollte sich dieser Sitzgewinn dennoch materialisieren, könnten die Grünen mit IT-Unternehmer Gerhard Andrey in den Nationalrat einziehen. Andrey ist einer von sechs Kandidierenden aus verschiedenen Parteien, welche von der Operation Libero im Wahlkampf unterstützt werden. Ausserdem kandidiert Andrey für den Ständerat, was ihm zusätzliche Aufmerksamkeit einbringen könnte. Die SP sollte ihre zwei Sitze verteidigen können.

Gerhard Andrey, Gruene-FR und NR-Kandidat, spricht waehrend einer Medienkonferenz von Operation Libero ueber die ueberparteiliches Wahlprojekt, am Freitag, 28. Juni 2019 im Casino Platz in Bern . (KEYSTONE/Anthony Anex)

Soll für die Freiburger Grünen einen Nationalratssitz erobern: IT-Unternehmer Gerhard Andrey. Bild: KEYSTONE

Die FDP dürfte den Sitz von Nationalrat und Bauernvertreter Jacques Bourgeois problemlos verteidigen können. Sollte sich die jüngste Formschwäche der SVP auch in Freiburg überdeutlich manifestieren, könnte hingegen der zweite SVP-Sitz von Pierre-André Page in Gefahr sein.

Ständerat

Wenig Spannung hingegen verspricht das Rennen um die beiden Freiburger Ständeratssitze. SP-Chef Christian Levrat und CVP-Mann Beat Vonlanthen sitzen fest im Sattel. Die fünf weiteren Kandidaturen (SVP, FDP, Grüne, GLP und BDP) dienen lediglich als Wahlkampfhilfe für die jeweiligen Nationalratslisten.

Neuenburg

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Bild: watson

Nationalrat

Die Ausgangslage für die Nationalratswahlen im Kanton Neuenburg ist so spannend wie in kaum einem anderen Kanton. Es ist gut möglich, dass in der neuen Legislatur die vier Neuenburger Nationalratssitze mit vier neuen Köpfen besetzt sind.

Unbestritten ist lediglich, dass die SP und die FDP ihren je einen Sitz verteidigen werden. Bei FDP-Nationalrat Philippe Bauer sind die Chancen sehr gross, dass er in den Ständerat wechseln wird. Die beiden anderen Sitze hingegen könnten die Partei wechseln: PdA-Nationalrat Denis de la Reussille muss einen Angriff der Grünen abwehren. Die PdA und die Grünen sind zwar wie bereits 2015 eine Unterlistenverbindung eingegangen, um überhaupt Chancen auf ein Mandat zu haben. Damals lag die PdA knapp drei Prozentpunkte vor den Grünen, die damit ihren 2007 eroberten Neuenburger Sitz nach acht Jahren wieder verloren. Angesichts der politischen Grosswetterlage könnte sich die Reihenfolge nun wieder umkehren – und die Grünen erneut reüssieren.

Der Sitz der SVP ist angesichts des desolaten Zustands der kantonalen Partei akut gefährdet. Sie war in den vergangenen Jahren mehr mit parteiinternen Streitigkeiten und Skandalen als mit politischen Inhalten präsent. Nun soll der frühere Staatsrat Yvan Perrin, welcher die Neuenburger SVP massgeblich aufgebaut hat, die Kohlen aus dem Feuer holen. Ob er an seine frühere Popularität anknüpfen kann, ist fraglich: Perrin musste 2014 nach nur einem Jahr in der Regierung wegen eines Burnouts zurücktreten. 2016 kehrte er als kantonaler Parteipräsident in die Politik zurück. Mit wenig Erfolg: Bei den kantonalen Wahlen 2017 verlor die SVP 11 ihrer 20 Grossratssitze. In der Folge trat Perrin nach nur einem Jahr vom Präsidium zurück.

Ständerat

Mit dem Rücktritt von Didier Berberat (SP) und Raphaël Comte (FDP) werden im Herbst gleich beide Neuenburger Ständeratssitze frei. Doch wirklich spannend ist der Kampf um ihre Nachfolge nicht. In Neuenburg werden die Ständeräte wie sonst nur noch im Jura im Proporzverfahren gewählt Die beiden grössten Parteien des Kantons, die SP und die FDP, dürften sich also problemlos wieder je einen Sitz sichern.

Bei der FDP wird aller Voraussicht nach Nationalrat Philippe Bauer die Wahl schaffen. Die SP schickt mit Silvia Locatelli und Martine Docourt Ducommun zwei Frauen ins Rennen. Wer von den beiden am Ende die Nase vorne haben wird, ist schwierig vorauszusagen. Die Kandidaturen der weiteren Parteien sind chancenlos.

Jura

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Bild: watson

Nationalrat

Die einzigen zwei Nationalratssitze des jüngsten Kantons der Schweiz dürften in den Händen der Bisherigen bleiben: Alain Fridez (SP) und Jean-Paul Gschwind (CVP) droht keine wirkliche Konkurrenz. Der CVP-Sitz hätte allenfalls durch eine Listenverbindung von FDP und SVP in Gefahr gebracht werden können, doch die Freisinnigen lehnten eine solche Allianz im Mai ab.

Ständerat

Nach je drei Amtszeiten treten Anne Seydoux-Christe (CVP) und Claude Hêche (SP) ab. Ihren Parteien sollte es jedoch problemlos gelingen, die beiden Sitze im Ständerat zu verteidigen. Die beiden stärksten Parteien des Kantons werden bei der wie in Neuenburg nach dem Proporzsystem stattfindenden Ständeratswahl wohl obenauf schwingen. Für die SP dürfte die langjährige frühere Erziehungsdirektorin Elisabeth Baume-Schneider den Sprung ins Stöckli schaffen, bei der CVP hat Finanzdirektor Charles Juillard die besten Karten.

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ich bin's! 05.08.2019 22:50
    Highlight Highlight Anscheinend darf man sich auf einen Linksrutsch freuen!

    Ich wäre absolut glücklich, wenn die SP über 20% erreichen würde, wenn die Grünen ebenfalls so gut wären, umso schöner!
  • Pisti 04.08.2019 14:55
    Highlight Highlight Naja im Tessin brauchts die SVP nicht, da hat man mit der Lega andere hervorragende Leute.
    • Dominik Treier 04.08.2019 16:06
      Highlight Highlight Ausser mit dem Wort hervorragend, muss ich dir mit deiner Aussage voll Recht geben...
  • Baron Minshew 04.08.2019 12:14
    Highlight Highlight Denke die CVP wird ihre Sitze in VD+GE verlieren aber im VS+FR halten.
    Dort gibt es immer noch viele Wähler die sie wählen weil man als Katholik eben CVP wählt.
    Wäre schön wenn rot-grün die zusätzlichen Sitze holt.
    Und die CVP TI würde gut daran tun an die Zeit nach Filipo dem Ewigen zu denken
    • Militia 04.08.2019 12:37
      Highlight Highlight Wenn Sie denken, dass man im Wallis CVP wählt weil "Katholiken das so machen" dann kennen Sie das Wallis sehr gut. Nicht.
    • Baron Minshew 04.08.2019 13:14
      Highlight Highlight Da muss ich Sie leider enttäuschen.
  • raketenpippo 04.08.2019 11:49
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